Dacia ist als "Billigmarke" längst auf dem deutschen Markt etabliert. Doch opfert die rumänische Renault-Tochter die Sicherheit zugunsten günstiger Produktion? Beim jüngsten Euro NCAP-Crashtest vom 28. November 2012 hat sich der neue
Dacia Lodgy jedenfalls nicht mit Ruhm bekleckert: Als einziges von 15 getesteten Autos erreichte der Familienvan nicht volle fünf Sterne, sondern sogar nur drei.
Die Drei-Sterne-Wertung verdankt er unter anderem der schwachen Einstufung bei den Sicherheitssystemen mit 29 Prozent, weil im Testwagen ESP fehlte. In Deutschland ist der Schleuderschutz allerdings immer Serie! "Mit ESP müssten wir vier Sterne schaffen", sagt Sprecher Thomas May-Englert. Bisher lägen aber noch keine weiteren Unterlagen von Euro NCAP vor.
Aber auch für die restlichen Testergebnisse musste der Rumäne harsche Kritik von den Prüfexperten einstecken. Wegen konstrutiver Mängel erreicht der Lodgy in der Erwachsenensicherheit vergleichsweise magere 72 Prozent, beim Fußgängerschutz ernüchternde 44 Prozent. Euro NCAP zeigte sich auch enttäuscht vom Kinderschutz: Mit 77 Prozent Kindersicherheit habe er den Ruf als "Familienauto" nicht verdient.
14 Autos haben die Experten aus Brüssel neben dem Dacia an die Wand gefahren. Alle erreichten die Bestmarke von fünf Sternen. Hier die Ergebnisse: Der VW Golf VII bekam den kompletten Sternensatz.
94 Prozent beim Insassenschutz sind in dieser Klasse gut, macht 34 Punkte. Der neue
VW Golf crashte laut NCAP "in den meisten Disziplinen wie sein Vorgänger", setzte dazu "neue Maßstäbe in Sachen Assistenzsysteme".
Die Kindersicherheit wurde mit 89 Prozent und 44 Punkten bewertet. Ein gutes Ergebnis.
Beim Kriterium Fußgängersicherheit kommt der Golf auf 65 Prozent und 24 Punkte.
Dazu kommen 71 Prozent und fünf Punkte bei den Assistenzsystemen. Dass der
Golf VII mit Sicherheitsfeatures wie
Multikollisionsbremse, Abstands- und Spurassistent sowie proaktivem Insassenschutz zu haben ist, war Euro NCAP ein Extra-Lob wert. Kritik erntete der Golf für den fehlenden Gurtwarner auf der Rücksitzbank, der "in vielen anderen Modellen längst Serie" sei.
Die neue
Mercedes A-Klasse liegt im Erwachsenen- und Kinderschutz (93 Prozent und 33 Punkte) leicht unterhalb des VW Golf, ...
... punktet in der Klasse der Kompakten aber mit einem fast vollständigen Assistenten-Paket. Geht es nach Euro NCAP, fehlt der A-Klasse nur noch ein serienmäßiger Geschwindigkeitsbegrenzer.
Das gibt sechs Punkte und 86 Prozent bei den Assistenzsystemen, der Fußgängerschutz wird mit 24 Punkten oder 67 Prozent bewertet.
Bei der Kindersicherheit holt der Stuttgarter 81 Prozent und 40 Punkte.
Kein Grund zur Klage bei Ford: Der
Fiesta verbucht gute 91 Prozent beim Insassenschutz ...
... und kommt auf 33 Punkte. In Sachen Kindersicherheit erreicht der Fiesta 86 Prozent und 42 Punkte.
Der Fußgängerschutz (65 Prozent/23 Punkte) und die Sicherheitsausstattung (71 Prozent/fünf Punkte) fallen ebenfalls befriedigend aus.
Opel setzt große Hoffnungen in den
Mokka. Der Crashtest kann überzeugen: Beim Insassenschutz ...
... erzielt das kleine SUV 96 Prozent und gute 35 Punkte.
Auch der Fußgängerschutz mit 67 Prozent und 24 Prozent ...
... und die vollen Punktzahl und 100 Prozent bei den Sicherheitssystemen können sich sehen lassen. Der Kinderschutz ist mit 90 Prozent und 44 Punkten ebenfalls vorbildlich.
Viel Auto für wenig Geld soll der
Skoda Rapid bieten. Aber ist er auch sicher? Ist er! 94 Prozent bei der Insassensicherheit ...
... und 34 Punkte sind gut. Auch beim Fußgängerschutz (25 Punkte, 69 Prozent) und bei der ...
