Lieber einen freurig-scharfen Roadster als einen langweiligen
Polo: Für 15.000 Euro bekommen Sie Gebrauchtwagen, die das Herz höher schlagen lassen. Wie zum Beispiel diesen
Mazda MX-5, Baujahr 8/2006, mit nur 29.000 km für wohlfeile 13.990 Euro.
Der
MX-5 sorgt für Dauergrinsen. Weil er ein englischer Roadster mit japanischer Wertarbeit ist, weil sein straffes Fahrwerk und der Heckantrieb jede Kurve zum Event werden lässt, weil schon der kleine 1.8er mit 126 PS glücklich macht. Dieser Zweiliter mit 160 PS hat erst 29.000 km auf dem Tacho. Neupreis 2006: 26.500 Euro.
So schön kann eng sein: Im MX-5-Cockpit liegt alles in Griffweite – so muss es sein in einem Roadster. Auch beim
AUTO BILD-TÜV-Report überzeugt der MX-5 vom Typ NC, abgesehen vom Rost gibt es keine ernsthaften Probleme.
Die braune Pest breitet sich an einigen der neuen Modelle aus, betroffen ist auch der MX-5. Die Türkanten können rosten, außerdem gammelt es im Heckbereich. Der Endschalldämpfer ist solide. Muss er getauscht werden, kostet das 560 Euro. Außerdem ein MX-5-Problem: ausgeschlagene Gelenke an der Hinterachse. Auf Poltergeräusche achten!
Sieht von der Seite aus wie ein schwangerer Dackel: der BMW 1er. Aber wer den kleinsten BMW jemals besessen hat, ist begeistert. Von einem Sportler, der dank Hinterradantriebs so gut ums Eck zirkelt wie kein Golf dieser Liga. Von einem Kompakten, der selten oder nie Probleme bereitet. Für 15.000 Euro gibt es zwar keinen heißen
130i, aber einen soliden 120i.
Der Testwagen: BMW 120i mit 150 PS, Erstzulassung 8/2006, 64.000 km, 14.450 Euro. Mit Xenon, Klimaautomatik und Schiebedach, top gepflegt mit lückenlosem Scheckheft. 2006 hat der Erstbesitzer mal eben 30.000 Euro lockergemacht. Nach vier Jahren präsentiert sich dieser
BMW 1er noch immer im Neuwagenzustand.
Rundinstrumente, Drei-Speichen-Lenkrad, Top-Verarbeitung: Auf das Cockpit des 1er geben wir eine eins.
Der 1er hat keine echten Problemzonen, es geht hier um Kleinigkeiten wie mitunter rasch verschleißende Bezüge, Klappergeräusche in Armaturenbrett und Sitzen, Softlack-Ablösungen an Kunststoffteilen oder hin und wieder Elektronik-Spinnereien.
1er-Schwachstelle: das mickrige Raumangebot. Misst der Fahrer mehr als 1,80 m, dann steht der Fahrersitz auf den letzten Rasten der Schiene. Und die Rückbank taugt nur noch als Kofferraum.
Standard: Das Ladevolumen (330 bis 1150 Liter) liegt knapp unter Golf-Niveau (350 bis 1305 Liter). Als Lastesel dürfte der 1er jedoch selten Verwendung finden.
Schafft Vertrauen: das bei BMW-Betrieben lückenlos abgestempelte Serviceheft.
Beim 116i der Baujahre 2004 und 2005 gab es einige kapitale Motorschäden. Grund war in allen Fällen eine abgesprungene Steuerkette. BMW tauschte die Motoren anstandslos aus. Beim TÜV präsentiert sich der 1er fast mit weißer Weste, lediglich erhöhtes Lenkungsspiel trübt die Bilanz. Im AUTO BILD-Kummerkasten ist der 1er nahezu unbekannt.
Arbeitsgerät vieler Taxifahrer, Dienstvehikel Tausender Chefs:
die E-Klasse von Mercedes. Nun auch Traum vieler Papis zum Polo-Preis: E 200 T Kompressor Avantgarde, Erstzulassung 8/2003, 100.000 km, 14.750 Euro. Mit Anhängekupplung, Xenonlicht, automatisch öffnender und schließender Heckklappe, Schiebedach und Parktronic, Sitzheizung und Telefon.
48.500 Euro hat eine Firma dafür mal lockergemacht, um einen ihrer leitenden Angestellten mobil zu halten. Nach knapp sieben Jahren und 100.000 km darf Papi für 14.750 Euro zuschlagen – 70 Prozent unter Neupreis!
Gediegen: Das Cockpit ist selbsterklärend und fein verarbeitet.
E-Klassen sind Kilometerfresser. Und wenn der Tacho sechsstellige Zahlen anzeigt, fangen die Wehwehchen an Vorder- und Hinterachsen an. Spurstangen, Traggelenke und Hinterachsbuchsen sind die typischen Austausch-Kandidaten. Der
TÜV bescheinigt vielen W 211 überhöhtes Lenkungsspiel, eine ungleich wirkende Fußfeststellbremse.
Ehemalige Problemzone: die elektrohydraulische Wunderbremse SBC (Sensotronic Brake Control). Ein Ausfall des SBC führte zu einigen Unfällen und zu einer gigantischen
Rückruf-Aktion. Heute ist SBC kein Thema mehr, die elektrohydraulische Bremse arbeitet einwandfrei. Viele Fehler des W 210 wie zum Beispiel den Rost hat Mercedes beim W 211 beseitigt.
