Von wegen biedere Mittelklasse – sobald Kürzel wie "M3" oder "C 63 AMG" im Spiel sind, wird es rasant und rassig. AUTO BILD hat die beiden Sportskanonen im Rahmen des großen Markenvergleichs zwischen BMW und Mercedes gegeneinander antreten lassen.
Die Fahrmaschinen aus München und Stuttgart singen das hohe Lied der Leistung für zweimal vier Endrohre. Beide beeindrucken mit tollem Sound, aber am Ende ...
... steht das M3 Coupé ganz oben auf dem Siegertreppchen. Weil es direkter zu Werke geht und sparsamer als der Mercedes mit dem kostbaren Sprit ist.
Das Beste, was man derzeit aus vier Litern Hubraum machen kann: Der BMW-V8 entwickelt seine 420 PS erst bei 8300 Touren, das maximale Drehmoment von 400 Nm liegt bei 3900 Umdrehungen.
Da geht die Post ab: Nach 4,8 Sekunden kommt der M3 in den dreistelligen Geschwindigkeitsbereich. Bis Tempo 200 vergehen 15,2 Sekunden. Spitze: abgeregelte 250 km/h.
Ganz undezenter Hinweis auf die größte Neuigkeit: Erstmals sorgt in einem M3 ein V8 für Kraft in allen Lebenslagen.
Klingt bestialisch gut: V8-untypisch blubbert der Motor nicht aus den Endrohren, er brüllt heiser und herrlich schmutzig.
Rauchzeichen: Mit abgeschalteter Traktionskontrolle signalisieren die Walzen an der Hinterachse schnell S.O.S.
Erbarmungslos: Die Bremsen hinter den 18-Zöllern packen sowohl im warmen als auch im kalten Zustand beherzt zu. Aus Tempo 100 steht der Bayer nach 34,5 Metern (kalt).
Senkt das Gewicht und bringt den Schwerpunkt nach unten: Das Dach des M3 Coupé ist aus leichtem Carbon.
Typisch M: Der potente V8 wird über seitliche Kiemen belüftet.
Gutes bleibt: Die Sitze ähneln denen des Vorgängers E46, sie zeichnen sich durch Komfort und guten Seitenhalt aus.
Piloten-Platz: Der M3 bleibt innen leider viel zu dicht an einem ganz normalen 3er.
Drehorgel: Der rote Bereich des Tourenzählers fängt spät, sehr spät an.
Trimm dich: Über das Multifunktionsdisplay lässt sich die Charakteristik des M3 zwischen komfortabel und sportlich verstellen. Daneben ...
... bieten die drei Knöpfe am Schaltknauf Variationsmöglichkeiten.
Hilfreiches Ärmchen: Der Gurt wird über eine etwas wackelige Mechanik angereicht.
Das Handling des Top-3ers gehört klar in die Champions League: Präzise Lenkung, exakte Schaltung, souveränes Kurvenverhalten. Erst im radikalen Renneinsatz zeigt sich, dass der M3 am Limit eher ins Untersteuern ausweicht.
Okay für so viel Spaß und feine Technik: Das M3 Coupé lässt sich BMW mit einem Grundpreis von 66.650 Euro bezahlen.
Knapp geschlagen: Gerade einmal sechs Punkte weniger heimst der C 63 AMG im Vergleich mit dem M3 ein. Vor allem der hohe Verbrauch von knapp 15 Litern bremst die C-Klasse aus.
Da gibt es nichts zu meckern: Wie ein Vulkan kurz vorm Ausbruch meldet sich der 6,2 Liter große V8 zum Dienst und macht mit seinem Sound in jedem Drehzahlbereich Gänsehaut. Wenn die 457 PS und 600 Nm Drehmoment ...
... mit ihrer ganzen Gewalt über die 1818 Kilo schwere Limousine herfallen, vergehen nur 4,7 Sekunden bis zur magischen 100-km/h-Marke. Und damit ...
... die schwere Fuhre auch wieder sicher zum Stillstand kommt, sorgen vorne brutale Stopper im 36er-XXL-Format für ordentliche Verzögerung.
Für Reise und Rennstrecke: In der ersten Reihe gibt es erstmals eigenständige AMG-Sportsitze mit integrierten Kopfstützen.
Sport-Studio: Das unten abgeflachte Lenkrad und spezielle AMG-Instrumente kennzeichnen das Cockpit des C 63.
An den Anschlag käme die Tachonadel auch ohne bremsende Elektronik nicht: Bei 250 km/h greift der Begrenzer in den Vortrieb der stärksten C-Klasse ein. Ohne schafft der Wagen 280 Sachen.
Zug-Nummer: Manuelle Gangwechsel befiehlt der Pilot der hellwachen Siebenstufen-Automatik über Wippen hinterm Lenkrad.
Kaum teurer als der M3: Mercedes-Benz verlangt für die Top-Version der C-Klasse mindestens 67.235 Euro.
