Erkenntnis nach dem großen Knall: Crash-König Renault hat beim rumänischen Billigauto in Sachen Sicherheit gespart.
(Be)klemmend: Nach dem Crash ließ sich die Fahrertür nur noch gewaltsam mit Hilfe von Werkzeugen öffnen.
Da sehen die Tester rot: Wegen des veralteten Gurtsystems sind die Kopfbelastungen im Logan etwa viermal so hoch wie im VW. Die roten Füße des Fahrers resultieren aus dem Eindringen der Pedalerie.
Ganz entspannt: Der Golf verfügt über eine perfekt funktionierende Knautschzone. Das Gurtsystem mit Straffer und Kraftbegrenzer arbeitet auch nach fünf Jahren noch effektiv.
Das sieht nicht gut aus für den Logan, meint Redakteur Michael Specht. Obwohl beide Fahrzeuge nach dem Crash ...
... ähnlich deformiert wirken, ist die Verletzungsgefahr im Rumänen wesentlich höher.
Gecrasht wurde auf der Indoor-Crashhalle der DEKRA in Neumünster nach den Kriterien des EuroNCAP: 64 km/h, 40 Prozent Abdeckung, deformierbare Barriere. In der Realität ...
... sieht das dann so aus.
Sündhaft teure Meßgeräte im Kofferraum zeichnen alle Crashwerte genau auf.
Sitzprobe: Die Profis bei der DEKRA bringen die Dummys in ihre exakte Position. Dazu gehören auch ...
... penible Messungen der Abstände, zum Beispiel von der Nase des Beifahrers zur Scheibe.
Farbtupfer auf der Stirn zeigen später den Abdruck im Airbag.
Mit einem ohrenbetäubenden Knall ...
... krachte der neue Logan gegen die Barriere und sprang ...
... nach rechts weg. Zischend ...
... entweicht Dampf. Insgesamt ...
... dauert der Crash nur eine halbe Sekunde – und das neue Auto ist Schrott.
Gar nicht gut: Die Dacia-Airbags bliesen sich beim ersten Crash nicht prall auf.
Renault verwendet ein Schloßsystem, das während des Unfalls ein Aufspringen der Türen fast hundertprozentig verhindet. Nachteil: Der Schließzapfen bohrt sich ins Blech, die Tür ist nicht mehr aufzubekommen.
Die Kopfbelastungen im Rumänen sind zu hoch: Der sogenannte HIC (Höchstwert 1000) betrug beim Fahrer 943, beim Beifahrer lagen die Werte sogar bei 1197.
Jetzt wird's spannend: Der Dummy im Golf wird auf den Crash vorbereitet. Mit 64 km/h ...
... fährt der VW gegen die Wand.
Auch hier knallt's, auch hier ...
... zischt es.
Weil er nach EuroNCAP-Kriterien genau wie der Logan mit 40 Prozent Abdeckung gegen die verformbare Barriere gekracht ist, ...
... springt auch der Wolfsburger dampfend nach rechts weg.
Autsch: Das sieht nicht schön aus. Doch auch wenn der Golf ähnlich geknautscht aussieht wie vorher der Logan, sitzen die Passagiere hier wesentlich sicherer. Obwohl die Beine ...
... gegen die untere Armaturentafel schlugen, ergaben sich keine erhöhten Verletzungen.
Auch im Golf klemmte die Tür, allerdings ließ sie sich ohne Werkzeuge öffnen. Mit speziellen Geräten wird die Kraft gemessen, die nötig ist, um die Tür aufzustemmen.
Der Vorderwagen des Vierers nimmt die Energie des Aufpralls perfekt auf, der Dummy-Kopf taucht in den perfekt aufgeblasenen Airbag.
Weg mit dem Logan? Obwohl die Testergebnisse eindeutig für den Golf sprechen, bietet der Dacia nach wie vor ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
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