Bittere Schlappe für zwei deutsche Premiummarken beim jüngsten US-Crashtest der Insurance Institute for Highway Safety (IIHS): Audi und Mercedes bekamen im neuen "small overlap test" die Note "poor" für "armselig" verpasst. Der Audi A4 ...
... wurde unter andrem kritisiert, weil sich beim Crash die Tür öffnete. Das könne laut der Tester ...
... zu schweren Verletzungen des Fahrers führen. Weil Lenkrad und Instrumententafel weit in die Fahrgastzelle eindringen, ...
... saust der Kopf des Dummys links am Airbag vorbei.
Auch für die Knie, die Hüfte und die ...
.... Füße wird es eng, weil der Fußraum sich um 28 Zentimeter verkürzt. Ein Audi-Sprecher kündigte nach dem schlechten Resultat an: "Die Ergebnisse des neuen Crashverfahrens werden natürlich in die Entwicklung künftiger Audi-Modelle einfließen."
Mercedes fuhr ebenfalls die Wertung "armselig" ein: Durch die geringe Überdeckung ...
... mit dem Hindernis wurde ein großer Teil der Wucht des Aufpralls auf das Vorderrad ...
... übertragen und nicht von der Frontpartie abgefangen. Die Position des Dummys ist deshalb nicht optimal ...
... und der Gurt lässt zu viel Spielraum. Außerdem hat der Seitenairbag nicht ausgelöst, das erhöht zusätzlich die Gefahr von Kopfverletzungen.
Außerdem wurde Fuß der Test-Puppe vom Gaspedal eingeklemmt. Der Reifen (weiß markiert) berührt den Fuß des Dummys.
Nach der Schlappe im Crashtest ging Mercedes-Mutter Daimler mit der Unfallsimulation hart ins Gericht. "Der Test entspricht nicht dem realen Unfallgeschehen, ein Zusammenstoß auf Scheinwerfer-Breite ist statistisch nach unseren Daten nicht signifikant", sagte ein Mercedes-Sprecher in Stuttgart.
Das es auch anders geht, beweist Volvo mit dem S60, der die Note "gut" erhielt.
Auch wenn es auf dem Foto drastisch wirkt, ...
... hat sich der Innenraum des Schweden während des Crashs kaum verformt und lässt genug Raum für den Rumpf.
Kleiner Kritikpunkt der Tester: Der Kopf des Dummys schlüpft fast zwischen Front- und Seitenairbag durch, weil der Zwischenraum zu groß ist.
Der Fußraum wurde kaum beeinträchtigt, das Verletzungsrisiko bleibt gering.
IIHS-Präsident Adrian Lund erklärt den Volvo-Erfolg des S60: Der Test-Sieger prüfe seine Fahrzeuge schon seit Jahrzehnten auf den jetzt simulierten Zusammenstoß. Sogenannte Leitbleche (hier gelb markiert) leiten das Fahrzeug am Hindernis vorbei. Ebenfalls gut schnitt der Acura TL ab, der in Deutschland nicht angeboten wird.
Auch die Toyota-Premiumtochter
Lexus gehört zu den Verlierern des neuen "small overlap test". Der IS 250 ...
... lässt zu wenig Raum für den Oberkörper und die Beine, die Verletzungsgefahr ist hoch. Der Fuß des Dummys wurde vom Bremspedal eingequetscht.
Weil das Lenkrad zehn Zentimeter nach rechts geschoben wird, rutscht der Kopf links am Airbag ab und touchiert Tür und die A-Säule.
Weitere deutsche Testkandidaten haben sich ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert: BMW erreichte für den 3er mit marginalem Schutz nur die zweitschlechteste von vier Bewertungen.
Die Armaturen rückten 16 Zentimeter weit in den Innenraum, der Fußraum verkürzte sich gar um 40 Zentimeter.
Die Airbags lösen zu langsam aus und der Sicherheitsgurt lässt den Dummy zu weit nach vorn schnellen, sodass der Kopf seitlich anschlagen kann.
Der
VW CC bekam trotz einer aus den Angeln gehobenen Fahrertür die gleiche Wertung wie der BMW.
Während die Struktur des Fußraums gut erhalten bleibt, ...
... lässt auch hier der Gurt zu viel Spielraum, der Dummy schiebt sich durch die Airbags, und der Kopf schlägt gegen die A-Säule.
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