11.01.2010
Der große AUTO BILD-Wintertest
Traktion auf glatter Piste zählt im Winter so viel wie wohlige Wärme bei Minusgraden? Oder kommt’s nur auf gute Bremsen an? AUTO BILD sucht den Winterkönig. Zehn Autos im Vergleich.
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Fertig machen zum großen AUTO BILD-Härtetest bei Eis und Schnee. Wenn zehn Autos in drei Gruppen um den Winter-Cup kämpfen, heißt die entscheidende Frage: Wer bietet das beste Gesamtpaket? Die Wertungskriterien: Durchkommen, Fahrsicherheit, Heizung, Winterausstattung und Kosten.
So haben wir gewertet: Im Kapitel "Durchkommen" zählten Slalom (18-Meter-Tore), Traktion (0–40 km/h) und Handling (Kurvenstrecke). Dabei erfassten wir die Zeiten, bewerteten subjektiv das Fahrverhalten, der Abschnitt "Fahrsicherheit" beinhaltet Bremsweg (aus 50 km/h) und Fahrverhalten (subjektiv).
Die "Heizung" benoteten wir nach Temperaturwerten (in Zwei-Minuten-Abständen) im Kopf-, Fußraum und auf dem Sitz. Die Bewertung der "Winterausrüstung" setzt sich aus Serienausstattung und möglichen Optionen (wie Standheizung) zusammen. In allen Disziplinen erhielt der jeweils Beste zehn Punkte, der Nächste neun usw.
Gruppe eins: die Sparautos. Zum heißen Vergleich im kalten Schnee treten der Opel Astra 1.7 CDTI, der Toyota Prius und der VW Golf 1.6 TDI BlueMotion an.
Mit 26,1 von 50 möglichen Punkten muss sich der japanische Sparfuchs Toyota Prius seinen deutschen Gegnern geschlagen geben. Für den einzigen Hybriden im Test ...
... spricht sein auch bei Kälte geringer Verbrauch. Nicht so sehr überzeugen die mäßige Heizung und das stark von der Elektronik eingebremste Fahrverhalten.
Bescheiden: Das Duo aus Benzin- und Elektromotor mit 136 PS Systemleistung begnügt sich im Testdurchschnitt mit 4,9 Litern Super auf 100 Kilometer.
Prius-Fahrer müssen frostsicher sein. Die Heizung zum Beispiel könnte besser sein – erst nach gut vier Minuten übersteigt die Temperatur im Kopfraum den Gefrierpunkt, in dem Moment pusten Golf und Astra bereits Plusgrade in Richtung Fahrer.
Als Wühler taugt der Spar-Kompakte nur bedingt. Zu defensiv regelt das ESP den Vortrieb (bei durchdrehenden Rädern) weg, dazu nervt die Schleuderschutz-Funktion mit stetigem Gepiepe. So absolviert der Prius ...
... die Handlingstrecke bergauf in langsamen 1:21,09 Minuten, den Slalomparcours im Schnee in 22,60 Sekunden. Auch beim Beschleunigungsvermögen ...
... muss der Toyota die beiden Konkurrenten ziehen lassen: Von 0 auf Tempo 40 im Schnee vergehen 6,34 Sekunden. Aus Tempo 50 steht der Prius nach 28,6 Metern.
Ein hoher Einsatz fürs gute Umweltgewissen: Für einen Toyota Prius muss man mindestens 25.450 Euro investieren – der teuerste Wagen des Spar-Trios.
Der zweite Platz geht mit 33,4 Punkten nach Rüsselsheim. Der Opel Astra 1.7 CDTI überzeugt mit seinen guten Bremswerten auf Schnee und der Vielzahl an Winteroptionen, ...
... handelt sich aber Minuspunkte mit der schwachen Sitzheizung und der nur durchschnittlichen Heizleistung ein.
In diesem Trio der Durstigste: Der 1,7 Liter große Vierzylinder (125 PS) unter der Astra-Haube zog im Testdurchschnitt 6,1 Liter pro 100 Kilometer aus dem Tank. Die auf Effizienz getrimmte Maschine ...
... schafft eine für einen Diesel erträgliche Heizleistung. Nach vier Minuten (Starttemperatur: -14 Grad) herrschen im Kopfraum schon Plusgrade. Die Ausstattung ist inklusive beheizter Außenspiegel und dank langer Extra-Liste mehr als brauchbar.
