Zählen Sie nach: 2921 PS, 52 Zylinder – der zweite Teil des großen AUTO BILD-Handlingvergleichs garantiert Gänsehaut.
Gastauftritt: Bei den Supersportlern und Exoten durfte auch ein Motorrad mitmischen – natürlich fuhr die BMW HP2 Megamoto außer Konkurrenz. Was das Zweirad kann, erfahren Sie am Ende der Bildergalerie.
"Wir zeigen BMW mal, was eine Harke ist." So ähnlich muss es geklungen haben, als die Lexus-Mutterfirma Toyota bechlossen hat, dem M3 einen IS-F entgegenzustellen. Darum haben die Japaner ...
... ihrer Power-Limousine auch gleich einen Liter Hubraum und drei Prestige-PS mehr unter die Haube gepflanzt. Der Fünfliter-V8 schickt 423 und 505 Nm in den Antriebsstrang. Mit diesem Power-Paket ...
... kommt der IS-F dem M3 bedrohlich nahe. Kann ihn aber nicht überholen und landet am Ende auf Platz sieben. Da helfen auch konkurrenzfähige 4,8 Sekunden beim Sprint auf Tempo 100 nichts.
Erkennungsmerkmal: Übereinander gruppierte Endrohre machen den IS zum IS-F.
Dem Lexus fehlt der unbedingte Wille zur Sportlichkeit. Das fängt mit der komplizierten Bedienung von ESP und Traktionskontrolle an, geht über die recht gefühllose Lenkung und ...
... endet beim relativ langen Bremsweg. Die Stopper hinter den 19-Zöllern bringen den Wagen nach exakt 36 Metern (warm/36,6 m kalt) aus Tempo 100 zum Stehen.
Auch die Wandlerautomatik reißt keinen Sportfan vom Hocker. Selbst im Manual-Modus, der Schaltvorgänge über Wippen am Lenkrad erlaubt, wirkt sie zu träge.
Diese Eigenarten entkoppeln den Fahrer zu sehr vom Geschehen auf der Straße. Von einem Sportwagen will man aber das Gegenteil. Ansonsten nähert sich das Fahrgefühl durchaus dem des M3 an.
Kraftüberfluss an der Antriebsachse ist auch für den Lexus ein Problem. Eine kontrollierte Fahrweise will sich so nicht einstellen. Immer wieder wischt der IS-F auf der Hinterhand weg.
Wer das mag, lernt den Japaner schätzen und driftet spielerisch über die Piste. Das ist aber erstens nicht schnell und macht zweitens den Reifenhändler reich.
Hinter dem Schlitz im Kotflügel spielt die Musik: Ab 4000 Umdrehungen zündet der V8 eine zweite Stufe und klingt nach Rennwagen – herrlich.
Die Zeiten, in denen japanische Autos grundsätzlich Schnäppchen waren, ist lange vorbei: Für den Lexus IS-F werden mindestens 69.600 Euro fällig.
Sapßfaktor: Nicht schlecht für den Anfang, liebe Lexus-Leute. Aber für die Rennstrecke ist der IS-F nicht ideal. Als schnelle Luxus-Limousine dafür nahezu perfekt. Note 2-.
Platz sechs für den BMW M3: Zwischen schillernden Typen wie Audi R8 und Lotus Elise hat es die rasende Familienkutsche allerdings schwer.
Leistungsdaten: Vier Liter Hubraum, 420 PS, 400 Nm Drehmoment. Der extrem drehwillige V8 drückt den M3 brachial nach vorn. Das ist gut, ...
... solange es geradeaus geht. Den Prestigesprint erledigt der Bayer in 4,8 Sekunden, aber sobald es nach links oder rechts geht, wirkt das Fahrwerk überfordert.
In engen Kurven bekommt der Hecktriebler seine Kraft kaum auf den Boden. Besonders eklatant ist der Traktionsverlust auf rutschiger Piste. Grund sind die kaum profilierten Michelin-Pilot- Sport-Cup-Reifen.
So wird der M3 Vorletzter im Nasshandling. Langsamer ist nur der 322 PS schwächere Smart aus Teil eins des Vergleichs.
