Opel, Kia, Hyundai oder Ford? Alles falsch. Hier hält der Roewe 550 seine moderne Nase in die Kamera. Sieht schick aus und ist einer der chinesischen Stars auf der Auto Shanghai 2009. Nicht ...
... ohne Grund. Denn was Roewe auf die Räder stellt, kann sich sehen lassen. In Sachen Design und Technik. Der Grund ist einfach: Die Chinesen nutzen europäisches Entwicklungs-Know-How und alte Rover-Technik. Letztere wurde nämlich 2006 von Konzermutter SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation) aus der MG-Rover-Konkursmasse gekauft.
Von den fehlenden Namensrechten ließ sich SAIC nicht lange aufhalten. Der neue Markenname Roewe klingt so ähnlich und heißt übersetzt in etwa "königliche Kraft". Würdevoll eingerichtet ist der Roewe 550 allemal.
Zwei Vierzylinder-Benziner, im Herzen noch echte Engländer, reichen ihre Leistung ab Werk ans Fünfgang-Getriebe weiter. Das Topmodell Roewe 550 1,8lT kostet rund 21.000 Euro und bietet zudem eine Fünfgang-Automatik.
Mäusekino: Der digitale Tacho ist schön bunt und kommt bei technikverliebten Chinesen super an. Als Europäer muss man sich an die Flimmerkiste aber erst mal gewöhnen.
Der teuerste 550-Ableger wird per Schlüsseldruck gestartet. Die einfacheren Modelle kommen allerdings mit klassischem Zündschlüssel.
Das verspielte Logo auf dem Lenkrad ist zwar historisch völlig wertlos, erinnert aber an die große Geschichte, die die Rover-Technik hat.
British-chinesisches Puzzle: Ingenieure in England zeichnen für Technik und Abstimmung des Roewe 550 verantwortlich. Die Produktion übernehmen einheimische Kräfte in China. Noch. Denn bei SAIC kann man es sich durchaus vorstellen, Teile der Produktion wieder zurück nach England zu bringen.
Harte Nuss. Ein Crashtest-Debakel wie Brilliance muss Roewe nicht fürchten. Im Gegenteil. TRW Automotive hat die Sicherheits-Entwicklung des Roewe 550 übernommen. Mit Erfolg. Beim chinesischen NCAP-Crashtest holte der mit sechs Airbags ausgestattete 550er fünf Sterne. Damit ...
... sollte auch in Europa ein solides Testergebnis möglich sein. Das Basis-Modell ist allerdings nur mit zwei Airbags ausgestattet.
Was fehlt zum Glück und zum Start in England und Europa? Ein bisschen Geld, viel Mut und natürlich ein Diesel. Der ist aber laut SAIC bereits in der Entwicklung. Der Zweiliter-Selbstzünder soll noch 2009 auf den Markt kommen.
Eine Nummer kleiner soll 2010 der Roewe N1 den chinesischen Kompaktmarkt erobern. Nicht ganz so futuristisch gestaltet und eingerichtet wie ...
... die Studie auf der Auto Shanghai 2009 – aber moderner und eingenständiger als alles, was die chinesische Konkurrenz in diesem Segment zu bieten hat.
Noch glänzt der N1 mit 3D-Display, Internet-Verbindung und einem Open-Source-Navigationssystem. Zieht man den Elektronik-Schnickschnack ab, bleibt eine kompakte Stufenhecklimousine, die wie der größere Roewe 550 die verkürzte Plattform der Rover 75 nutzt.
Thema Rover 75: Hier isser. Oder besser das, was die Chinesen aus ihm gemacht haben. Roewe 750 heißt die stattliche Limousine, die auf der Langversion des Rover 75 basiert und auf den originalen Fertigungsanlagen gebaut wird.
SAIC wirbt zwar damit, dass beim 75-Neustart 85 Prozent der Bauteile verändert wurden – seine britische Vergangenheit ist dem Roewe 750 aber dennoch anzusehen. Der schwarze Riesen-Kühler ist übrigens dem 184 PS starken V6-Topmodell (Roewe 750E) vorbehalten.
Die Vierzylinder-Modelle tragen den klassischen Chrom-Kühler, der Rover-Fans bekannt vorkommen dürfte.
Knapp 20.000 Euro kostet der Einstieg in die Roewe-Oberklasse. Fürs Topmodell werden rund 32.000 Euro fällig.
Auch dem Roewe 750 fehlt für einen Neustart in Europa noch ein passender Diesel. Die Technik sollte, dank permanenter Weiterentwicklung, den europäischen Ansprüchen größtenteils genügen.
Gebaut wird der Roewe 750 in einem Werk, das 2006 komplett von England nach China transferiert wurde.
Noch so ein kleiner Mittelklasse-Chinese, und noch eine alte englische Traditionsmarke, die in China zu neuem Glanz kommt: MG. Der sportliche Rover-Ableger zeigt auf der Auto Shanghai 2009 den MG6 – den dynamischen Fließheck-Zwilling des Roewe N1.
Auch MG gehört inzwischen zur Shanghai Automotive Industry Corporation und nutzt die von Roewe adaptierte Rover-Technik.
2010 soll der MG6 die MG-Modellpalette in China ergänzen, die wie zu seligen MG-Rover-Zeiten aus aufgebrezelten Rover-Modellen besteht.
Da wäre zum Beispiel der MG7, der in der Vor-China-Ära bei uns als MG ZT verkauft wurde. Aktuell ist neben dem klassischen MG7 auch eine Langversion im Handel, die von einem 2,5-Liter-V6 angeschoben wird.
Die Kurzversion wird von einem 149 PS starken Vierzylinder-Turbo befeuert, der mit etwas weniger PS auch im Roewe 750 Dienst schiebt.
Und noch ein alter Bekannter: MG3 SW heißt der kleine Pseudo-Allradler, den einige Fans bei uns vielleicht noch als Rover 25 Streetwise kennen. Viel Plastik und ein ...
... höhergelegtes Fahrwerk simulieren Offroad-Qualitäten.
Den kennen wir auch: Der MG TF wird auch in China verkauft – und noch immer in England montiert. Die Teile dafür kommen aus China.
Ein bisschen in Erinnerungen schwelgen? Kein Problem. Hier ist er, der klassische Rover 75. Kein schlechtes Auto – mit einer variablen Plattform. Roewe baut darauf aufbauend nicht nur den 750, sondern auch den 550 und in Zukunft den N1.
Die Einrichtung des Rover 75: viel Holz, viel Leder und Elektronik aus dem BMW-Baukasten.
Dampf-Maschine: Zu seinen besten Zeiten bollerte sogar ein Mustang-V8 unter der Haube des Rover 75 – der derart aufgeputscht als heckgetriebener MG ZT 260 verkauft wurde.
Der Rover 25 ist auch in China von der Bildfläche verschunden. Den kompakten Rover gibt es dort nur noch als MG3 SW mit Offroad-Schminke.
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