Nicht so cool: Bei der Temperaturanzeige im Display nimmt es der Astra nicht so genau – statt minus 20 Grad zeigt er nur minus 14 Grad an. Aber das bleibt auch der einzige schwere Patzer, ...
... ansonsten wühlt sich der kompakte Opel anständig durch den Schnee. Die 215er-Reifen sorgen dafür, dass der Wagen aus Tempo 50 in seiner Testgruppe mit 25,8 Metern am schnellsten steht.
Die Handlingsstrecke bergauf durch den Schnee absolviert der Astra in 1:14,47 Minuten und damit über sechs Sekunden schneller als der Prius, ...
... beim Slalom kann er auch noch den Golf hinter sich lassen. Den Kurs durch die Hütchen bewältigt der Opel in 20,47 Sekunden. Beim Sprint von 0 auf 40 km/h liegt er mit 6,07 Sekunden zwischen seinen beiden Konkurrenten.
Opel verlangt für den Astra CDTI mindestens 22.990 Euro.
38,5 Punkte bescheren dem Golf 1.6 TDI BlueMotion den Sieg bei den Sparautos. Der Wolfsburger sammelt Pluspunkte mit seiner hervorragenden Sitzheizung und ...
... der hohen Fahrstabilität bei Glätte. Was an dem VW nicht so gut gefällt, ...
... sind die lauten Motorgeräusche bei Kälte, wo sich der Diesel deutlich zu erkennen gibt. Andererseits konsumiert die Maschine (105 PS) auf 100 Kilometer im Testdurchschnitt nur glatte fünf Liter Kraftstoff. In Verbindung mit dem BlueMotion-Spar-TDI unter der Haube ...
... produziert der Golf noch genügend Abwärme für den Innenraum. Nach 14 Minuten ist wie bei den Konkurrenten beinahe Zimmertemperatur erreicht, ...
... die starke Sitzheizung grillt den Po noch durch dick wattierte Mäntel. Dazu fährt der Golf ...
... auch auf glatter Piste beinahe narrensicher. Dank schmalerer 195er-Reifen fräst er sich ungehemmter bergauf, ...
... das intelligent regelnde ESP hält den VW sauber in der Spur. Den Handlingkurs bergauf meistert der VW in 1:14,13 Minuten. Bei höherem Tempo hilft die Elektronik mit, ...
... den Kurvenradius zu halten. Dabei schickt das ESP sorgfältig dosierte Bremsbefehle an die Vorderräder, der Golf dreht sich leicht in die Kurve hinein. Durch den Slalom kommt der Wolfsburger so in 20,56 Sekunden.
Bei der Beschleunigung von 0 auf Tempo 40 liegt der Golf mit 5,59 Sekunden vorne. Eine Vollbremsung aus 50 km/h bringt den Wagen nach glatten 28 Metern zum Stehen.
Wer hätte das gedacht? Mit 22.415 Euro für die fünftürige Variante ist der Golf 1.6 TDI BlueMotion das billigste Auto in diesem Trio.
Das Fazit: "Von wegen, ein Spar-Diesel produziert zu wenig Wärme – im Golf reicht's oben herum, um Prius und Astra stehen zu lassen. Dazu fährt der VW sicher, ...
... fräst sich fast so erfolgreich durch Schnee und Eis wie ein Allradler. Der Prius tapst etwas ängstlich durch den Schnee, der Astra lässt die Hinterteile seiner Passagiere (zu) lange frieren."
In der zweiten Testgruppe treten die Familien-Frachter zum Vergleich an. Wer ist reif für den großen Skiurlaub – VW Multivan, Skoda Superb Combi oder Mercedes E-Klasse T-Modell? AUTO BILD hat die drei mit Dieselmotor in den Schnee geschickt.
Der VW Multivan hat in diesem Vergleichstesttrio das Nachsehen. Für den großen Wolfsburger reicht es nur zu 22,6 Punkten und damit zum letzten Platz. Gut sind seine effektive Sitzheizung und der genaue Bordcomputer, schlecht hingegen die langen Bremswerte und die schwache Heizleistung.
Der 2.0 BiTDI heißt so, weil unter den Schläuchen zwei Turbolader zwei Liter Hubraum mit Druckluft versorgen. Das Ergebnis sind 180 PS. Und weil die Maschine am Bus so schwer schleppen muss, genehmigt sie sich 9,3 Liter Diesel im Durchschnitt.