Das Fazit: "So fett wie der C 63 AMG um den Block bollert, erliegen wir ihm schon nach dem ersten Schnaufer seines V8. Dass der M3 am Ende doch vorn liegt, verdankt er seiner direkteren und auch sparsameren Art." Damit gewinnt BMW auch das zweite Duell ...
... des großen Markenvergleichs. 2:0 für die Münchner, die auch den Kombi-Vergleich zwischen 320d Touring und C 220 CDI T-Modell für sich entscheiden konnten.
In der stückzahlträchtigen Mittelklasse gewinnt der BMW gegen den Benz nach bewährtem Rezept: Er ist agiler, gieriger am Gas und günstiger.
An der Basis sorgt die A-Klasse für Mercedes-Benz für den Anschlusspunkt. Der Verstand sagt wegen des genialen Raumkonzepts und des größeren Kofferraums A 150, aber ...
... bei einer reinen Bauchentscheidung hätte der 116i bessere Chancen. Sein in dieser Klasse einzigartiger Heckantrieb bietet jede Menge Fahrvergnügen. Trotzdem: nur noch 2:1 für BMW.
Kein Einstieg nach Maß für die neue C-Klasse: Überraschend liegt im direkten Vergleich der schon seit 2005 gebaute 3er vorn. Zwar ist der Mercedes fahraktiver als je zuvor, aber ...
... auch deutlich teurer als der BMW. Ansonsten: Ausgeglichenheit auf hohem Niveau, vieles ist einfach eine Geschmacksfrage. Wie auch immer: Die 3er-Limousine bringt BMW mit 3:1 in Führung.
Was für ein Motor! Der Dreiliter-Reihensechser mit Bi-Turbo-Aufladung und 306 PS schiebt den 335i gewaltig an, ein absolutes Sahne-Triebwerk und ein besonderes Fahrerlebnis. Im Vergleich der Mittelklasse-Coupés ...
... geht zwar auch der 272 PS starke 3,5-Liter-V6 aus dem CLK 350 ganz gut. Gegen den BMW hat der Mercedes aber keine Chance. Die Münchner bauen ihre Führung auf 4:1 aus.
Die Oberklasse-Limousinen von BMW und Mercedes sind geizig und gut. Der 530d begnügt sich mit 5,3 Litern Minimalverbrauch, ...
... der E 320 CDI braucht 6,5 Liter – beides politisch korrekte Werte bei erstklassigen Fahrleistungen. Den direkten Vergleich gewinnt der BMW hauchdünn mit vier Punkten Vorsprung. Zwischenstand: 5:1 für die Bayern.
Männerherz, was willst du mehr? In der Oberklasse treffen mit 525d Touring und ...
... E 280 CDI zwei zeitlos schöne Komfort-Kombis aufeinander. Der Mercedes gewinnt souverän mit 462:460 Punkten und verkürzt damit den Rückstand auf BMW auf 5:2.
Gewaltige Diesel-V8 setzen sowohl bei BMW als auch bei Mercedes die Luxusklasse unter Dampf. Der seit 2001 gebaute 745d muss trotz seines etwas kräftigeren Motors ...
... der S-Klasse den Vortritt lassen. Sie fährt stark, sicher, souverän. Und führt die Stuttgarter wieder ein Stückchen näher an die Münchner ran. Nur noch 5:3 für BMW.
Stoffkapuze gegen klappbares Blechdach, 2+2-Sitzer gegen reinen Zweisitzer. Die Unterschiede zwischen 650i und ...
... SL 500 sind größer als gedacht. Der SL ist kürzer, knackiger, leichter und kann fast alles besser. Vor allem der bärenstarke 5,5-Liter-V8 lässt dem 4,8-Liter-V8 im 6er keine Chance. Konsequenz für die Gesamtwertung: Mit 5:4 steht Mercedes kurz vor dem Ausgleich.
Der Mercedes ML ist bei AUTO BILD Dauer-Testsieger, gegen den nagelneuen X5 musste er sich jedoch geschlagen geben – wenn auch ganz knapp. Beides sind Hightech-Autos mit beeindruckenden Möglichkeiten. Der X5 fährt ...
... spritziger, spontaner und verblüffend agil. Der geräumigere und gelassenere ML bleibt immer auf der komfortablen Seite, fährt sich sanft und sämig. Der Sieg des X5 baut die BMW-Führung wieder auf 6:4 aus.
Autos wie den M5 oder den Mercedes E 63 AMG gibt es nicht oft auf der Welt. Der Testsieg mit einem Punkt Vorsprung für den BMW sagt: alles eine Frage der Philosophie, nicht der objektiven Leistung. Dem aberwitzig drehenden 507-PS-V10 des Fünfers ...
... setzt der E 63 AMG den kolossalen, 6,2 Liter großen V8 mit 514 PS entgegen. Einen echten Verlierer gibt es in dieser Kategorie zwar nicht, aber insgesamt geht ein weiterer Punkt nach München. Endstand: 7:4 für BMW – deutlicher als erwartet.
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