WG mit Auto: In Berlin entsteht zurzeit das Carloft. Wer hier wohnt, parkt sein Auto nicht vor der Tür oder in der Tiefgarage, sondern direkt vor der Wohnungstür.
Inmitten des Bezirks Kreuzberg, der für seine alternative Szene bekannt ist, steht das moderne Gebäude aus Glas und Beton.
Der Rohbau ist bereits fertig - Herzstück ist ein Lastenaufzug, der den Wohnungseigentümer mitsamt Fahrzeug zuverlässig in maximal zweieinhalb Minuten auf seine Etage befördert.
Dann öffnet sich automatisch die breite Einfahrtstür, und der Carloft-Bewohner rollt im Rückwärtsgang auf seinen Abstellplatz. Auf Wunsch kann die Wand, die Parkplatz und Wohnung trennt, teilweise verglast werden - um den Liebling nicht aus den Augen zu verlieren.
Carloft-Bewohner haben keine Platzprobleme: Für das Auto gehen zwar 90 Quadratmeter Fläche drauf, doch angesichts von Wohnungsgrößen zwischen 224 und 550 Quadratmeter hält sich die Beklemmung in Grenzen.
Zimmer mit Aussicht: Durch die beite Glasfront kann man seinen vierrädrigen Gefährten schon beim Morgenkaffee ausgiebig begutachten, bevor man einsteigt. Motor warmlaufen lassen entfällt auch.
Draufsicht auf ein typisches Carloft-Eigenheim: Links unten bzw. rechts oben sind die großen Aufzüge untergebracht, von denen aus man auf den Abstellplatz fährt. Ihre Wohnung können sich die Eigentümer ganz nach Belieben einrichten.
Im Querschnitt sieht das dann so aus. Eigentlich ganz einfach, und daher trifft die Idee auch auf großes Interesse: In Frankfurt, Düsseldorf, München und auch im Ausland planen die Carloft-Bauer weitere Auto-Häuser.
Stolz auf das neuartige Konzept: Architekt Johannes Kauka (mit PR-Frau Johanna Bohlmann) hat mit seinem Partner Manfred Dick das Projekt durchgefochten. Anfangs war das Bauamt nicht begeistert. Vom "Fetisch Auto" war die Rede.
Doch ausgerechnet die PDS unterstützte schließlich die Bauunternehmer - mit dem Argument, dass innovative Ideen in Kreuzberg nun mal Tradition hätten. Im Herbst 2008 soll das Carloft fertig sein.
Sahnestück des Gebäudes ist das 550 Quadratmeter große Penthouse mit Freifläche und einem grandiosen Panoramablick über Berlin. Das kostet aber auch: rund 1,6 Millionen Euro.
Wer will, kann sein Auto dort auch im Freien waschen: Wasseranschluss und Benzinabscheider gehören zur Ausstattung ebenso dazu wie Abluftanlage in den Garagen.
Wer jetzt spontan zugreifen möchte, muss enttäuscht werden: Das Penthouse ist bereits verkauft. Von den elf Wohneinheiten haben schon sieben einen Eigentümer gefunden.
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