Bus fahren heißt frieren. Zumindest gilt das für die ersten Kilometer Fahrt im VW. Der Multivan schafft es bei extremen Minusgraden kaum, seinen voluminösen Innenraum auf angenehme Temperaturen zu bringen, ...
... im Fußraum schafft die Heizung nach sechs Minuten nur frostige null Grad. Ganz anders in Form ist dagegen die Sitzheizung: 41 Grad (!) zum Messende nach 14 Minuten garantieren einen echt heißen Popo.
Beim Fahren im Schnee tut sich der T5 schwer – im wahrsten Sinne des Wortes. Den Handlingkurs absolviert der VW noch in guten 1:20,53 Minuten, aber knapp 2400 Kilogramm Gewicht ...
... verlängern den Bremsweg aus Tempo 50 auf 29,5 Meter und schieben beim Abbiegen Schneisen in den losen Schnee. Saubere Richtungswechsel schafft der T5 nur im Schritttempo, ...
... darüber hinaus landet der Bus im Kapitel Traktion auf dem letzten Platz. Bis er Tempo 40 erreicht, vergehen glatte sieben Sekunden. – selbst der Mercedes mit Hinterradantrieb setzt sich schneller in Bewegung.
Bei der Slalomfahrt kann der VW Multivan in 20,53 Sekunden den Mercedes hinter sich lassen. Beim Preis übrigens auch: Der Wolfsburger steht als 2.0 BiTDI mit einem Grundpreis von 49.272 Euro in der Liste.
Platz zwei geht mit 31,7 Punkten an den Skoda. Der Superb Combi gefällt mit guter Winterausstattung und seinem agilen Fahrverhalten im Schnee, ...
... nicht überzeugen können dagegen die mäßige Traktion und die schwache Heizleistung im Fußraum.
Das sparsamste Aggregat der zweiten Testgruppe steckt im Skoda-Bug: Der 170 PS starke Zweiliter-TDI verbrauchte im Testdurchschnitt glatte sieben Liter auf 100 Kilometer.
Der Skoda Superb kommt mit 6,82 Sekunden von 0 auf 40 km/h zwar kaum schneller vom Fleck als der VW Multivan, ...
... er lässt sich dafür spielerischer dirigieren, bleibt zum Beispiel beim Ausweichen beherrschbarer. Gleichzeitig muss das ESP weniger regeln, der Skoda wühlt sich flüssiger die verschneite Serpentinenpiste hinauf, braucht aber trotzdem 1:21,44 Minuten.
Slalomtalent: Zwischen den rotweißen Hütchen hängt der Skoda seine beiden deutschen Kontrahenten ab. Er braucht für die Wedelgasse 19,96 Sekunden.
Gegen den Mercedes ist in Sachen Verzögerung auf Schnee zwar kein Kraut gewachsen, aber wenn sich diese Räder ...
... im weißen Untergrund festbeißen, dann steht der Superb Combi aus Tempo 50 nach 27,5 Metern und damit eine knappe halbe Fahrzeuglänge eher als der VW.
Im Innenraum des Tschechen wird es schneller warm als im Multivan, aber an den Füßen bleibt es lange kalt. Mit beheizten Waschdüsen und Außenspiegeln gibt es eine umfangreichere Winterausrüstung.
Ordentlich: Die Sitzflächen erwärmen sich relativ zügig, erreichen nach 14 Minuten kuschelige 31 Grad.
Gewissermaßen das Sonderangebot der zweiten Testgruppe: Der Skoda Superb Combi 2.0 TDI DSG ist ab 30.220 Euro zu haben. Das sind satte 19.000 weniger, als man für den VW hinblättern müsste.
Der Schneekönig bei den Familien-Frachtern wird mit 33,2 Punkten die E-Klasse. Der 220 CDI T überzeugt mit den besten Bremswerten und der sehr guten Heizung, aber ...
... das Fahrverhalten wirkt träge. Zudem ist der Wagen stark vom ESP abhängig.
Die Kraftquelle: Aus 2,2 Litern Hubraum pressen zwei Turbolader 170 PS. Die Maschine saugt sich auf 100 Kilometer im Schnitt 7,4 Liter aus dem Tank.
