Na, Lust auf ’ne kleine Erfrischung? Wenn die Stimmung stimmt, bietet jedes der drei Cabriolets den Himmel auf Erden. Im Rahmen der "Test the Best"-Serie hat AUTO BILD ...
... das
Mercedes E-Klasse Cabrio, den offenen
Audi A5 und den
Lexus IS 250C (von links) unter die Lupe genommen. Drei sturmfreie Buden? Na ja, nicht ganz. Aber diese Cabrios haben Luftverwirbelungen schon ganz gut im Griff – allen voran die E-Klasse.
Ein Testteam aus aller Welt: AUTO BILD-Chefredakteure – von Mexiko bis China – trafen sich auf dem Bridgestone-Testgelände nahe Rom, um die Neuheiten des Frühjahrs 2010 zu fahren. Nach den
Luxuslimousinen und den
kleinen Knallern sind diesmal die Cabrios dran.
Schneller Gast: Mercedes-DTM-Pilot Maro Engel (links) mit AUTO BILD-Chefredakteur Bernd Wieland. Die beiden waren in der offenen E-Klasse unterwegs, ...
... die den Kandidaten aus Fernost locker distanziert. Auf dem dritten Platz landet das Lexus-Cabrio – mit deutlichem Abstand zu seinen beiden deutschen Rivalen. Der 250C ist inspiriert von tiefer Ruhe und viel Gelassenheit, ...
... wer es hier eilig hat, sitzt definitiv im falschen Auto. Vielmehr gilt das Motto: Der Weg ist das Ziel.
Der
Lexus wird von einem 2,5 Liter großen V6 in Bewegung gesetzt. Die Maschine ist mit 208 PS und 252 Nm Drehmoment die schwächste im Vergleich, schleppt aber mit 1805 Kilogramm das schwerste Auto, ...
... und das merkt man auch an den Fahrleistungen. In glatten neun Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100, maximal sind 210 km/h drin. Kollege Lexus hat eine Art Ginseng-Gen im Blech, ein rollendes Allheilmittel gegen Hektik. Wo andere Stabis einbauen, ...
... scheinen die Japaner Wattestäbchen zu benutzen. No sports. Einfach laufen lassen – am besten über babypopoglatte US-Highways. Auf Rumpelpisten ...
... zittern die Passagiere schon mal mit der Karosserie um die Wette. "Für ein Auto des Jahrgangs 2009 ist das Lexus Cabrio eine enttäuschende Konstruktion", notiert Jarmo Markkanen, Chefredakteur AUTO BILD Finnland. Irgendwie hat er recht, ...
... denn auch das ganze Innenraum-Design scheint von gestern. Super verarbeitet, aber auch – gähn – langweilig.
Natürlich ist es großes Kino, wenn der IS 250C seinen Metallhut zieht, ihn surrend mithilfe von 15 Motoren in rund 25 Sekunden ...
... in den Kofferraum faltet. Hightech-Origami. Aber, sorry, wo ist der Vorteil gegenüber den Jungs mit Stoffkapuze, ...
... vor allem wenn man sich die Kofferraum bei geöffnetem Verdeck anschaut. Dann schluckt der Lexus gerade mal mickrige 165 Liter. Ist der stählerene Wetterschutz allerdings über die Passagiere gebreitet, kann der Japaner mit 420 Litern am meisten verpacken.
Preislich sortiert sich der Lexus zwischen Audi und Mercedes ein. Für den IS 250C verlangen die Japaner mindestens 49.650 Euro.
Auf den zweiten Platz im ersten Schnuppervergleich der drei Cabrios fährt der Ringträger aus Ingolstadt. Im A5 Cabrio schließen Fahrspaß und Wind Freundschaft, ...
... das A5-Kleid, das dem offenen
Audi seine schlanke Linie und seine stramme Figur gibt, ist nahezu verwindungsfrei.
Unter der Audi-Haube arbeiten im Gegensatz zur Konkurrenz nur vier Zylinder. Der mittels Turbo aufgeladene Zweiliter-Motor mobilisiert aber immerhin mit 211 PS und 350 Nm Drehmoment, ...
... die das mit 1630 Kilogramm leichteste Auto dieses Vergleichs in Fahrt bringen. Für den ersten Platz in Sachen Fahrleistungen reichen 7,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 241 km/h Spitze zwar nicht ganz, ...
... aber in Sachen Dynamik liegt der A5 ziemlich weit vorne. Seine Lenkung tastet die Straße noch eine Spur besser ab, als die des E-Klasse Cabrios.
Zügig offen: Das Stoffverdeck faltet sich in etwa 23 Sekunden hinter den Passagieren zusammen, ...
... das Ganze klappt auch bei einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h.