Auch im Trockenen kann der BMW nicht voll überzeugen. Dort ist er zwar sauschnell, doch im Grenzbereich sind ständige Lenkkorrekturen nötig. Das trübt die Freude, denn der M3 ist auf kurvigen Strecken übermotorisiert.
Der Name verpflichtet zu Höchstleistungen. Als Viertürer ist der M3 1950 Euro billiger als das Coupé, bietet aber einen Sitzplatz mehr – für mindestens 65.200 Euro.
Spaßfaktor: Der M3 hat einen genialen Sportmotor. Seine Kraft bringt er aber nicht optimal auf die Straße. In Kurven wird der BMW zu unruhig und anstrengend. Note 2-.
Tja, Lotus, die schöne Zeit ist vorbei. Seit der KTM das alte Colin-Chapman-Credo von möglichst wenig Gewicht neu interpretiert, ist das Alleinstellungsmerkmal der Elise futsch. Es reicht nur zu Platz fünf, aber ...
... im engen Kurvengeschlängel gehört der Wagen nach wie vor zu den größten Spaßvögeln. Wie eine mit Überspannung betriebene Nähmaschine ...
... dreht der Kompressor-Motor von Toyota hoch. Er sitzt direkt im Rücken des Fahrers und macht viel Spektakel. Seine 220 PS und 212 Nm Drehmoment reichen aus, um ...
... den Wagen in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen.
Wie die ganz Großen: Auf dem Rennkurs ist der Lotus fast so schnell wie Porsche 911 und Audi R8.
Mischbereifung: Vorne steht der gelbe Engländer auf 16-Zöllern, hinten haben die Räder 17-Zoll-Format.
Zügig unterwegs: Gutmütiges Eigenlenkverhalten und enorme Wendigkeit bescheren der Elise immer noch einen Platz an der Pisten-Sonne.
Das muss einem der Fahrspaß schon wert sein: Mit mindestens 49.950 Euro lässt sich Lotus die Elise SC bezahlen.
Spaßfaktor: Ein lustiges Auto, das nach wie vor stärkerer Konkurrenz durch leichtes Handling auf der Nase tanzt. Hoffentlich wird der Lotus noch lange gebaut. Note 2.
Der KTM X-Bow verpasst den Sprung aufs Siegerpodest nur ganz knapp. Das puristische Roadster-Spielzeug für echte Männer landet auf dem viertem Platz.
Es fällt schwer, den KTM X-Bow (sprich Crossbow) in die Kategorie Auto einzusortieren. Gut so, der KTM ist eine erfrischende Neuerscheinung und erweitert das Koordinatensystem der Sportwagen in eine andere Sphäre.
Kraftpaket aus dem Audi-Regal: Der zwei Liter große Turbo-Vierzylinder versorgt den X-Bow mit 240 PS und 310 Nm Drehmoment.
Schon in der ersten Kurve gehen die Mundwinkel weit, weit nach oben. Man sieht, wie die Räder einlenken. Man spürt, wie der KTM sich gierig durch jede Biegung saugt.
Zweckmäßige Ausstattung: Kohlefaser-Monocoque, ein Lenkrad mit bunten Knöpfen, das Formel-1-mäßig abgenommen werden kann und ...
... horizontal liegende Rennfederbeine, die im Blickfeld hin und her zucken. Das macht mächtig an.
Dieses Auto macht glücklich – nicht nur mit seinen 4,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Auf dem Trocken-Handlingkurs zaubert es locker die zweitschnellste Zeit aus dem strammen Fahrwerk.
Doch Vorsicht! Der X-Bow ist ein heimlicher Verführer und viel schneller, als er sich anfühlt.
Auf der Bremse enthüllt er schonungslos, dass ESP und ABS unsere fahrerischen Urinstinkte haben verkümmern lassen. Denn beides hat der KTM nicht.
Zu früh auf dem Gas? Dreher! Zu spät auf der Bremse? Dann rauscht er mit rauchenden Vorderrädern stur geradeaus. Und 54.562 Euro sind in den Sand gesetzt.
Spaßfaktor: Bravo, KTM! Der X-Bow bietet eine neue Fahrspaß-Dimension. Eine, die sich aus viel Leistung und wenig Gewicht zu ungefiltertem Vortrieb vereint. Note 2+.
