Kann vielleicht schon die Basisversion genug Golf sein? Auf der Suche nach einer Antwort hat AUTO BILD die sechste Generation des Wolfsburger Bestsellers als 1.4 Trendline unter die Lupe genommen.
Nur leicht aufgerüstet: 16 Zoll große Aluräder und fünf Türen als kleine Zugabe zur dreitürigen Einstiegsversion auf Stahlfelgen.
Das typische Golf-Gefühl – souverän in jeder Lage – steckt im Fahrwerk. Grundsätzlich fängt der Golf Stöße eher sportlich trocken ab. Wellen bei höheren Geschwindigkeiten pariert er mit stärkerem Eintauchen. Das reicht.
Auch ohne verstellbare Dämpfer zeigt der VW kaum Schwächen. Die 925 Euro teure Fahrwerkregelung auf Knopfdruck ist für den Basis-Golf ohnehin nicht zu haben. Für alle höheren Versionen ...
... haben wir festgestellt: Das adaptive Fahrwerk bietet in puncto Komfort keine signifikanten Vorteile. Einen Unterschied konnten wir allenfalls bei voller Beladung feststellen: Hier taucht der Golf mit geregelten Dämpfern ...
... weicher ein, federt sanfter aus. Auf sehr welliger Straße oder in schnellen Wechselkurven halten die Stellungen Normal und Sport zudem die Aufbaubewegungen der Karosserie kleiner – nur sinnvoll für Fahrer, die flott unterwegs sind.
Bei vollgepacktem Kofferraum schlägt die konventionelle Federung auf Bodenwellen durch. Eigentlich darf der Golf 514 Kilogramm Last schleppen, spätestens bei 310 Kilogramm im Kofferraum ist der Wagen allerdings an der Grenze seiner Hinterachslast. Und damit kommen wir zum ...
... Kapitel Alltagstauglichkeit. Die Glühlampen der Halogenscheinwerfer lassen sich einfach tauschen, die Lichtausbeute ist aber nur durchwachsen.
Nein, das hier ist kein Vandalismus, sondern die Vorbereitung des Golf auf den Test seines TireFit-Systems. Ein Not- oder gar ein vollwertiges Ersatzrad ist nur gegen 48 beziehungsweise 58 Euro Aufpreis zu haben, also ...
... wird der Reifen im Falle des Falles mit flüssigem Latex geflickt. Die Fummelei mit Vulkanisierlösung, Kleinteilen und 12-Volt-Kompressor ist kompliziert, ...
... dauert aber kaum länger als ein Radwechsel. Und funktionieren tut es auch.
Die 80 PS und 132 Nm des 1.4 Liter großen Basistriebwerks bewegen 1236 Kilogramm Leergewicht – das geht als vernünftiges Verhältnis durch.
Der Golf sprintet in 13,4 Sekunden auf Tempo 100 – einen einfachen Opel Insignia lässt er damit immerhin stehen. Um so zügig vom Fleck zu kommen, muss man den Vierzylinder ...
... allerdings ordentlich schinden und die Gänge bis in den roten Bereich ausdrehen. Zu vernünftigen Durchzugswerten fehlt dem 1.4er auf jeden Fall eine Portion Drehmoment, im unteren Drehzahlbereich tut sich gefühlt nichts. Da hilft nur runterschalten.
Kleiner Schummler: Der analoge Tacho des Golf zeigt exakt 100 km/h an, während unsere digitale Anzeige nur 92,6 km/h angibt. Wir messen die Geschwindigkeit per Satellit mit einem Racelogic-System.
Völlig unabhängig von der Ausstattungslinie – dem Golf kann man beim Fahrverhalten überhaupt nichts anlasten. Das enorm stabile Ausweichverhalten ändert sich auch bei voller Beladung nicht, ...
... die feine ESP-Regelung hält den Wagen optimal auf Kurs. Gleichzeitig liegen die Bremswerte konstant auf gleich hohem Niveau. Sogar die Lenkung hilft mit, ...
... den Wagen auf Kurs zu halten. So nimmt der Elektromotor der Servolenkung selbsttätig Richtungskorrekturen vor, ...
... beispielsweise beim Bremsen auf rechts und links unterschiedlich griffigem Untergrund. Da kann der Fahrer sogar die Hände vom Lenkrad nehmen, und der Golf bleibt trotzdem spurstabil.
Die Ausstattungsvariante Trendline kommt funktional, aber schmucklos rüber. Wer möchte, ...
... kann den Basis-Golf mit einem Navigationssystem aufrüsten – das kostet ab 490 Euro.
Apropos Kosten: An der Tankstelle zeigt sich der 1.4er nicht besonders zurückhaltend. 7,2 Liter im Testdurchschnitt ist fast ein Liter mehr, als die Werksangabe verspricht. Ein extrem sensibler Gasfuß kann den Verbrauch mit viel gutem Willen auf unter sechs Liter drücken.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: "Von wegen Golf ganz unten – selbst der auf dem Papier so magere 80-PS-Einstiegsmotor und die eher sachliche Trendline-Ausstattung bieten für 16.500 Euro (Zweitürer) ...
... schon echtes Golf-Premium-Gefühl. Sicherheit und Qualität liegen auch beim einfachen Modell auf höchstem Niveau, die verhältnismäßig dürftige Leistung reicht im Alltag völlig aus. Größte Schwäche: Der Verbrauch ist zu hoch."
Der ewige Widersacher aus Rüsselsheim: Auch der Astra setzt in seiner Basisversion auf ...
... einen 1,4 Liter großen Vierzylinder. Das Aggregat bringt den Opel mit 90 PS in Schwung.
Die Fahrleistungen: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Basis-Astra 13,7 Sekunden, maximal sind 178 km/h drin.
Mit einem Grundpreis von 16.300 Euro (Dreitürer GTC) ist der Astra 1.4 ein wenig günstiger als der Basis-Golf, ...
... auch an der Tankstelle hält sich der Rüsselsheimer im Vergleich zu seinem Wolfsburger Konkurrenten etwas mehr zurück. Hier rinnen im EU-Mix nur 6,1 Liter Super durch die Brennräume.
Seit Februar 2007 ist die aktuellste Version des Astra auf dem Markt, die sich Ende 2009 aber auch erledigt haben wird, denn ...
... Opel macht die nächste Generation des Kompakten schon fit für den Kampf gegen den Rivalen von VW. Für Sekunden haben die Entwickler nicht auf ihr neues Schmuckstück aufgepasst und schon waren die Erlkönig-Jäger von autobild.de zur Stelle.
So tarnt er sich für gewöhnlich: Unterm Schachbrett-Überzug steckt die mittlerweile vierte Astra-Generation, die intern das Kürzel I trägt.
Von den klaren Linien und der schicken coupéhaften Dachlinie, die den ungetarnten Astra auszeichnen (Bild 31), ist am Erlkönig freilich kaum etwas zu sehen.
Und auch nicht davon, wie groß der Astra-Fünftürer ausfallen wird. Das zeigt der direkte Vergleich mit diesem Golf IV, der nichtsahnend den Weg des Erlkönigs kreuzte.
Sportliche Linienführung, hohes Dach: Die Passagiere auf den hinteren Sitzen des Astra-Fünftürers sollten ordentlich Luft über der Frisur haben. Bei solchen Testfahrten das Fenster zu öffnen, ist allerdings eine schlechte Idee.
Warum? Weil dann Erlkönig-Fotografen freie Sicht aufs Cockpit haben. Darum!
Und das kann sich sehen lassen. Auffällig ist, wie beim Insignia, die massive Mittelkonsole.
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