Teil 2 des großen AUTO BILD-Handlingtests beginnt mit den Boliden: Porsche Cayenne, Audi RS4 Cabrio, Mercedes SL 65 AMG BMW M3 und Audi R8 reihen sich einen Flügelschlag hinter dem Porsche GT3 RS ein, der ...
... die Fahrspaß-Wertung seiner Testgruppe souverän gewinnt. Der GT3 RS bietet alles, was einen Elfer ausmacht, aber in konzentrierter Form. Porschiger geht's nicht. Und sportlicher auch nicht. Soooo schön. Da bleibt kein Auge trocken.
Explosives Aggregat: Die 415 PS und 405 Nm Drehmoment, die der 3,6 Liter große Sechszylinder-Boxer willig an die Hinterräder abgibt, ...
... schieben den GT3 RS in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Spitze: 310 km/h.
Unglaubliche Anker: Die Keramikbremsen stauchen den Porsche selbst aus höchstem Tempo brutal zusammen.
Die Rennathmosphäre liefert der GT3 RS serienmäßig: Schon der aufwändige Überrollbügel macht klar, was einen erwartet. Spätestens wenn ...
... man in den kompromisslosen Schalensitzen am Arbeitsplatz sitzt, lechzt man nach Querbeschleunigung, will im Renngetriebe rühren und ...
... die Boxer-Bestie im Heck am liebsten in den roten Bereich des Drehzahlmessers treiben. Keine Frage, der GT3 RS ist Porsche in seiner reinsten Form. Er schafft die schnellste Runde im Contidrom in 1:31,20 Minuten.
Soll es lieber etwas verbindlicher sein als beim Porsche, spricht alles für den Audi R8. Er ist gut genug, um dem Zuffenhauser zumindest ein wenig die Hölle heiß zu machen, wie die Rundenzeit von 1:33,46 zeigt.
Der mittschiffs eingebaute Motor ist nicht nur ein Schmuckstück, er hat auch reichlich Dampf: Aus 4,2 Liter Hubraum holt der direkteinspritzende V8-Treibsatz 420 PS und 430 Nm Drehmoment, mit ...
... denen es sich trotz Allradantrieb recht gut driften lässt. Möglich macht das eine Kraftverteilung von 60:40 zugunsten der Hinterachse. Allerdings sollte man es ...
... mit dem Querfahren nicht übertreiben, denn sonst kreiselt auch der ansonsten mit dem Fahrverhalten eines Slotcars gesegnete Audi in die Wiese.
Dank seiner guten Traktion beschleunigt der R8 in 4,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Wer den Fuß konsequent auf dem Gas stehen lässt, ...
... erreicht maximal 301 km/h. Dabei tönt und stürmt der Sportler aus Ingolstadt, als gehöre er ins Starterfeld von Le Mans.
Als Fahrmaschine zählt der Audi zu den Besten. Der Pilot nimmt in halb liegender Position Platz.
Die offene Kulisse ist ein optischer Gag – nett, aber beim Schalten eher störend.
Auf dem dritten Platz bei den Boliden landet der bayerische Fahrspaß-Garant M3 Coupé. In der Neuauflage setzt BMW beim 3er-Topmodell ...
... erstmals auf einen Achtzylinder als Freudenspender. Aus den insgesamt vier Liter großen Brennräumen presst die Maschine 420 PS und 400 Nm Dremoment.
Typisch M3: Auch der Achtzylinder will mit seitlichen Kiemen belüftet werden.
Driften geht mit dem Hecktriebler immer und überall. Passionierte Querfahrer haben mit dem M3 ein leichtes Spiel.
Äußerst zügig: Ohne Traktionsverlust stürmt der potente Münchner in 4,9 Sekunden über die 100-km/h-Marke. Auf dem Contidrom schafft er eine Rundenzeit von 1:35,04 Minuten.
Fast schon zu sachlich: Dem BMW-Cockpit fehlt es an der besonderen sportlichen Note, wenn ...
... man mal vom Tachometer absieht, das bis 330 km/h reicht. Die Elektronik lässt serienmäßig aber maximal 250 Sachen zu.
