Echt schräg: Dieses skurrile Monster hat einen V12-Biturbo mit 612 PS unter der Haube. Und macht damit alles platt, was ihm in die Quere kommt.
Zum 25. Geburtstag des Offroaders hat der Bottroper Tuner Brabus das stärkste G-Modell aller Zeiten geschaffen. Doch der Luxuskasten auf Basis des Mercedes G 500 L ist eigentlich nur schnell: In Kurven zickt er ...
... und auf gerader Strecke tut er sich mit dem Geradeauslauf schwer. Wie soll er mit zwei Starrachsen und dem knapp zwei Meter hohen Aufbau auch die Spur halten können? Vernünftigerweise dreht Brabus dem G V12 deshalb bei 240 km/h den Saft ab.
Reingequetscht: Der fette V12 – Basis ist der Zwölfzylinder aus dem aktuellen Mercedes S 600 – paßt kaum in den Motorraum. Ab 1.750 Touren wuchtet die 6,3-Liter-Maschine 1006 Nm Drehmoment auf die Achsen. Noch größere Probleme als der Platzmangel ...
... bereitet die Hitze, die der Zwölfzylinder in dem bis auf den letzten Millimeter ausgefüllten Motorraum produziert. Wer genau hinsieht, entdeckt an der Front des Brabus G V12 ...
... zusätzliche Lufteinlässe anstelle der Nebelscheinwerfer. Und hinter der Frontmaske bemüht sich gleich eine ganze Batterie von Kühlern um den ausgeglichenen Wärmehaushalt des Zwölfzylinders und seiner Aggregate.
Pfeilschnell: In 4,7 Sekunden knackt der G die 100er-Marke – und bleibt damit einem Ferrari 575M auf den Fersen (4,4 Sekunden). Der neue Porsche Carrera 4S kommt da nicht mehr mit (4,8 Sekunden).
Um derart brachial von der Stelle stürmen zu können, muß man vorher das Zentraldifferential sperren. Das schaltet gleichzeitig das ESP aus, und nur dann hat der dicke Motor die Chance, seine Kraft auf die Straße zu bringen. Andernfalls ...
... würden die meisten Pferdestärken an den durchdrehenden Vorderrädern verpuffen oder vom ESP-Eingriff in der Motorsteuerung zurückgehalten werden. Trotzdem sollte man im Straßenbetrieb ...
... auf diesen Trick lieber verzichten. Denn mit gesperrtem Differential und ohne ESP wird jede Kurve zum gefährlichen Unterfangen, der Bremsweg verlängert sich drastisch. Im Normalfall ist der noch akzeptabel: Aus Tempo 100 ...
... steht der G V12 dank Vierkolben-Bremsanlage nach 39,8 Metern.
Ein Stern für die getunte G-Klasse: Die wuchtigen 20-Zöller sind mit sechsstrahligen Felgen im Doppelspeichendesign geschmückt.
Der bläst was durch: Auf 100 Kilometer säuft das Monstrum schon mal gut 50 Liter Sprit weg, im Schnitt sind es 27,6 Liter. Übrig bleibt davon nur eine Menge heißer Abgase, ...
... die über vier seitlich unter der der Einstiegsleiste angebrachten Auspuffendrohre entsorgt werden.
Ganz wie zu Hause: gemütliche Ledersessel, eine kleine Schrankwand aus Ahornholz ...
... und auf der Ablage die Fernbedienungen ...
... für Fernseher und Radio.
Muß man haben: Schalthebelknauf aus Vogelaugenahornholz ...
... und Türknöpfe aus Alu.
Sportlich: Bei dieser Motorisierung dürfen's dann auch Alupedale sein.
Da waren sie wieder, die drei Fragen des G-Fahrers: Wie schnell bin ich? Reicht der Sprit? Läuft der Motor heiß? Die Instrumententafel gibt darüber Auskunft.
Die Achsdifferentialsperren zeigen die ursprüngliche Bestimmung des Autos: Das ist ein Geländewagen!
Mittelklasse: Der G V12 nimmt 480 Liter Gepäck mit.
Fossile Maße: 4,67 Meter lang, ...
... 1,91 Meter hoch, ...
... 1,76 Meter breit.
Ach ja, bevor wir das vergessen: Ganz billig ist der Spaß nicht – 345.680 Euro soll der G V12 kosten. Mit ein paar kleinen Extras können's aber auch 40–50.000 Euro mehr werden. Aber was spielt das noch für eine Rolle?
Noch so ein Kasten: Auch der werkseigene Mercedes-Tuner AMG ...
... hat sich 2004 das Geländemobil vorgenommen. Beim G 55 AMG ...
... steckt ein 476 PS starker 5,5-Liter-V8 unter der Haube. Angesichts der 612 Brabus-PS ganz schön schlapp? Dafür kostet der AMG aber auch nur ein Drittel: 109.968 Euro, fast ein Schnäppchen.
Da staubt's: In 5,6 Sekunden geht es auf Tempo 100, 26,8 Sekunden braucht der G 55 bis zur 200er-Marke. Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h.
Stillgestanden! Der AMG bremst um einiges besser als der Bottroper: Kalt steht er nach 36,6 Metern, warm braucht er 36,1.
Auch ganz schön reichlich: Im Schnitt verbrennt der Gelände-Benz 22,7 Liter Super. Bei Vollgas reißt er auch mal locker die 40-Liter-Marke.
Seit 1979 wird die G-Klasse in Österreich gebaut. Obwohl der Innenraum mehrfach generalüberholt wurde, wirkt er doch etwas antiquiert. Die Instrumentierung ...
... unterscheidet sich nicht nur wegen des Chromrandes von der Brabus-Tafel: Der Tacho geht nur bis 260. Der Bottroper gibt noch 20 km/h drauf.
Wow! Der G kann nicht nur viel (bis 2250 Liter) schleppen, sondern auch schwer laden: 665 Kilo Gepäck, das ist stark.
Auch der Schwabe atmet über vier Auspuff-Sidepipes aus.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.