Es muß nicht immer Golf sein: Für jeweils 17.990 Euro machen Daihatsu Terios und Fiat Sedici den Alltag zum Abenteuerspielplatz.
Der Daihatsu Terios reiht sich mit 4,06 Meter Länge genau zwischen Klein- und Kompaktwagenklasse ein, bietet aber alles, was ein SUV auszeichnet: einen bequemen Einstieg, Blick bis zum Horizont ...
... und ein rustikales Blechkleid, das mehr nach Abenteuer aussieht als nach Alltag. Der 4,16 Meter lange Sedici gibt sich da deutlich kompakter und eleganter.
Kleiner Krabbler: Der Terios ist mit permanentem Allradantrieb ausgestattet, was ihn von modischen Offroad-Blendern wie dem CrossPolo unterscheidet.
Atemnot: Die 105 PS verstecken sich zunächst irgendwo in den Tiefen des Kurbelgehäuses. Für einen Benziner läuft der 1,5-Liter extrem rauh, und nur angestrengt pfeifend ...
... erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit 160 km/h. Er kann zwar mit dem Sedici nicht ganz mithalten, hat aber dafür serienmäßig ESP an Bord.
Die Lenkung arbeitet verbindlich, das Fahrwerk straff. Asphaltschäden nimmt der Japaner übereifrig zur Kenntnis, auf Kopfsteinpflaster fängt er steifbeinig an zu hoppeln.
Heißt "Top", ist es aber nicht: Das Ambiente mit Silber-Glanz ist eher rustikal, die Qualität gerade okay. Klima ist im Top Serie, sonst kostet sie 1100 Euro.
Das läßt tief blicken: Der Terios versteckt seine Instrumente gut geschützt in tiefen Röhren.
Gut zu greifen: Der Schaltknauf liegt angenehm in der Hand.
Gut fürs Baby: Der Beifahrer-Airbag ist abschaltbar. Das ist wichtig, wenn die Babyschale davor untergebracht werden soll.
Garantiert sicher unterwegs: Die Traktionskontrolle (TRC) läßt sich abschalten, das ESP nicht. Links daneben: die Zentralsperre.
Auf und nieder, und das ab Werk: Die elektrischen Fensterheber vorn und hinten werden ohne Aufpreis eingebaut.
Japaner sind eben kleiner und hart im Nehmen: Die Sitze sind nicht nur sehr knapp bemessen, sondern auch ziemlich unbequem.
Keine Berührungspunkte: Im Daihatsu-Fond geht es luftig zu. Allerdings ...
... sind auch hier die Sitze kurz, knapp und unbequem.
Japanische Falttechnik: Die Rücksitzbank klappt im Verhältnis 60:40 und macht Platz für bis zu 1300 Liter. Unterhalb der Bodenmatte ...
... liegt nur der Wagenheber, das Reserverad hängt am Heck.
Da kiekste, wa? Obwohl der Daihatsu ganz und gar kein schlechtes Auto ist, bekommt er in der Gesamtwertung zwei Pünktchen weniger als der italienische Konkurrent. Er ist ...
... "komfortabler, leiser und einfach mehr Pkw" als der Sedici, findet Redakteurin Margret Hucko.
Flotter Flitzer: Der Fiat schafft den Spurt von null auf 100 in 11,1 Sekunden, genau eine Sekunde schneller als der Asiate. Bei der Höchstgeschwindigkeit übertrumpft er ihn um zehn km/h und rennt 170 Sachen.
Unter der Haube des Italieners arbeitet ein 1.6-Benziner (107 PS), der leiser läuft als das Daihatsu-Aggregat.
Charmeur: Der Italiener verwöhnt beim Fahren mit viel Komfort und Gefühl für die Straße. Die Federung arbeitet sensibler, Schaltung und Kupplung sind leichtgängiger als beim Daihatsu.
Statussymbol: Den Unterfahrschutz gibt es bei der Basis genauso wenig wie die grau lackierte Dachreling.
Geburtsurkunde: Wie die Plakette im Motorraum beweist, stammt der Fiat aus dem ungarischen Suzuki-Werk.
Im Innenraum herrscht sachliche Schlichtheit mit gut verarbeitetem Kunststoff. Das Radio mit CD-Spieler gehört zur Serie.
Unflexibel: Das Lenkrad läßt sich nur in der Höhe verstellen.
Glattgebügelte Ansichten: Beim Sedici liegen die Instrumente plan und gut ablesbar auf der Tafel.
Klipp-klapp: Je nach Schalterstellung wird das Drehmoment an die Vorderräder oder an alle vier Pneus verteilt.
Für Langbeiner: Der Sedici bietet vergleichsweise viel Raum für den Fahrer. Im Fond ...
... sitzen Passagiere etwas beengter als auf der Terios-Rückbank. Dafür aber ...
... bietet der Italiener die deutlich bequemeren Sitze.
Beim Beladen hört die Gemütlichkeit auf: Der Sedici-Kofferraum hat mit 270 Litern nur Polo-Größe, die Ladekante stört enorm. Klappt die Fondbank hinter die Vordersitze, faßt er bis zu 1045 Liter. Die Zuladung ist mit 410 Kilo eher mäßig.
Schlechter Ersatz: Der Notreifen kommt von Maxxis aus Taiwan. Und sollte besser in seiner Mulde bleiben.
Endlich zwei SUV, die sich bescheiden geben. Und das in jeder Hinsicht: beim Benzinverbrauch, in der Länge und auch beim Grundpreis. Der eher kernige Daihatsu Terios gewinnt knapp vor dem Fiat Sedici. Weil seine Transportkapazitäten überlegen sind.
Dürfen wir vorstellen: Suzuki SX4, der japanische Zwillingsbruder des Sedici. Beide wurden gemeinsam entwickelt und rollen im Suzuki-Werk in Ungarn vom Band.
Asphalt-Abitur: Während es den Fiat ausschließlich als Allradler gibt, verkauft Suzuki seinen SX4 auch als Fronttriebler. Der ist als gleichstarker Benziner 3000 Euro billiger (ab 14.990 Euro) und kann alles (fast) genausogut.
Hat ein Suzuki-SUV Allradantrieb (ab 18.000 Euro), ist der weit mehr als ein Alibi: Er macht den SX4 erstaunlich geländegängig. Wie beim Sedici ...
... erlaubt ein Schalter neben der Handbremse den Wechsel zwischen Frontantrieb, 4x4-Automatik sowie gesperrtem Allrad-Modus.
Aller guten Dinge sind drei. Auch die Motoren: Suzuki bietet einen 99-PS-Benziner, einen 107-PS-Benziner und 120-PS-Diesel an.
Zum Verwechseln ähnlich: Die beiden Brüder unterscheiden sich eigentlich nur durchs Logo im Pralltopf.
Auch bekannt: Beim Kofferraum klappt's im Suzuki genau wie im Fiat.
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