... Sicherheitsausstattung mit 71 Prozent und fünf Punkten gibt es wenig zu kritisieren am Tschechen.
In Sachen Kinderschutz erreicht der Rapid 80 Prozent oder 39 Punkte.
Der spanische Bruder des Rapid ist der Seat Toledo. Er ist technisch identisch und erreicht exakt die gleiche Euro NCAP-Bewertung und fünf Sterne.
Auch der technische Bruder des VW Golf aus Spanien übersteht den Crashtest sehr ordentlich: Mit 94 Prozent ...
... und 34 Punkten holt der
Seat Leon ebenso viele Punkte wie der Wolfsburger.
Interessant: Der günstigere, aber auf derselben Plattform fahrende
Seat Leon schneidet bei Kinder- (92 Prozent) und Fußgängerschutz (70 Prozent) sogar noch ein wenig besser ab als der Golf.
Bei den Sicherheitssystemen herrscht mit fünf Punkten und 71 Prozent Gleichstand mit dem Golf.
Die verlängerte Knutschkugel
Fiat 500L erringt fünf Sterne.
Beim Insassenschutz kommt auf gute 94 Prozent und 34 Punkte.
Beim Fußgängerschutz bekommt der Fiat 65 Prozent und 23 Punkte, die Sicherheitsausstattung wird mit fünf Punkten oder 71 Prozent bewertet.
Bei der Kindersicherheit kommt der Italiener auf 78 Prozent und 38 Punkte.
Wegen der schweren Batterien hat der
Volvo V60 Plug-in Hybrid satte 350 Kilo zugelegt – das allerdings ohne Sicherheitseinbußen.
93 Prozent oder 33 Punkte erreicht der Schwede beim Insassenschutz. Beim Kinderschutz kommt er auf 83 Prozent oder 41 Punkte.
Beim Fußgängerschutz kommt der V60 als Plug-in-Hybrid auf 65 Prozent und 23 Punkte, ...
... bei der Sicherheit gehen 100 Prozent und sieben Punkte nach Schweden.
Ein Auto wie eine Burg ist der neue
Range Rover. Bei der Sicherheit ...
... ist der Brite mit 91 Prozent und 33 Punkten zwar nicht das Maß aller Dinge, aber auch nicht schlecht.
Der neue Range erzielt 63 Prozent und 23 Punkte beim Fußgängerschutz und holt sechs Punkte (86 Prozent) bei den Assistenzsystemen.
Auch Kinder reisen sicher im Dickschiff: 84 Prozent oder 41 Punkte sind in Ordnung.
Mitsubishi hat die Hausaufgaben für fünf Sterne ebenfalls gemacht. 94 Prozent und 34 Punkte für die Insassensicherheit im Outlander ...
... sind gut. Dazu fällt der Wert für die Fußgängersicherheit mit 64 Prozent und 23 Punkten für ein SUV nicht schlecht aus.
Bei den Sicherheitssystemen gibt es mit sieben Punkten und 100 Prozent die Höchstwertung.
Der Kinderschutz fällt mit 83 Prozent und 41 Punkten ordentlich aus.
Ford, die Zweite: Auch der Kuga wurde gegen die Wand gefahren und schaffte gute ...
... 94 Prozent und 34 Punkte beim Insassenschutz. Macht fünf Sterne. Bei der Kindersicherheit können die Kölner mit 86 Prozent und 42 Punkten ebenfalls zufrieden sein.
Gute Werte gelingen dem Kuga beim Fußgängerschutz (25 Punkte/70 Prozent) und beim Sicherheitspaket: Das erhält sieben Punkte und volle 100 Prozent.
Der neue
Subaru Forester sichert sich ebenfalls fünf Sterne bei Euro NCAP.
91 Prozent und 33 Punkte heimst er bei der Insassensicherheit ein.
Die Kindersicherheit ist mit 91 Prozent und 45 Punkten sehr gut, Fußgänger freuen sich über 26 Punkte und 73-prozentigen Schutz.
Das Sicherheitspaket (sechs Punkte/86 Prozent) ist relativ komplett.
Hyundai schickt den neuen
Santa Fe ins Rennen und fährt mit 96 Prozent beim Insassenschutz (34 Punkte) eine gute Wertung ein. Fünf Sterne sind der Lohn.
Auch beim Kinderschutz gibt sich der Koreaner keine Blöße und holt 89 Prozent und 43 Punkte.
Auch Fußgängerschutz (25 Punkte/71 Prozent) und Sicherheitspaket (sechs Punkte/86 Prozent) fallen positiv aus.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.