Eine Tragödie: Chevrolet zeigt einen Tag vor Beginn der
Detroit Auto Show 2013 die brandneue und brandheiße
Corvette Stingray, und die darf bei ihrer Weltpremiere im Russell Industrial Center nur bestaunt und befummelt werden. Losfahren ist nicht. Aber Platz nehmen – immerhin. autobild.de-Redakteur Boris Pieritz auf Tuchfühlung mit einer amerikanischen Ikone.
Rein optisch ist die neue Corvette, wie schon all ihre Vorgänger der letzten 60 Jahre, unter sportiven Gesichtspunkten eine Augenweide. Knack-Po mit vier dicken Endrohren, ...
... dazu die lange Haube, der fast etwas Ferrari-haftes anhaftet.
Die neuen eckigen Rückleuchten erinnern an den Chevrolet Camaro, ...
... die LED-Frontlichter sind lang und Bumerang-förmig.
Obligatorisch prangert ein massiver Power-Dome über dem neuen 6.2 V8 (456 PS, ...
... silberne Rochen-Logos vorne rechts und links zieren die ...
... messerscharfe Silhouette des Supersportlers aus Bowling Green (Kentucky). Der neue Alu-Rahmen ist 45 Kilogramm leichter als der Stahlrahmen der C6 und legt deutlich an Steifigkeit zu. Außen also alles hui. Und innen?
Wie erwartet sitzt man tief, sehr tief, und passgenau eingebettet, ...
... die Sitze pressen das Hüftgold, das sich über die Feiertage angesammelt hat, besser in Form als jedes Korsett. Den großen Seitenwangen sei Dank. Über den Insassen ist wieder ein abnehmbares Hardtop verbaut. Ich will fahren, heiliges Kanonenrohr!
Der Fahrer befindet sich in einer elektrisierenden Lauerstellung mit perfektem Blick auf die Bedieninstrumente ...
... inklusive Motorstart- und Launch-Control-Schalter, dessen nachgeschaltete Elektronik Tempo-100-Sprints in unter vier Sekunden gewährleisten soll.
Der schillernde Tacho (bis 210 Meilen), drei Stoppuhren für Rundenzeiten (letzte, aktuelle, beste Runde) und der digitale Drehzahlmesser machen meine Fahrentzugserscheinungen nur noch größer.
Jenseits dieser verheißungsvollen Türschwelle wartet der Innenraum außerdem mit einer hochwertigen Mischung aus Karbon, Aluminium und Nappaleder auf. Ach, könnte ich nur. Dann würde ich mein Smartphone an die USB-Buchse anschließen und untermalt von Hard Rock-Musik mit der neuen Vette einmal diesen riesigen Kontinent durchfahren.
Die Schaltkulisse des neuen, manuellen Siebengang-Getriebes erfreut mit kurzen, knackigen Wegen und einem kompakten Knauf. Für Schaltfaule hat Chevrolet auch eine Sechsgang-Automatik im Angebot.
Kleiner Wermutstropfen: Eine optimale Sicht nach hinten wird dem Fahrer nicht wirklich gewährt – aber wer will und muss in einer Corvette schon nach hinten schauen. Da kommt meist eh nichts.
Im dritten Quartal 2013 legt der rasende Rochen, dessen Preis noch unbekannt ist, los. Dann besorge ich mir definitiv einen Schlüssel.
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