Auf Platz vier liegt mit einer Rundenzeit von 1:40,63 der Audi RS4. Der Konkurrenz ist das Cabrio vor allem wegen seines hohen Gewichts unterlegen.
Der lustvoll drehende V8 des RS4 entspricht dem des R8. Heißt: 4,2 Liter Hubraum, 420 PS, 430 Nm Drehmoment. Allerdings klingt die Maschine nicht ganz so scharf wie die im Mittelmotor-Sportler.
Vorteil Allradantrieb: Der Audi verwandelt seine PS immer vollzählig in Vortrieb. In glatten fünf Sekunden erreicht der Wagen den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich.
Kapitulation vor der Elektronik: Bei 250 km/h ist beim RS4 Cabrio genau wie beim BMW M3 Schluss mit Vortrieb.
Hübsch: Der offene RS4 steht auf 19-Zöllern. Dahinter die Zange der mächtigen Bremsanlage, die auf Keramikscheiben setzt.
A4 im Renn-Trimm: Die Alupedalerie spart Gewicht, ...
... das abgeflachte Lenkrad verweist auf den Motorsport.
Kann ein Auto zu viel Kraft haben? Das gewaltige Drehmoment, das an der Hinterachse des fünftplatzierten Mercedes SL 65 AMG zerrt, macht dem Wagen jedenfalls ganz schön zu schaffen.
Dampfmaschine: Mit Unterstützung von zwei Turboladern entlässt der sechs Liter große V12 im Benz-Bug 612 PS und satte 1000 Nm Drehmoment. Nur wer die einigermaßen in den Griff bekommt, ...
... beschleunigt den Über-SL in 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal schafft der Stuttgarter 250 km/h, aber ...
... wie ein Blick aufs Tachometer verrät, wäre ohne elektronische Abregelung weitaus mehr drin.
Komplettpaket: Der Verwöhnzweisitzer aus dem Hause Mercedes ist so ziemlich das Gegenteil eines puristischen Roadsters.
Hier verrät sich das Aggregat: V12 Biturbo steht für die Kraft einer Lokomotive in einem Sportwagen. Leider kommt das Auto damit nicht wirklich in allen Lebenslagen klar. Rundenzeit im Contidrom: 1:37,06 Minuten.
Großes Konzert: Sonor grollend entweichen die Verbrennungsrückstände aus der vierflutigen Abgasanlage.
Im Kurvengeschlängel des Contidroms erinnert der Porsche Cayenne auf Platz fünf eher an einen Elefanten als an ein Wiesel. Den hohen Schwerpunkt und den massigen Körper kann fahrdynamisch auch der beste Ingenieur nicht wegzaubern.
Gut im Futter: 500 PS und 700 Nm Drehmoment aus einem 4,8 Liter großen Biturbo-V8 reichen absolut aus, um das ...
... Monster-SUV aus Zuffenhausen in Sachen Vortrieb in die erste Liga zu katapultieren. In 5,2 Sekunden geht es auf Tempo 100.
Extragroße Bremsanlage: Wer als Dickschiff schnell auf Touren ist, muss auch genauso wirkungsvoll Energie abbauen können.
Typisch: Die inneinander verschachtelte Uhrensammlung kennzeichnet die Cockpits aus dem Hause Porsche.
Wahnsinn: Die Tachoskala wirkt übertrieben, bei 275 km/h Höchstgeschwindigkeit ist sie es aber nicht wirklich.
Die Schaltarbeit im großen Porsche übernimmt eine Sechsgang-Automatik. Das Fahrwerk lässt sich in drei Stufen von zart bis hart abstimmen.
Wer sagt eigentlich, dass Spaß eine Frage des Geldes ist? Bei Daihatsu Copen, Mini Cooper S, Opel Corsa OPC, Toyota Yaris 1.8 TS und Smart fortwo Coupé geht es in der Kategorie der kleinen Flitzer schon richtig zur Sache – auch ohne hohen finanziellen Einsatz.
Bei den Kleinwagen ist der Cooper S das Maß der Dinge. Er transportiert Gokart-Fahrgefühl auf die Straße. Und sieht auch im Contidrom mit 1:43,02 Minuten nicht schlecht aus.
