Vier Länder, vier Militärfahrzeuge, ein Name: Wolf. Was haben die Rudeltiere gemeinsam? Was unterscheidet sie? Wir verraten es Ihnen!
Deutsche Mischwälder, Gebirge, Kasernen und Autobahnen sind sein Revier. Der auf der
Mercedes G-Klasse basierende Wolf leistet seit über 20 Jahren seinen Dienst in der Bundeswehr.
Alle Modelle verfügen über einen während der Fahrt zuschaltbaren Allradantrieb, der in Straßen- und Geländeübersetzung unterteilt ist. Hinzu kommt eine Differentialsperre für die Vorder- und Hinterachse.
Sehen ohne gesehen zu werden: Neben der normalen Beleuchtung gibt es einen Tarnlichtkreis. Außerdem verfügt der Wolf, anders als die zivile G-Klasse, über Gewehrhalterungen zwischen Fahrer- und Beifahrersitz, Kartenleselampe sowie Spatenhalterung.
Der in Zeiten des Kalten Krieges aufgewachsene Wolf war nie für die Wüste konzipiert. Ebenso wenig war er gegen Gefahren in Afghanistan gerüstet. Als Schutz vor Handfeuerwaffen und Sprengsätzen bekam der Wolf deshalb ein dichteres Fell, eine Panzerung. Allerdings war die ...
... Sonderschutzausstattung (kurz SSA), so die militärische Bezeichnung, nur eine Zwischenlösung. Im Jahr 2010 mutierte der Wolf SSA zum ...
... Enok, ein anderer Name für den Maderhund. So geht Evolution bei der Bundeswehr. Der Enok ist gegenüber dem Wolf SSA mit einer Ganzstahl-Fahrgastzelle ausgestattet und bietet Schutz gegen Hartkernmunition. Zudem wurde das Fahrwerk höher gelegt und die Federwege verlängert, um Druckwellen besser aufzunehmen.
Die Panzerung verfügt über einen ballistischen Rundumschutz gegen panzerbrechende Sturmgewehrmunition und einen Minenschutz gegen Panzerabwehrminen mit einer Sprengkraft von sechs Kilogramm.
Eine andere Wolf-Evolutionsstufe ist der Serval (Wildkatze). Der 4x4 Serval ist ein leichtes, luftverlastbares Mehrzweckfahrzeug, das auch als Wolf AGF (Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug) oder LIV (Light Infantry Vehicle) bezeichnet wird und ...
... ursprünglich für das Kommando Spezialkräfte (KSK) der deutschen Bundeswehr entwickelt wurde. Der Serval basiert auf dem Fahrgestell des Mercedes Wolf 270 CDI G.
Ausgestattet ist das 4,90 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,90 Meter hohe Fahrzeug mit einer Waffenstation für das Maschinengewehr. Zusätzlich können MGs mit kleinerem Kaliber an Front- und Hecklafette des Fahrzeugs befestigt werden.
Zur Sonderausstattung gehören Nebelwerfer, Räder, die im Notfall auch auf den Felgen fahren können, sowie eine Frontseilwinde.
Der in England beheimatete Wolf stammt vom zivilen
Land Rover Defender ab. Mit seinen 1,6 Tonnen wiegt der Landi in der Kurzversion eine Tonne weniger als der deutsche Wolf, unterscheidet sich aber kaum bei der Größe.
Das Cockpit ist ähnlich spartanisch eingerichtet wie beim
Mercedes. Wichtiger als Komfort ist der Platz für die Soldaten samt Ausrüstung.
So bietet auch der Landi-Wolf jede Menge Halterungen für Waffen. Der Zähne zeigende Wolf wird auch als ...
... WMIK (Weapons Mount Installation Kit) bezeichnet.
Im Gegensatz zu den beiden alten europäischen Wölfen ist der russische Wolf (russisch: Volk) ein Jungtier, das erst noch zu jagen lernt. Seit 2010 ist der Volk in der Erprobung.
Anders als
Land Rover und Mercedes hat der Russe keine direkten zivilen Vorbilder. Hersteller
VPK hat allerdings als militärische Sparte der
GAZ-Gruppe Erfahrungen mit Trucks und Bussen.
Kaum verwunderlich, dass er standardmäßig 2,50 Meter länger ist als die kurzen Versionen von Defender und G-Klasse. Seine 7,5 Tonnen beinhalten allerdings eine Panzerung, die in der Basisversionen der anderen beiden fehlt.
Der Volk ist zusätzlich als 6x6-Transporter verfügbar, eine Gemeinsamkeit mit ...
... dem 183 PS starken Mercedes Wolf 6x6. Dieser soll selbst mit einer Zuladung von drei Tonnen die Fahreigenschaften eines Wolf behalten.
Zuletzt haben wir es mit einem sehr scheuen Exemplar zu tun: dem chinesischen Wolf. Abgesehen von einem leicht verwackelten
Video-Clip gibt es recht wenig vom Jüngsten im Wolfsrudel.
Das Militärfahrzeug wurde im Sommer 2012 vorgestellt. Mit seiner Größe und dem Gewicht (5,8 Tonnen) ordnet sich der Chinese hinter dem Volk und vor den Basisversionen der beiden Europäer ein.
Neben Fahrer und Beifahrer sollen im hinteren Teil des chinesischen Wolf fünf weitere Soldaten Platz haben. Wie bei den neusten Versionen der anderen Wölfe, verfügt auch der Reis-Wolf über eine MG-Halterung. Auch sein Commins-Diesel hat mit 150 PS eine gängige Stärke im internationalen Wolfsrudel.
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