Typisches Vertreter-Auto:
Ford S-Max, Erstzulassung 2/2008, 132.000 km, 14.800 Euro. Steinschläge auf der Motorhaube verraten, wo der S-Max zu Hause war: auf der Autobahn. Und zwischendurch in der Werkstatt, denn das Serviceheft ist durchgestempelt.
Aber darf man so einen Langstrecken-Ford kaufen? AUTO BILD sagt: Ja! Im Dauertest über 100.000 km verdiente sich genau so ein S-Max 2.0 TDCi mit 140 PS eine glatte Zwei. Auch beim TÜV gibt es großes Lob.
S-Max und der größere Bruder
Galaxy (ab 2006) sind haltbare Vans, nur für rostige Auspuffanlagen gibt es Kritik.
Schönes Extra: Sommerreifen lagern im Kofferraum.
Schöner Arbeitsplatz: S-Max-Cockpit mit Navigation.
Der gepolsterte Deckel der Armablage in der Mittelkonsole musste im
Dauertest mehrfach neu befestigt werden, hielt aber immer nur für kurze Zeit. Ansonsten überzeugte der S-Max mit guter Langstreckentauglichkeit.
Im Ford S-Max rutschen die Insassen nicht herum, in der zweiten Reihe gibt es drei gut ausgeformte Einzelsitze. Außen mit Isofix-Kindersitzhaltern.
Platz satt: Der Kofferraum des S-Max packt zwischen 285 und 2000 Liter.
DEKRA-Sachverständiger Anton Schmidt beim
AUTO BILD-Dauertest nach der Zerlegung von Motor und Getriebe: "Die Aggregate sind gut genug für die doppelte Strecke." Erst dann (nach 200.000 km oder zehn Jahren) muss nach Herstellervorgaben der Zahnriemen gewechselt werden.
Vier bequeme Einzelsitze – und dazu dieses unverwechselbare Heck: Den
Volvo C30 muss man einfach mögen. Erst recht, weil er beim TÜV nicht aneckt. Für weniger als 15.000 Euro gibt es den 2.4i, einen Fünfzylinder-Benziner mit 170 PS. Wer 2000 Euro mehr ausgeben will, bekommt den sportlichen T5. Dann leistet der Fünfender 220 PS und röhrt wie ein Elch.
Ende 2004 baute VW endlich wieder einen
Golf GTI, der auch als solcher zu erkennen ist. Mit rot umrandetem Kühlergrill, Schottenkaro-Sitzen, abgeflachtem Lenkrad. Nicht verheizte Gebrauchte beginnen bei 14.000 Euro. Unser Tipp: Nach einem GTI mit dem wunderbaren DSG suchen. Mit der macht der 200-PS-Turbosportler gleich doppelt Spaß.
Der
BMW Z4 liebt Kurven wie der Bayer Weißbier, Heckantrieb sei Dank. Und langsam wird er bezahlbar – sogar mit Reihensechszylinder. Unter 15.000 Euro gibt es einen 2,5 Liter starken Roadster mit 192 PS. Aber der Z4 hat ein Hinterachs-Problem, im schlimmsten Fall verweigert der TÜV bei der zweiten Hauptuntersuchung die Plakette wegen gebrochener Federn.
Ja, es gibt einen
Porsche Boxster für 15.000 Euro. Nein, kaufen sollten Sie so was nicht. Obwohl selbst alte Modelle vom Typ 986 (1996–2004) beim TÜV Traumnoten bekommen, müssen wir vor Billigangeboten warnen. Viele sind verheizt, bekamen nur Öl und Sprit, aber keine Wartung. Typischer Mangel bei frühen Boxstern: undichter Wellendichtring der Kurbelwelle.
Audi A6 Avant, 2,7-Liter-V6-Diesel mit 180 PS. 100.000 km im Dauertest spulte er nicht ganz problemlos ab, bekam eine 3. Zweimal wurde das Navi-Steuergerät getauscht, einmal das Getriebe. Neu kostete so einer um 50.000 Euro, als dreieinhalb Jahre alter Leasingrückläufer ist der A6 Avant schon für 15.000 Euro zu haben. Finger weg von der anfälligen Multitronic.
Dicke Schlitten wie ein BMW 525d mit 177 PS kosteten mit ein wenig Ausstattung über 45.000 Euro. Käufer sparen nach fünf Jahren 30.000 Euro, kaufen den
5er Touring 65 Prozent unter Neupreis. Gutes Geschäft! Denn der 5er vom Typ E60 gilt als solide, selbst die BMW-typischen Achsprobleme mit ausgeschlagenen Gelenken gelten als behoben.
Mitsubishis Van heißt
Grandis: Er ist eine echte Alternative in der Liga der Raumwunder, besonders mit dem VW-TDI. Ab Herbst 2005 gab es den Grandis als DI-D mit Zweiliter-Diesel und 136 PS. Das Grundmodell Invite hat sieben Sitze in der Verteilung 2-3-2, den Intense gibt es auch mit sechs Einzelsitzen. Achtung: ESP war beim Basis-Benziner nicht Standard.
Variable Autos heißen bei
Toyota Verso. Ab 2001 boten die Japaner auch den Avensis als Van-Variante namens Verso an. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Warum nur? Der Passat-Rivale
Avensis gilt beim TÜV als unauffällig, leistet sich keine großen Schwächen. Wer 15.000 Euro für einen Van mit sieben Sitzen investieren will, bekommt einen 2006er Avensis Verso.
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