Gas geben macht Spaß – besonders vor einer tollen Kulisse: Redakteur Boris Pieritz war mit dem Chevrolet Camaro SS Cabrio im Tal des Todes unterwegs. Hier sind seine sportlichen Fahreindrücke.
Still ist es im Tal des Todes, 80 Meter unter dem Meeresspiegel in der kalifornischen Wüste. Sehr still. Doch urplötzlich lässt ein donnerndes Grollen die dürren Äste der vertrockneten Sträucher am Straßenrand erzittern. Verantwortlich dafür ist der 6,2-Liter-V8 ...
... des schneeweißen
Chevrolet Camaro SS Cabrio. Death Valley heißt: keine Kreuzungen, ...
... keine Ampeln, keine Zebrastreifen. Dafür eine mehrere Kilometer lange schnurgerade Piste, gefolgt von Hunderten Sepertinen hinauf zum Pyramid Peak. Bestes Terrain, um dem Musclecar auf den Zahn zu fühlen.
Erste grundlegende Feststellung nach wenigen Kilometern: Der Chevrolet Camaro kann seinen deutschen Sportwagen-Gegnern
Porsche 911, ...
...
Mercedes SL und
BMW 6er in puncto Straffheit des Fahrwerks und Agilität nicht ganz das Wasser reichen. Aber das ist und war auch nicht der Anspruch dieser Fahrzeuggattung. Hier sind vor allem Emotion und Tradition gefragt – und davon hat der Retro-Chevy reichlich zu bieten. Den ersten emotionalen Moment ...
... beschert einem der Sound des großvolumigen Achtzylinders. Beim Beschleunigen röhrt der Camaro mit seinem wundervollen Bariton – diesen elektrisierenden Ton beherschen nur die
US-Musclecars. Doch der Mustang-Gegner kann auch ganz sanft werden. Bei gleichmäßiger Fahrt ist das Cabriolet angenehm leise, ...
... hier würde ein andauerndes Bollern auch nur nerven. Bei allzu hoher gleichmäßiger Geschwindigkeit dringen jedoch Windgeräusche ins Fahrzeuginnere.
Die 4,9 Sekunden, die
Chevrolet für den Sprint von 0 auf 100 km/h verspricht, konnten wir trotz hohem Gummi-Verschleiß nicht erreichen. Das Cabrio ist auf den ersten Metern zu behäbig. Voll zur Geltung ...
... kommt der 6,2-Liter-V8 jedoch bei Zwischensprints: Von 80 bis 120 km/h oder auch von 150 bis 200 km/h explodiert der Chevrolet förmlich – die 556 Newtonmeter zerren gnadenlos an der Hinterachse, ...
... der Fahrer wird in den Sitz gepresst. Apropos Sitz: Fahrer- und Beifahrersitz sind sehr bequem (1000 gefahrene Kilometer in elf Stunden waren bestens machbar) und bieten eine guten Seitenhalt. Auch hinten muss man sich nicht verbiegen, ...
... die zwei Rücksitze verkraften Personen bis 1,85 Meter locker. Kleiner Minuspunkt: Trotz elektrischer Servolenkung muss der Fahrer auf kurvenreichen Passagen ordentlich arbeiten – die Lenkung hat zu viel Spiel, dürfte gern präziser sein. Das Dreispeichen-Lederlenkrad fasst sich hingegen sehr gut an.
Die Sechsgang-Automatik könnte knackiger, kürzer übersetzt sein (warum nicht an einen Sieben- oder gar Achtgang-Automaten denken, liebe Chevrolet-Ingenieure). Will man richtig forsch vorankommen, empfiehlt sich das Schalten über die Paddles am Lenkrad. Für die negative Beschleuning sorgen Brembo-Bremssättel, ...
... die in riesigen 20-Zoll-Rädern verbaut sind. Der Kofferraum fasst bei geschlossenem Dach 289 Liter, genug Platz für das Handgepäck von zwei Reisenden – das war es dann aber auch schon. Serienmäßig mit an Bord sind unter anderem ein USB-Port, ...
... Satelliten-Radio, Tempomat, zwei Getränkehalter vorn, Klima-Automatik und der mit Leder überzogene Schalthebel.
Sehen Sie nachfolgend weitere Fotos von der Ausfahrt mit dem Camaro SS Cabrio durch Kalifornien.
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