Die Schwäche des Mercedes ist sein Hinterradantrieb. Im Gegensatz zum Skoda fehlt Belastung auf den Antriebsrädern. Beim Beschleunigen macht die E-Klasse das durch feine Traktionsregelung wett, tatsächlich kommt sie in 6,62 Sekunden schneller auf Tempo 40 als Skoda und VW, ...
... Handling und Fahrstabilität leiden jedoch, weil bei durchdrehenden Hinterrädern entsprechend Seitenführung verloren geht. Folge: Häufig muss das ESP ein unruhiges Heck zähmen. Unsicher ist er so nicht – nur eben langsamer. Für die Handlingsstrecke bergauf ...
... braucht der Mercedes 1:24,66 Minuten, durch die Pylonen wedelt das T-Modell in 21,35 Sekunden. In beiden Disziplinen ist die Konkurrenz schneller, ...
... aber wenn es ums Bremsen geht, schlägt keiner den Benz. Der große Kombi steht aus Tempo 50 nach 25,7 Metern und setzt damit die Rekordmarke.
Hier muss man auch im tiefen Winter nicht frieren: Der Mercedes kocht die Konkurrenz ab, von Messbeginn bis Ende (nach knapp einer Viertelstunde) heizt die E-Klasse wie eine finnische Sauna. Die Temperatur steigt von minus 14 auf 27 Grad.
Auch die Sitzheizung kommt zunächst am schnellsten auf Touren, erreicht bei Messende mit 27 Grad allerdings die niedrigste Temperatur.
Auch wenn die E-Klasse nicht ganz so teuer ist wie der Multivan, ist sie ihm als 220 CDI T-Modell mit einem Grundpreis von 47.005 Euro doch deutlich auf den Fersen. Billig ist sicher anders.
Das Fazit: "Obwohl der Mercedes benachteiligt ist (Hinterradantrieb, Motor vorn), kommt man mit ihm am besten durch die Eiszeit. Dank fein regelnder Elektronik fährt er sicher, ...
... Ausrüstung und Heizung taugen auch bei extremen Minusgraden. Dem VW Bus fehlt eine Standheizung (kostet 1785 Euro extra), der Skoda bringt zu wenig Kraft auf den Schnee."
Wenn es in den Schnee geht, dann sind die hier auch immer ein Thema: die Allradler. Stellvertretend für diese Fahrzeuggruppe gehen im AUTO BILD-Wintertest der Audi A4 allroad, der BMW X1 und der Skoda Yeti an den Start.
Der BMW X1 landet am Ende mit 30,8 Zählern auf dem dritten Platz. Der Crossover aus München kann mit seinem agilen Charakter und der guten Heizung punkten. Negativ fallen die schlechte Seitenführung und die mäßigen Bremsen ins Gewicht.
Für den Antrieb sorgt im BMW ein drei Liter großer Reihensechszylinder, der 254 PS in den Allradantrieb schickt. Die stärkste Maschine in diesem Trio hat auch den höchsten Verbrauch: 10,4 Liter Super auf 100 Kilometer im Testdurchschnitt.
Der X1 fegt schwungvoll und sportlich (mit hilfreichen Heckschwenks) den Berg hinauf, legt auf der abgesperrten Passstraße 1:08,41 Minuten eine schnelle Zeit hin und ...
... absolviert den Slalom in 20,10 Sekunden. In dieser Disziplin ist er der schnellste seiner Gruppe.
Nicht optimal: Die auf den Wagen und auf Trockeneigenschaften zugeschnittenen Winterreifen (BMW-Spezifikation, erkennbar am Stern auf der Flanke) bieten zu wenig Seitenführung, ...
... der BMW schwimmt nach den zackigen Richtungswechseln zu weit aus der Spur.
Aus Tempo 50 steht der X1 nach 29 Metern – damit muss der Bayer beim Bremsen sogar dem Skoda den Vortritt lassen. Dafür herrscht beim Sprint nahezu Gleichstand: Mit 3,28 Sekunden auf Tempo 40 ist der BMW nur eine Hunderstelsekunde langsamer.
So stimmt die Einstellung: Mit deaktivierter Traktionshilfe wühlt der X1 am besten.
Passabel und typisch Benziner: die Heizung. Im X1 liegt die Temperatur bereits nach fünf Minuten deutlich in den Plusgraden. Auf den Sitzen ist es nach 14 Minuten 35 Grad warm.
