Den Dauertest über 100.000 km legte der Mazda5 ohne Pannen und unplanmäßige Werkstattaufenthalte zurück. Wenn sechs Personen in dem Kompakt-Van mitfahren sollen, dann wird es im Kofferraum jedoch eng für Kindertrage und -wagen.
Einzigartig unter den Kompakt-Vans sind die seitlichen Schiebetüren, die sich im täglichen Umgang als sehr praktisch erweisen. Die Schiebetüren funktionierten über die zwei Testjahre problemlos, allerdings ist der Spalt zwischen Tür und Sitz recht groß, Passagiere vermissen eine Armlehne.
Schlichte Erscheinung: Die Dachreling gibt es ab der Ausstattungsvariante "Exclusive", mit der 69 Prozent aller Mazda5 in Deutschland ausgeliefert werden. 30 Prozent der Kunden entscheiden sich für die Ausstattung "Top", nur ein Prozent wählen das Basismodell "Comfort".
Als Langstreckenfahrzeug mit sieben Sitzen erfreute sich der Mazda5 in der Redaktion großer Beliebtheit. Hier steht der Mazda in der berühmten tschechischen Bierstadt Budweis.
Fahrspaß auch in den Bergen dank hohem Drehmoment von 360 Nm: der Mazda5 auf Rundreise in Tirol. Trotz oftmals hoher Geschwindigkeiten blieb der Verbrauch im Testmittel bei rund acht Litern Diesel je 100 Kilometern.
Lech am Arlberg: Im Winter verdrecken Autos schnell. Der Mazda5 hat zum Glück eine waschanlagenfreundliche Form und lässt sich gut reinigen.
Bei schlechten Wegen und tiefen Längsrillen auf der Fahrbahn ist Vorsicht geboten, denn die Bodenfreiheit des Mazda5 ist äußerst knapp geraten. Bei welligen Nebenstraßen oder Feldwegen setzt der Mazda schnell auf.
Die Sitze vorn sind angenehm und langstreckentauglich, leider ist der Beifahrersitz nicht höhenverstellbar.
Die Steuerung des Navigationssystems ist neben dem Schalthebel gut platziert – zumindest für den Fahrer. Aber das Material ist dem Dauerbetrieb nicht gewachsen, die ganze Einheit wackelt bei Testende in der Halterung. Und: Der empfindliche Joystick flutscht bei der Zieleingabe oft in die falsche Ebene.
Der Zwei-Liter-Diesel mit 143 PS ist die meistverkaufte Mazda5-Version in Deutschland, knapp gefolgt vom Zwei-Liter-Benziner mit 145 PS. 360 Nm ermöglichen beim Diesel schaltfaules Fahren, was sehr geschätzt wurde, denn die Kupplung packt heftig zu und die Schaltung arbeitet ungenau.
Bei der Abschlussuntersuchung nach 101.036 Kilometern stellte AUTO BILD einige Qualitätsmängel fest. Die Hitzeschutzbleche der Abgasanlage waren an mehreren Befestigungspunkten eingerissen. Nur eine Frage der Zeit, bis die Bleche abfallen.
Die Kontaktflächen der Längsträger mit der Frontschürzenhalterung sind von kräftigem Oberflächenrost befallen. Eindeutig eine Folge falscher Sparsamkeit bei der Herstellung des Mazda5.
Am Antrieb des Zahnriemens findet sich ein leichter Belag von in Schmutz gebundenem Öl. Ursache ist ein undichter Kurbelwellen-Dichtring. Laut Mazda ein unbekanntes Phänomen.
So angegriffen wie diese Kühlmittel-Leitungen sehen diverse Aggregate und Halter im Motorraum aus. Offensichtlich haben die Japaner hier gespart. Eine Wäsche und eine nachträgliche Konservierung sind dringend nötig.
So sollte eine Fahrzeugbatterie und ihr Umfeld bei einem knapp zwei Jahre alten und nach Herstellervorgabe gewartetem Auto keinesfalls aussehen. Hier muss sich der Mazda-Service noch deutlich steigern.
Da hat der Mechaniker am Mazda-Band wohl mal kurz nicht aufgepasst: In der rechten Schiebetür fahndet AUTO BILD bei der Demontage nach einem Poltergeist und findet eine Mutter, die in den letzten Jahren nie ihren Aufgaben nachgekommen ist. Auf die Funktion der Tür hatte das keinen Einfluss.
Das schmale Notrad musste einmal auf einer Rückfahrt vom Gardasee helfen.
Der Diesel-Partikelfilter machte im Testbetrieb keine Schwierigkeiten. Bedingt durch den überwiegenden Langstreckeneinsatz funktionierte die automatische Regeneration. Bei häufigem Kurzstreckenbetrieb kann es zu einem ansteigenden Motorölpegel kommen, da unverbrannter Diesel das Öl verdünnt.
Die Lichtausbeute der Scheinwerfer ist gut, aber die Grundeinstellung ist zu niedrig ausgelegt. Im Rahmen der Wartung wurde bei 22.883 km die Einstellhöhe der Scheinwerfer geprüft.
Das Scheibenwischergestänge und der Wischermotor mussten ausgetauscht werden. Bei hohem Tempo gingen die Wischer nicht in Ruhestellung zurück. Bei Kundenreklamation wird kostenlos ein stärkerer Motor und ein überarbeitetes Wischergestänge eingebaut.
Trotz aller Mängel darf das Wesentliche nicht vergessen werden: Der Mazda5 hat die gesamte Testdistanz ohne nennenswerte Mängel hinter sich gebracht. Und zumindest an den unzugänglichen Bereichen der Karosserie ist die Rostvorsorge ausreichend. Der Antriebsstrang ist nach 100.000 km in einem guten Zustand.
Im Mai 2008 hat Mazda seinen Kompakt-Van dezent überarbeitet. Der Kühlergrill vorn und die Scheinwerfer wurden geändert, ebenso die Stoßfänger. Für die Schiebetüren ist auf Wunsch ein elektrischer Antrieb zu haben.
Auch am Heck änderte Mazda die Stoßfänger und die Grafik der Heckleuchten. Der Benziner ist mit einer Fünfgang-Automatik lieferbar, der 143-PS-Diesel und der 145-PS-Benziner wurden im Verbrauch optimiert.
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