Kluger Kofferraum: Das Stoffdach beansprucht gerade einmal 60 Liter vom 380 Liter großen Gepäckabteil für sich, das sich ...
... durch Umklappen der Rücksitze auf für ein Cabrio üppige 750 Liter vergrößern lässt.
In feiner Gesellschaft: Ledersitze, hochwertige Materialien und ein schickes DVD-Navi stehen dem A5 auch als Cabrio gut – sind aber nicht zum Nulltarif zu haben. Zum Audi-Upgrade gehört ...
... auch die neue Nackenheizung für einen warmen Kopf, die das Haupt des Piloten mit warmer Luft umströmt. Das gibt es aber nur zusammen mit den Sportsitzen und Sitzheizung für mindestens 1385 Euro.
Den günstigsten Grundpreis findet man bei Audi: Für den offenen A5 mit Zweiliter-Turbo verlangen die Ingolstädter 43.300 Euro.
Noch ein bisschen besser als der Audi gefällt der internationalen AUTO BILD-Jury die offene E-Klasse. Ein unglaublich solides Stück Cabrio. Typ Freiheitsstatue, ...
... steif, als hätten sie ihm Eisenbahnschwellen druntergelötet. Mit knapp 1,8 Tonnen, 120 Kilo schwerer als das E-Coupé, von dem es abgeleitet ist.
Der größte und stärkste Motor arbeitet im
Mercedes-Bug. Wie im Lexus holt die Maschine ihre Kraft von 292 PS und 356 Nm aus sechs Zylindern – mit allerdings relativ üppigen 3,5 Litern Hubraum. Damit ist die offene E-Klasse ...
... flink auf den Beinen wie der Jüngling auf dem Wege zum ersten Rendezvous. Meint auch Chefredakteur Tito Klein aus Spanien: "Diese Dynamik hätte ich ihm nicht zugetraut."
Noch haben wir die drei Cabrios nicht mit vergleichbaren Motoren getestet, aber in diesem Vergleich hat eindeutig der Benz die Nase vorn: Bis das offene E ...
... aus dem Stand auf Tempo 100 gesprintet ist, vergehen nur 6,8 Sekunden. Wer den Fuß konsequent auf dem Gaspedal stehen lässt, erreicht maximal 250 Sachen. Überraschend sportlich ist die direkte Lenkung. Entsprechend spaßig ist die Kurvenjagd.
Zu den Neuheiten des E-Klasse Cabrio gehören Aircap und Airscarf. Das Aircap (1250 Euro) besteht aus einem Windabweiser in der Frontscheibe und ...
... einem Windschott zwischen den hinteren Kopfstützen. Der Windabweiser fährt auf Knopfdruck aus der Frontscheibe heraus und hebt die Strömung des Fahrtwindes über das Auto hinweg. So kann man zumindest vorne bis weit über 200 km/h entspannt offen fahren.
Dieser "Weichmacher" in den Augen von Cabrio-Puristen darf im Windschutzpaket natürlich nicht fehlen: Auch der Mercedes-Pilot kann sich bei Bedarf warme Luft in den Nacken blasen lassen. Wer so gut ausgerüstet ist, ...
... greift auch bei kühleren Temperaturen gerne zum Schalter in der Mittelkonsole und ...
... schickt das daunendeckendicke Stoffdach in Richtung Kofferraum.
Der Striptease der E-Klasse gelingt in knapp 26 Sekunden, ...
... dann sitzen die Passagiere im Freien und ...
... können einen immerhin noch 300 Liter großen Kofferraum nutzen. Ist das Dach zu, schluckt das Mercedes-Gepäckabteil 390 Liter.
Keine Überraschungen bei der Inneneinrichtung, das Cockpit ist typisch E-Klasse. Aber für sein "Aircap" erntet das Cabrio großen Beifall: "Das Windschott-System ist wirklich clever – warum ist da noch keiner drauf gekommen?", fragt sich Tonie Broekhuijsen, Chefredakteur AUTO BILD Holland.
Der Stärkste und Schnellste ist nicht nur der Beste, sondern auch mit Abstand der Teuerste: Für das E 350 CGI Cabrio verlangt Mercedes einen Grundpreis von 58.072 Euro.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Tomas Hirschberger: "Drei Cabrios, zwei Offenbarungen – und einer, der das ganz gelassen nimmt. Den Lexus musst du genießen, nicht fordern. Steifigkeit und Motor sind nicht dolle. A5 und E-Klasse können das besser und ...
... sind sich recht ähnlich. Top verarbeitet, supersteif, dynamisch, Dachdeckerarbeiten vom Feinsten. Welchen nehmen? Die Entscheidung fällt beim Geschmack, aber auch zwischen Daumen und Zeigefinger, beim Preis."
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