Zugegeben, den Mercedes haben wir zunächst mit spitzen Fingern angefasst. Was soll das dicke Luxus-Cabrio schon auf einer Rennpiste ausrichten? Umso erstaunter waren wir, ...
... als der SL 63 AMG eine beeindruckende Vorstellung auf den Asphalt brennt. Schon nach wenigen Runden weicht die Skepsis der Anerkennung. Am Ende landet der Benz sogar auf dem dritten Platz.
Der riesige Saug-V8 macht aus dem Mercedes ein deutsches Musclecar, einen Muskelprotz. Satte 525 PS und 630 Nm holt die Maschine aus 6,2 Litern Hubraum und nicht ...
... aus 6,3 Litern, wie es die Typenbezeichnung vermeintlich verspricht.
Beim Beschleunigen in 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 liegt der SL auf 911- und R8-Niveau und donnert dabei bedrohlich wie ein aufziehendes Gewitter – dieser Bass lässt keinen kalt.
Selbst bei völlig ausgeschalteten Fahrhilfen bleibt der SL gutmütig. Sein hohes Gewicht von zwei Tonnen macht sich nur selten störend bemerkbar.
Schnell gefahrene Links-Rechts-Kombinationen bringen den Mercedes dann aber doch in leichte Verlegenheit. Da drängt das Heck mit Macht nach außen.
Für ein möglichst sportives Gefühl hat AMG dem SL allerlei Knöpfchen eingebaut. So bietet ein Drehschalter neben dem Manualmodus gleich zwei Automatik-Sportprogramme fürs Siebenstufen-Automatikgetriebe, ...
... das selbstverständlich über Wippen hinterm Lenkrad verfügt. Die neue Aktivlenkung ist ein Gewinn, obwohl sie im Grenzbereich noch mehr Rückmeldung bieten sollte.
Kostbare Fahrmaschine: Wer mit dem SL 63 AMG unterwegs sein will, muss mindestens 145.240 Euro an Mercedes-Benz überweisen – eine ganz schöne Stange Geld.
Spaßfaktor: Der SL 63 AMG ist eine positive Überraschung. Nie zuvor war er so agil und sportlich. Er stellt sogar den noch viel teureren SL 65 AMG in den Schatten. Note 2+.
Vergiss 911, M3 und SL – rein optisch ist der Audi R8 der Sieger. Keiner ist auffälliger, rassiger, konsequenter. Stilistisch hat der Mittelmotorbolide ...
... die Design-Hoheit über die anderen deutschen Sportler. Doch das allein reicht nicht. Zumindest nicht für den Sprung nach ganz oben aufs Siegertreppchen. Platz zwei in diesem erlauchten Testfeld ist aber auch ein Wort.
Auf der Piste liefert sich der Audi ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem Porsche 911 (Handlingvergleich, Teil 1). Der R8 ist 35 PS stärker, aber auch fast 100 Kilogramm schwerer als der Elfer – er trägt allerlei Wohlstandsspeck mit sich herum.
Ein bisschen Luxus ist okay, schließlich soll der R8 nicht nur auf Wettbewerbspisten, sondern auch im täglichen Stadtverkehr sowie auf Reisen überzeugen.
Drehschalter und Druckknöpfe haben die perfekte Audi-Haptik, aber der Schaltknauf könnte schneller durch die Kulisse wandern.
Vor allem bei Nässe kann dem R8 keiner folgen: Bestzeit! Traktion und Spurhaltung sind dank des Allradantriebs nah am Optimum. Dazu kommt der ...
... metallisch klingende 420-PS-Motor, der mit herrlichem V8-Hämmern bis über 8000 Touren jubelt.
Der Kompromiss zwischen Renn- und Reisewagen ist gelungen. Erfreulich ist vor allem seine gute Beherrschbarkeit im Grenzbereich. Selbst bei deaktiviertem ESP überfordert der R8 den Fahrer nicht.
Erst bei deutlich zu hohem Kurveneingangstempo droht ein Lastwechsel, der das Heck auskeilen lässt. Diese Art von Übersteuern ist gut kalkulierbar und mit etwas Übung auch kontrolliert für schnelle Runden nutzbar.
Genau diese Berechenbarkeit ist es, was Könner an einem Sportwagen begeistert. Kein Wunder, dass der Audi mit tollen Zeiten beeindruckt.