Der aufgeladene Benzindirekteinspritzer arbeitet souverän. Sein volles Drehmoment von 240 Nm stellt er bereits bei 1600 Touren zur Verfügung. 175 PS liegen bei 5000 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute an.
Spritzig: Nur 7,1 Sekunden braucht der Cooper S für den Prestigesprint, und erst bei 225 km/h muss er sich dem Fahrtwind beugen.
Maximaler Spaß auf nasser Bahn: Der Mini bleibt spurtreu.
Der Mini wechselt die Richtung wie ein freudig erregter Terrier. Dabei gehorcht er widerstandslos nicht nur der Lenkung, ...
... sondern auch dem Gaspedal – Gas wegnehmen, und er wedelt mit dem Heck, Gas geben, und der Kleine beruhigt sich.
Das volle Unterhaltungsprogramm: Der Cooper S überzeugt mit seiner direkten Lenkung und der knackigen Schaltung.
Geschmacksache: das Design der Bedienelemte auf der Mittelkonsole.
Der Opel Corsa OPC setzt wie der Mini auf Turbo-Kraft, muss sich aber dennoch geschlagen geben. Was fehlt, ist der Feinschliff.
192 PS und 230 Nm Drehmoment aus 1,6 Litern Hubraum: Viel Schmalz für wenig Auto, was sich natürlich in den ...
... Fahrleistungen niederschlägt. In 7,3 Sekunden beschleunigt die Rüsselsheimer Rakete auf 100 km/h und erreicht maximal 225 Sachen.
Nachteil Frontantrieb: Die vielen PS lösen sich schnell in nichts (mit ESP) oder in Qualm (ohne ESP) auf. Die Uhr bleibt bei der schnellsten Runde bei 1:44,44 Minuten stehen.
Unerfreulich: In Kurven reißt es heftig in der Lenkung.
Hakelig: Die sechs Gänge des manuellen Getriebes sind nicht sauber zu schalten. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Spaß macht der kleine Berserker Opel Corsa OPC schon.
Großer Aufwand, zu wenig Wirkung: Vom kleinen Yaris mit dem großen Motor hätte man mehr erwarten können. So bleibt der dritte Platz und eine Rundenzeit von 1:48,92 Minuten.
Aus 1,8 Litern Hubraum holt der Vierzylinder im Yaris-Bug 133 PS und 173 Nm Drehmoment. Das sollte eigentlich reichen, aber ...
... die Maschine quält sich lautstark ab, der Lenkung fehlt das Zackige, und statt ...
... agil um die Ecken zu wedeln, radiert der Yaris oft nur widerspenstig mit den Vorderrädern. Auf gerader Strecke lässt er sich ...
... immerhin in 9,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und schafft 194 km/h Spitze.
Der Yaris hat eigentlich vieles, was in Sachen Fahrspaß zählt. Er wiegt sogar weniger als der Mini. Schade, dass Toyota so wenig daraus macht.
Das Konzept der Daihatsu Copen verspricht mehr als es am Ende zu halten vermag. Platz vier bei den Kleinen in diesem Vergleich, aber als Mikro-Roadster hat der Japaner keine Gegner.
Alles eine Frage der Relation: Die 87 PS und 120 Nm des 1,3-Liter-Vierzylinders treffen ...
... auf nur 920 Kilogramm Fahrzeuggewicht. Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in 10,5 und 180 km/h Spitze gehen auch in Ordnung, doch ...
... irgendwie hatten sich die Tester den Wagen agiler vorgestellt. Der Copen neigt ...
... deutlich zum Untersteuern, ist trotz des fehlenden ESP in Kurven aber ausnehmend gutmütig. Die beste Runde auf dem Contidrom schaffte er in 1:51,91 Minuten.
Spaßbremse: Die Lenkung des Copen gibt sich gefühllos.
Ein paar Worte zum Frischluftvergnügen: erfrischend ja – für viele (normal gewachsene Europäer, die ihren Kopf höher tragen als Oberkante Frontscheibe) aber schnell mal zu erfrischend.
Auch ein Smart kann Spaß machen. Im dichten Verkehrsgewühl etwa oder beim Parken. Auf der Piste freilich ...