Im BMW X1 durch den Schnee? Das ist teuer! Für den xDrive 28i verlangen die Münchner mindestens 41.500 Euro. Und der Unterhalt ist angesichts des hohen Verbrauchs auch nicht billig.
Den zweiten Platz in der Allrad-Gruppe kann der Skoda Yeti mit 34,0 Punten einfahren. Das Kompakt-SUV gefällt mit seinen neutralen Fahreigenschaften und ...
... der guten Traktion, muss jedoch wegen der schwachen Heizleistung bei extrem niedrigen Temperaturen Punkte lassen.
Mit 1,8 Litern Hubraum und 160 PS kommt der Skoda mit dem kleinsten Motor aus. Dafür schluckt er mit neun Litern auf 100 Kilometer aber auch am wenigsten und ...
... ist seinen Konkurrenten in Sachen Fahrleistungen mindestens ebenbürtig: Den Sprint auf Tempo 40 erledigt der Yeti in 3,27 Sekunden, ...
... im Slalom schlägt er sich mit einer Zeit von 20,33 Sekunden ebenfalls ordentlich, distanziert hier sogar den Audi.
Dank gleichmäßiger Kraftverteilung und guter Seitenführung fährt der Tscheche unspektakulär, aber zügig die Handlingstrecke hinauf, braucht in dieser Disziplin nur 1:07,50 Minuten.
Unschlagbar beim Bremsen: Wer aus Tempo 50 im Schnee voll in die Eisen steigt, bringt den Skoda nach 27,4 Metern zum Stehen.
Insgesamt produziert der TSI kaum mehr Wärme als ein Diesel, dazu kommt der große Innenraum, der nur langsam aufheizt. So friert man hier noch, während es bei der Konkurrenz schon warm ist. Abhilfe böte eine Standheizung – aber die gibt es gerade für den 1.8 TSI nicht.
Wer auf die Kosten achtet, kommt am Yeti 1.8 TSI 4x4 kaum vorbei. Mit einem Grundpreis von 23.590 Euro ist der Skoda rund 17.000 Euro billiger als Audi und BMW.
Mit 34,9 Punkten fährt der Audi A4 allroad 2.0 TFSI quattro bei den Allradlern ganz oben aufs Siegerpodest. Der Audi weiß mit sehr guter Traktion und ausgewogenem Fahrverhalten zu gefallen, mit der Bremswirkung auf Schnee allerdings nicht unbedingt.
Wie im Skoda steckt auch unter der Audi-Haube ein Vierzylinder. Der Zweiliter-Turbo mobilisiert 211 PS und schluckt auf 100 Kilometer 9,7 Liter Super.
Audi liegt bei unserer Handlingübung (1:07,03 Minuten) vom Tempo her vor dem BMW, meistert Richtungswechsel routinierter, seltener muss das ESP korrigierend eingreifen.
Beim Anfahren und Beschleunigen spielt der allroad seinen quattro-Trumpf aus. Schneller prescht keiner in diesem Test vorwärts, mit vier gleichmäßig fräsenden Rädern wühlt sich der A4 immer schneller voran. In 3,05 Sekunden ist der Ringträger von 0 auf Tempo 40.
Wedeln durch den Slalomparcours macht im Audi genauso viel Spaß wie im BMW. Allerdings ist der A4 allroad mit 20,40 Sekunden etwas langsamer als der X1.
Dürfte durchaus zügiger ankern: Bei der Vollbremsung aus 50 km/h braucht der Audi 29 Meter, bis er steht.
Wohlfühlprogramm: Der Audi-Innenraum heizt sich zügig auf. Trotz Düseneinstellung auf die Windschutzscheibe wird auch der Fußraum kräftig mitgewärmt.
Die Sitzheizung des A4 lässt sich in sechs Stufen einstellen. Bei Messende pendelte sie sich bei angenehmen 26 Grad ein.
Bei den Anschaffungskosten ist der A4 allroad 2.0 TFSI quattro wie sein Münchner Konkurrent eindeutig premium. Der Grundpreis von 40.700 Euro liegt nur marginal unter dem des BMW X1.
Das Fazit: "Der A4 klettert und wühlt nicht nur tapfer – er macht (wie der BMW) auch richtig Spaß. Dazu patzt er nirgends, bleibt stets stabil in der Spur, wird zügig warm, ...