Guter Sportler, hoher Preis: Für den R8 4.2 FSI quattro verlangt Audi mindestens 106.400 Euro.
Spaßfaktor: Er ist schön. Er ist schnell. Er ist ein Spaßmacher erster Güte. Deshalb steht der R8 zu Recht neben dem 911 an der Spitze der deutschen Sportwagenwelt. Note 1-.
Verdienter erster Platz: Der Lamborghini Gallardo LP 560-4 macht alles richtig – keiner ist schneller, keiner macht mehr Spaß.
Schon beim Anlassen brüllt der Lambo heißblütig auf und stellt alle anderen in den Schatten: Hier sind 560 PS aus zehn Zylindern am Werk.
Understatement ist auch optisch nicht unbedingt die Sache des Gallardo: Die böse blitzenden Augen sorgen für ordentlich Überholprestige.
Sicherer Halt: Hinter den 19-Zöllern sorgt die Bremsanlage dafür, dass der Lambo aus Tempo 100 nach 33,1 Metern (warm/34,1 m kalt) steht.
Da kann keiner mithalten. In 3,6 Sekunden pfeilt er auf 100 km/h. Auf der Piste fährt er in einer eigenen Liga.
Eine Rekordzeit zu erzielen, ist leichter als gedacht. Darum ist der Mittelmotorrenner nicht nur für geübte Sportfahrer ein faszinierendes Auto, ...
... sondern sogar Laien werden schnell ganz schnell. Das macht der Allradantrieb. Am Limit ist die Bestie erfreulich zahm. Ihr Heck fliegt nicht blitzartig rum, Übersteuern kündigt sich fühlbar an.
Nicht allein der Blick auf die Stoppuhr macht den Lambo zum Siegertyp. Noch mehr ist es seine kompromisslose Funktionalität: Ob flunderflache Form, ...
... Gänsehaut-Sound oder der unbändige Vorwärtsdrang, der Gallardo fesselt in jeder Beziehung.
Drückt der Fahrer die für Rennbetrieb gedachte Corsa-Taste, reißt das sequenzielle Getriebe die Gänge in nur 90 Millisekunden durch. Die Schaltrucke sind brutal wie in einem Wettbewerbsauto.
Wenn beim Lamborghini überhaupt etwas abschreckt, dann sein Preis: Für den Gallardo LP 560-4 rufen die Italiener einen Basispreis von satten 173.740 Euro auf.
Spaßfaktor: Audi hat aus Lamborghini einen ernsthaften Ferrari-Gegner gemacht. Der Gallardo ist nicht nur superschnell, sondern auch fast perfekt zu fahren. Note 1.
Der Vollständigkeit halber: Die BMW HP2 Megamoto ist ein Mix aus Sportmotorrad und Enduro. 113 PS und 200 Kilogramm Gewicht bescheren ihr im Testfeld das mit Abstand beste Leistungsgewicht von nur 1,8 Kilo pro PS.
Entsprechend rasant ballert das Boxer-Bike die 300 Meter langen Geraden entlang und erreicht dort fast das Tempo von R8 und 911.
Die BMW muss aber früher in die Eisen. Ihre Kurvengeschwindigkeiten sind viel niedriger als bei den Autos. Selbst bei maximaler Schräglage ...
... kann sie nicht folgen. Bis auf den Brabus-Smart, der im ersten Teil des großen AUTO BILD-Handlingvergleichs antrat, erzielen alle Autos eine schnellere Rundenzeit. Das Motorrad ...
... kann Redakteur Bernd Volkens trotzdem überzeugen: "Lambo & Co sind schön und gut. Doch für pures Fahrvergnügen geht nichts übers Motorrad. Keine Karosserie, frische Luft, intensives Fahrerlebnis – so muss es sein."
Henning Klipp wählt den BMW aus dem ersten Teil: "Der 135i bietet für mich genau das, was ich von einem Sportcoupé erwarte. Es hat Kraft im Überfluss und glänzt mit harmonischer Abstimmung.
Jörg Maltzan und sein Favorit: "Sagenhaft, was Porsche immer wieder aus dem 911 macht. Er packt mich unwiderstehlich mit allen Sinnen und bietet Fahrgenuss in Vollendung. Mehr geht nicht!"
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