Nur das Beste ist gut genug: Australische Spezialeinheiten patroullieren jetzt im neuesten Truck der britischen Firma Supacat.
Der sechs Meter lange und zwei Meter schmale Truck sieht aus wie ein XXL-Klettergerüst – und funktioniert auch so. Um den Elitesoldaten lästiges Ein- und Aussteigen mit ihrer schweren Ausrüstung zu ersparen, verzichtet die Supa-Katze auf jegliche Karosserie.
Die Soldaten können auf dem gesamten Fahrzeug herumkraxeln und jede erdenkliche Position einnehmen, um Feinde zu bekämpfen. Zudem ist überall Stauraum für Waffen und Munition.
Und davon scheinen die australischen Spezis genug zu haben: Bis zu 3,9 Tonnen Zuladung verkraftet die 6x6-Version der Katze.
Die Größe der Supacat wurden so berechnet, dass sie nach wenigen Umbauten in den Transporthelikopter CH-47 passt.
Bei Bedarf können kugelsichere Platten nachgerüstet werden. Maximal wiegt das Spezialfahrzeug als 6x6-Variante 6,6 Tonnen. In der abgespeckten 4x4-Version sind es 5,5 Tonnen.
Ein Cummins 6,7-Liter-Sechsylinder-Diesel mit 180 PS und einem Drehmoment von 700 Nm macht die Katze bis zu 120 km/h schnell. Die Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie vom britischen Bruder-Truck Supacat Extenda stammen. Dieser wurde für die Australier in Redfin umbenannt und noch etwas gepimpt – die endgültigen Leistungsdaten sind natürlich geheim!
Während den Australiern der modifizierte Supacat reicht, wollen die Amis etwas ganz Neues für ihre Navy Seals und Co. Seit 2012 sucht das amerikanische Amt für Spezialeinheiten (US Special Operations Command, abgekürzt USSOCOM) nach dem besten Fahrzeug für ihre Jungs.
Der populärste Bewerber kommt mit Rennsport-Genen: Neben den Rüstungsunternehmen BAE und Northrop Grumman, ist das Racing-Team von
Corvette, Pratt & Miller, an der Entwicklung des Einsatzfahrzeugs beteiligt.
Das Gerät ist auf die Ansprüche der Ausschreibung getrimmt: wenig Gewicht, optionale Panzerung und 4x4-Antrieb. Der Rahmen verfügt über zahlreiche Aufnahmestellen für Ausrüstung und Waffen.
Als Antrieb dient kein Corvette-Motor, sondern ein verbrauchsärmerer Cat 4,4-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 220 PS. 678 Nm stemmt er auf die Kurbelwelle und ...
... bringt den 3,4 Tonnen schweren Mini-Truck auf maximal 130 km/h. Im Gelände sind es knapp 100 km/h. Sollte der Fahrer verletzt werden, kann der Beifahrer über ein zusätzliches Lenk- und Bremssystem weiterfahren.
Das Pentagon (Hauptsitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums) will 1300 Fahrzeuge bis 2020 für ihre Elite-Truppen auswählen. Es darf aber keins mehr kosten als umgerechnet 270.000 Euro.
Ein anderer Bewerber ist der Flyer von General Dynamics. Die haben auch schon den
Humvee gebaut. Die Verwandtschaft zu ihrem Bewerber namens Flyer ist nicht zu übersehen.
Der Flyer baut auf dem Chassis des Humvee auf und hat einen 1,9-Liter-Diesel mit 150 PS. Zwei von ihnen passen in einen Helikopter des Typs Chinook.
Somit können sie viel schneller befördert werden als sperrige Boliden, die unter dem Heli ihren Platz finden. Die Behörde will, dass die künftigen Gefährten innnerhalb einer Minute verladefertig sind.
Erfordert es die Mission, wird der Flyer mit einer Panzerung verstärkt.
Das Amt verlangt von den künftigen Offroadern die gleiche Flexibilität wie von den Elitesoldaten. Sie müssen sich jeder Situation innerhalb kürzester Zeit anpassen.
So sieht die Hightech-Kommandozentrale im Flyer aus. Insgesamt sollen laut Ausschreibung sieben Soldaten in und auf den Wagen passen.
Dieser Kamerad von General Dynamics ist ziemlich nackt. Absicht. Die Soldaten haben für ihre Ausrüstung, Munition und Waffen viel Stauraum. Außerdem ist der 4x4-Wagen ohne Panzerung schneller und verbraucht weniger. Bis zu 144 km/h sollen drin sein.
Die Ladefläche des Chinook wird bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt.
In der extra flachen Ausführung, ohne hohe Aufbauten, passt der Wagen auch in andere Fluggeräte.
Alle Anbauteile des Spezial-Fahrzeugs können nach Bedarf abgenommen und aufgesetzt werden. Sieht ein bisschen nach Kriegsspielzeug für Kinder aus.