... bereitet er sportlichen Fahrernaturen eher Verdruss.
Ein Motörchen: Der Dreizylinder holt aus einem Liter Hubraum dank Turbo-Aufladung 84 PS und 120 Nm Drehmoment.
Die Beschleunigung erinnert an einen Treppenlift: In 11,4 Sekunden geht es im Smart auf Tempo 100, maximal sind 145 km/h drin. Die Rundenzeit von 1:58,73 Minuten ist aber auch ...
... der Tatsache geschuldet, dass der fortwo schnelle Kurven nicht wirklich mag. Da fährt er lieber geradeaus.
Eine schlechte Idee: Smart-Piloten sollten mit dem Stadtflitzer niemals auf eine Fahrdynamik-Teststrecke abbiegen. Es lohnt sich nicht.
Diese drei garantieren Fahrfreude mit kräftigen Benzinern: Bei den dynamischen Familienautos treten Ford Mondeo, Ford S-Max und die C-Klasse von Mercedes gegeneinander an.
Der Gewinner in dieser Kategorie ist der Ford Mondeo. Er überzeugt durch Agilität und feinen Sound.
Fünf Zylinder mit 2,5 Litern Hubraum, von einem Turbolader unter Druck gesetzt, sorgen mit 220 PS und 320 Nm im Mondeo für Vortrieb.
Trotz des Frontantriebs bringt der Mondeo seine Kraft tadellos auf die Straße. In 7,9 Sekunden geht es auf der Parkpostion auf Landtstraßentempo und bis auf maximal 245 km/h. Die Rundenzeit im Contidrom: 1:46,70 Minuten.
Das sieht vornehm aus: Das Cockpit des neuen Mondeo folgt einer konservativen Designlinie, die den üppigen Einsatz ...
... von Holz-Zierrat auf der Mittelkonsole durchaus zulässt. Aber keine Bange: Es gibt auch andere Dekors im Mondeo-Programm.
Kaum noch wegzudenken heutzutage: Lenkrad mit Multifunktionstasten. Beim Ford sind sie elegant eingebettet und ausgezeichnet zu bedienen.
Platz zwei geht an die C-Klasse. Der C 200 K wirkt zwar etwas behäbiger als der Mondeo, aber ...
... der Motor dreht munterer hoch. Das zwangsbeatmete 1,8-Liter-Aggregat schickt 184 PS und 250 Nm Drehmoment an die Hinterräder.
Bei der Sprintwertung reicht es in diesem Testtrio nur zum letzten Platz: 8,6 Sekunden braucht die C-Klasse, um ihre Passagiere auf Tempo 100 zu beschleunigen. Spitze: 235 km/h.
Der Mercedes fühlt sich leichtfüßig an, bleibt spielerisch beherrschbar und erfreut durch seine schnell ansprechende Lenkung. Auf seiner schnellsten Runde blieb die Uhr bei 1:47,22 Minuten stehen.
Nüchtern: Im Innenraum fehlt es dem eher sachlichen C 200 K an Sportsgeist, auch ...
... wenn die Instrumente einen kleinen Glanzpunkt setzen.
Eine gute Wahl für sportliche Papis ist der Ford S-Max. Hier reicht es zwar nur zum dritten Platz, aber der Van überzeugt mit dem gleichen Motor wie ...
... der Mondeo. Beim S-Max fühlen sich die 220 PS und 320 Nm Drehmoment des Fünfzylinders wegen der kürzeren Getriebe-Übersetzung noch bissiger an.
Dynamisch: Wohl kein anderer Van flitzt so agil ums Eck, außerdem hilft er in Kurven mit einer freundlichen Eindrehtendenz. Seine beste Rundenzeit: 1:48,12 Minuten.
Wie hätten Sie's denn gern? Der S-Max lässt sich auf Knopfdruck abstimmen – komfortabel, normal oder sportlich.
Man hätte es sich ja eigentlich denken können: Der absolute Fahrspaß-König heißt Porsche GT3 RS. Dahinter die Gruppensieger Mini Cooper S, Porsche Cayman S, VW Golf GTI, Ford Mondeo und Mazda MX-5.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.