Im November 2010 rollt die zweite Generation des
BMW X3 an den Start – und muss sich gegen weitaus mehr und stärkere Konkurrenten behaupten als sein Vorgänger. Das wissen auch die Münchner und machen ihr SUV größer, sparsamer und vor allem komfortabler.
Die Welt um den
X3 hat sich verändert. Bei seiner Geburt 2004 konnte es sich
BMW leisten, statt Dämpfer und Federn unnachgiebige Holzblöcke einzubauen und Kunststoffe im Innenraum zu verteilen, die schon vom bloßen Hinschauen irreparable Kratzer davontrugen.
Damals gab es noch keinen
Audi Q5, der die Qualitätsmaßstäbe diktierte, oder einen
Mercedes GLK, der den Kunden erklärte, dass SUV-fahren nichts mit Folter zu tun hat.
Wie heißt es so schön: Der
X3 war jung und BMW brauchte das Geld. Immerhin ließen sich weltweit über 600.000 Käufer auf den straffen Burschen ein. Er sah halt gut aus und trug den richtigen Namen.
Generation Nummer 2 wird in Spartanburg/USA und nicht mehr bei Steyr in Österreich gebaut. In alle Richtungen gewachsen, schlüpft er nun von den Dimensionen her in die Rolle des ersten
X5 und macht so nach unten Platz für den jugendlichen Aufsteiger
X1.
Beim ersten Proberitt rund um Atlanta im US-Bundesstaat Georgia lässt der zweite Aufguss des
X3 schnell erkennen, dass die Flegeljahre vorbei sind.
Aufgemerkt und hergehört: Der kann ja auf einmal richtig kommod gleiten. Auf den kinderpopoglatten Highways kann das ein Bobbycar zwar auch, ...
... doch selbst auf rumpeligen Nebenstrecken hält die Federung jetzt all das von den Passagieren fern, was sie früher kalt lächelnd weitergereicht hat.
Wer 1100 Euro an der Haushaltskasse vorbei schmuggeln kann, bekommt dafür noch ein adaptives Dämpfersystem druntergeschnallt, ...
... das im Sportplus-Modus das Ansprechverhalten von Gaspedal, ESP und Lenkung schärft.
Was nicht wirklich nötig ist, da der
X3 schon in der Grundabstimmung Kurven mit nötigem Ehrgeiz und durchaus sportiver Einstellung umrundet.
Schön gemacht, der Innenraum, und endlich mit Materialien ausgestattet, die ein BMW-Botschafter in alle Welt tragen sollte.
Luftiger ist er geworden, spürbar in der Breite, weil man nicht mehr so eng aufeinander hockt, und in Reihe zwei, wo sich große Kerls nicht mehr demütigen lassen müssen.
Ganz hinten wächst der Kofferraum von 490 auf 550 Liter, die Dankeskarten adressiert
BMW in Richtung Hinterachse, die der Fünfer spendiert und die nun viel kompakter baut. Davon anscheinend euphorisiert, haben die Münchner gleich mal auf neigungsverstellbare Rückenlehnen oder eine verschiebbare Rückbank verzichtet.
Wir danken vielmals, denn sonst hätten wir nicht viel zu kritisieren gehabt. Auf Wunsch schließt die Heckklappe auch automatisch.
Typisch BMW: Rechts in der Mittelkonsole sitzt der iDrive-Regler, ...
... links die Tasten für das optionale adaptive Dämpfersystem.
Via Bluetooth nimmt der X3 Kontakt zum Mobiltelefon des Fahrers auf.
Auch den Motor unseres Testwagens kann man nicht wirklich in die Pfanne hauen. Der Zweiliter-Diesel mit 184 PS ist akustisch zwar immer präsent, macht aber seine Sache ganz passabel. Den meisten wird die Kraftausbeute des Vierzylinders genügen.
Zumal
BMW 210 km/h Spitze verspricht und einen Durchschnittverbrauch von 5,6 Litern, 14 Prozent weniger als bisher.
Dass der Einstiegsdiesel den Gürtel so eng schnallen kann, liegt unter anderem an der elektrischen Servolenkung, der Bremsenergie-Rückgewinnung, der serienmäßigen Start-Stopp-Funktion und all den weiteren Efficient Dynamics-Maßnahmen, ...
... mit denen BMW so Sprit spart. Wer sich auch den kurzen präzisen Weg durch die sechs Gänge sparen möchte, ...
... bestellt die neue Achtgang-Automatik Steptronic (2300 Euro), ebenfalls standardmäßig mit Start-Stopp.
Leicht lässt sich der Grundpreis von 39.100 Euro mit ein paar Nettigkeiten in abstruse Höhen treiben.
Da hat sich die Welt um den
X3 leider nicht verändert.
Lust auf weitere Fotos vom neuen BMW X3? Einfach durch die Galerie klicken!
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.