Truck-Hersteller Oshkosh gehört ebenfalls zu den Bewerbern. Viel ist über das Fahrzeug nicht bekannt. Auffällig sind die zahlreichen Aufnahmestellen für Waffen und Munition.
Hinzu kommt Platz für Reservekanister. Wer so "offen" in ein feindliches Gebiet fährt, muss schon großes Selbstvertrauen in seine Fähigkeiten haben.
Ähnliches Prinzip, anderer Bewerber: Jeep. Der Vierzylinder-Turbodiesel mit 194 PS schafft maximal 140 km/h.
Innen sieht es ähnlich spartanisch aus wie bei den Mitbewerbern. Das hat mit den Serienversionen nichts mehr zu tun. Dafür kann die Zuladung bis zu 3,9 Tonnen betragen.
Klappspaten, Axt und Spitzhacke. Die Soldaten sind auf alles vorbereitet.
Der geht steil. BC-Costums ist einer der kleinen Hersteller unter den Bewerbern und hat sich auf Buggys für Such- und Rettungsaktionen spezialisiert. Steigungen von 70 Prozent nimmt er locker.
Am Hügel entlang sind immerhin noch 60 Prozent Seigung machbar.
Sein Spitzname ist Warthog, was übersetzt Warzenschein heißt. Der Name ist an das berühmte Computerspiel "Halo" angelehnt. Für ihn könnte die geringe Größe ein Nachteil sein. Sieben Soldaten schafft er nicht.
Navistar setzt auf Erfahrungen aus der Automobilindustrie und kommt mit einem Pick-up recht unspektakulär daher. Allerdings fällt ein solches Gafährt nicht so schnell auf. Als Antrieb dient ein V8-Diesel mit 340 PS und 773 Nm bei 1800 Umdrehungen.
Der Pick-up soll in einer 3-Mann, 5-Mann und 7-Mann-Variante.
Sechs Tonnen bringt der gepanzerte 4x4 Navistar auf die Waage.
Wenn Sie weitere Spitzenmodelle von Armee-Jeeps sehen wollen, dann klicken Sie weiter. Hier kommen die Fahrzeuge der Spezialeinheiten, die bereits im Einsatz sind.
Das Interim Fast Attack Vehicle (IFAV) ist ein modifizierter Wolf 290GDT 4x4. Aber warum ein deutsches Fahrzeug für die US-Marines? Weil der kantige ...
... Mercedes 290GDT in die CH-53- (Foto) oder CH-46-Helikopter passt. Nur so macht die Bezeichnung "Fast Attack Vehicle" auch Sinn.
Der US-Benz war zuletzt 2004 in der Provinz Kandahar im Einsatz. Danach entsprach der geringe Schutz des Fahrzeugs nicht mehr der wachsenden Bedrohung.
Das KSK hatte ganz ähnliche Probleme mit dem alten Wolf und bekam deshalb den Serval in die Garage gestellt. Vom Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug (AGF) Serval wurden mehr als 20 Fahrzeuge für das KSK angeschafft.
Um vor allem die Reichweite zu erhöhen, wurde der Tank vergrößert und der sparsame 2,7-Liter-CDI-Motor mit 156 PS verbaut.
An diese Fahrzeuge der Superlative werden ebenso hohe Ansprüche gestellt, wie an die Elitekämpfer selbst: Sie müssen extrem belastbar sein und viele Kilometer durch Wüsten, Gebirge und Dschungel zurücklegen können.
Eierlegende Wollmilchsäue gibt's auch in der militärischen Welt nicht, deshalb bedienen sich die Spezialeinheiten bei verschiedenen Fahrzeugtypen. Welche genau, das hängt immer von der Mission ab. Lange Strecken mit einem Quad zurückzulegen macht keinen Sinn. Dafür sind die Long Range Patrol Vehicle (LRPV) genau richtig.
Der Special Air Service (SAS) der Briten und das Special Air Service Regiment (SASR) der Australier nutzen dafür vor allem den
Land Rover Defender 110 als Special Operations Vehicle (SOV).
Die guten Geländeeigenschaften des Landis mit permantem Allradantrieb haben sogar dafür gesorgt, dass ...
... sich das 75. Ranger Regiment in den USA ein paar der Briten zulegte. Dort wurde der Name in Ranger SOV geändert.
Drei bis sieben Soldaten haben auf dem US-Landi mit Vierzylinder-Turbodiesel Platz.
Beim Special Air Service Regiment (SASR) der Australier heißt der Defender Perentie, also Riesenwaran.
Die Wagen sind als 4x4- oder 6x6-Modell lieferbar. Anders als bei den Engländern, wurde das Reserverad unter den hinteren Teil des Laderaums verlagert.
Weitere Unterschiede sind das feuerverzinkte Fahrgestell und der Vierzylinder
Isuzu-Motor mit 3,9 Litern Hubraum.
Im Juni 2012 hat das Rüstungsunternehmen Thales in Paris zur Eurosartory einen möglichen Nachfolger für den Perentie vorgestellt: den Hawkei.