... im Gegensatz zum Yeti. Der fahrsichere Skoda büßt so zu viel von seinen Qualitäten ein, landet aber vor dem BMW. Dessen Stärke ist (wie gehabt) das agile Handling."
Die Wühlqualitäten des guten alten VW Käfers im Schnee sind ja (dank Antriebs hinten) legendär gut – so wie seine Heizung verhasst ist. Aber wie steht's im Vergleich zu modernen Typen? Wir haben unseren 1600er hart rangenommen: Wenig Gewicht, ...
... aber das meiste davon hinten, dazu fehlen elektronische Fahrhilfen – nur geübte Fahrer kurven sicher. Dafür hat der Käfer tatsächlich im Slalom die Nase vorn. Auf schmalen Reifen tänzelt er flüssig durch die Pylonen, liefert die schnellste Zeit ab. Aber hallo!
Beim Bremsen versagt der Käfer dann. Kein ABS. Dazu kommen lange Wege. Wer nicht umsichtig fährt, fährt gefährlich. Auch die Heizung ist ein Ausfall: Die Füße glühen, der Kopf friert – klassisch wie eh und je. Kann es die Ausstattung richten? Bestimmt nicht. Sitzheizung & Co waren nie im Programm, ...
... und so bleibt für den Wolfsburger Veteranen nur der zehnte und damit letzte Platz in der Gesamtwertung des großen AUTO BILD-Wintertests. Ist halt nicht mehr ganz zeitgemäß, der Käfer.
Platz neun: VW Multivan 2.0 BiTDI DSG • Gesamt: 22,6 Punkte • Durchkommen: 2,7 Punkte • Fahrsicherheit: 4,0 Punkte • Heizung: 4,7 Punkte • Winterausstattung: 7,5 Punkte • Kosten: 3,7 Punkte.
Platz acht: Toyota Prius • Gesamt: 26,2 Punkte • Durchkommen: 2,3 Punkte • Fahrsicherheit: 5,0 Punkte • Heizung: 5,0 Punkte • Winterausstattung: 5,5 Punkte • Kosten: 8,3 Punkte.
Platz sieben: BMW X1 xDrive 28i • Gesamt: 30,8 Punkte • Durchkommen: 7,0 Punkte • Fahrsicherheit: 6,0 Punkte • Heizung: 8,3 Punkte • Winterausstattung: 6,5 Punkte • Kosten: 3,0 Punkte.
Platz sechs: Skoda Superb Combi 2.0 TDI DSG • Gesamt: 31,7 Punkte • Durchkommen: 5,0 Punkte • Fahrsicherheit: 7,0 Punkte • Heizung: 5,0 Punkte • Winterausstattung: 9,0 Punkte • Kosten: 5,7 Punkte.
Platz fünf: Mercedes E 220 CDI T-Modell • Gesamt: 33,2 Punkte • Durchkommen: 2,7 Punkte • Fahrsicherheit: 8,0 Punkte • Heizung: 9,3 Punkte • Winterausstattung: 9,5 Punkte • Kosten: 3,7 Punkte.
Platz vier: Opel Astra 1.7 CDTI • Gesamt: 33,4 Punkte • Durchkommen: 5,7 Punkte • Fahrsicherheit: 8,0 Punkte • Heizung: 4,7 Punkte • Winterausstattung: 6,0 Punkte • Kosten: 9,0 Punkte.
Platz drei: Skoda Yeti 1.8 TSI 4x4 • Gesamt: 34,0 Punkte • Durchkommen: 8,0 Punkte • Fahrsicherheit: 8,5 Punkte • Heizung: 3,3 Punkte • Winterausstattung: 7,5 Punkte • Kosten: 6,7 Punkte.
Platz zwei: Audi A4 Allroad 2.0 TFSI quattro • Gesamt: 34,9 Punkte • Durchkommen: 8,7 Punkte • Fahrsicherheit: 6,5 Punkte • Heizung: 7,0 Punkte • Winterausstattung: 7,0 Punkte • Kosten: 5,7 Punkte.
Platz eins: VW Golf 1.6 TDI BlueMotion • Gesamt: 38,5 Punkte • Durchkommen: 7,0 Punkte • Fahrsicherheit: 8,0 Punkte • Heizung: 6,7 Punkte • Winterausstattung: 8,5 Punkte • Kosten: 8,3 Punkte.
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