Der Zehn-Tonnen-Wagen bietet neueste Panzerungs-Standard und wird von einem Steyr-3,2-Liter-Sechszylinder mit 268 PS auf immerhin 130 km/h beschleunigt.
Der Tank fasst 200 Liter, womit maximal 600 Kilometer zurückgelegt werden sollen.
Französische Spezialeinheiten setzen auf den VLRA (Véhicule de Liaison et de Reconnaissance), ein Renault Defense Truck, der vom hauseigenen "Tuner" Acmat (Ateliers de Constructions Mécaniques de l'ATlantique) aufgerüstet wird.
Der VLRA zeichnet sich durch seine Robustheit aus. Er bietet eine maximale Reichweite von 1200 Kilometer und einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 150 Litern.
Zur 4x4-Variante kommt 2012 noch eine 6x6-Variante. Was Motorleistung und weitere Details betrifft, so hält sich Acmat dezent zurück.
Für Lufttransporte eignet sich der leichtere ALTV (Airtransportable Véhicule Tactique Léger), der auf dem
Toyota Hilux der siebten Generation aufbaut und überwiegend in Afghanistan zum Einsatz kommt.
Mit einer verstärkten Achse hat der Hilux eine Zuladung von 1,4 Tonnen. Der 190 PS starke Motor schafft 160 km/h. An diesem Beispiel wird deutlich, wie entscheidend das Einsatz-Szenario für die richtige Wahl des Spezial-Fahrzeugs ist.
Darüber hinaus zeichnet sich eine rege Zusammenarbeit der Autohersteller in Sachen Rüstung ab: Die speziellen
Renault- und
Toyota-Modelle gehören zur
Volvo-Gruppe.
Navy Seals, Green Beret und Army Rangers nutzen verschiedene Versionen des Humvee, der sich dann besonders durch eine stärkere Panzerung und bessere Bewaffnung auszeichnet.
Ein gepanzerter Turm für den Schützen auf dem Humvee ist ein Merkmal für spezielle Ausführungen – wie hier für die Seals auf einem Flugplatz im Irak.
Um kleinere Fahrzeuge mit Munition, Benzin und anderer Ausrüstung zu versorgen, werden sogenannte "Mutterfahrzeuge" eingesetzt. Die Para-Commandos der Belgier verfügen über mehrere vom Spezialfahrzeugbauer Carat Defense umgebaute
Mercedes-Benz Unimog-1300.
Die geteilte Windschutzscheibe ist klappbar, um dem Beifahrer den Einsatz des leichten Maschinengewehrs zu ermöglichen.
Der Unimog verfügt über einen 218-PS-Motor, vergrößerte Kraftstofftanks, eine elektrische Winde, notlauffähige Reifen sowie zahlreiche Staukästen.
Außerdem gehören eine Infrarot-Fahrzeugbeleuchtung sowie mehrere Waffenstationen zur Ausstattung.
Markante äußere Merkmale sind ein offenes Fahrerhaus sowie Überrollkäfige für das Fahrerhaus und die Ladefläche.
Je nach Mission und Ausstattung können zwischen drei und fünf Soldaten sowie bis zu 6,5 Tonnen Zuladung transportiert werden.
Aber auch der bereits erwähnte VLRA eignet sich für die Mutterrolle.
Sind Geschwindkeit und Wendigkeit gefragt, bieten sich Fast Attack Vehicle (FAV) an. Hier drei Seals in einem Scorpion-FAV, der in Kalifornien von Chenowth Racing hergestellt wird.
Er wiegt 980 kg und hat eine maximale Zuladung von 680 kg. Angetrieben wird das FAV von einem 200 PS starken VW-Motor, der für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h gut ist und die Fuhre in weniger als vier Sekunden auf 50 km/h beschleunigt.
Die wendigen Buggys spielten bei der Rückeroberung Kuwaits im zweiten Golfkrieg ihre Stärken in Städten aus. Sie werden bevorzugt von den Seals eingesetzt.
Hier versteckt sich ein Chenowth Racing FAV und demonstriert die Tarn-Stärke eines solchen kleinen Fahrzeugs.
Ebenfalls klein, aber nicht so schnell: ein All Terrain Vehicle (ATV). Machen wir es nicht so kompliziert und nennen es Quad. Hier beim Verladen in einen Chinook-Helikopter.
Die Bundeswehr nutzt Quads namens Kodiak von Yamaha.
Niederländische Spezialeinheiten sind im Suzuki-King-Quad-750 unterwegs.
Und die Amis gehen mit dem Polaris-RZR-SW auf die Piste.
Zivile Fahrzeuge dienen der Tarnung bei verdeckten Operationen. Oft trügt der Schein: Was aussieht wie ein Serienmodell, ist meist leicht gepanzert und mit Notlaufreifen ausgestattet. Der
Toyota Hilux und ...
... der neue
VW Amarok Military gehören zu dieser Gattung.
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