06.02.2009
Die Galerie der Spritvernichter
Automobile Relikte aus Zeiten, in denen der Benzinverbrauch unwichtig war und nur Leistung und Hubraum zählten.
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Dass die Sowjets, stets klamm an Devisen, schon früh um ihre Ölvorkommen gewusst haben müssen, lässt diese Kalesche mutmaßen. Breschnews Dreitonner ZIL 117 (1978; 7,0 l/300 PS) soll 40 Liter durchziehen.
Volvo 164 Automatik (1970; 3,0 l/130 PS). Das Sechszylinder-Debüt der Schweden überzeugte rundum. Außer an der Zapfsäule: 19 Liter pro 100 Kilometer war schon damals ein katastrophaler Wert.
Mercedes-Benz 230 (1968; 2,3 l/120 PS). Deutlich weniger PS als seine 250er- und 280er-Brüder bei identischem Durst, diese Ungleichung sprach sich im Volk schnell rum. Beim Verbrauch von 17 Liter absolut kein Wunder.
NSU Ro 80 (1976; 1,0 l Kammervolumen/115 PS). Mit der Ölkrise war das Schicksal des genialen Kreiskolbendampfers endgültig besiegelt. 17 bis 23 Liter Normal waren eben selbst damals nicht normal.
Peugeot 604 SL (1976; 2,7 l/136 PS). Bemerkenswert war der "Euro-V6" von Volvo, Renault und Peugeot schon wegen seiner seltsamen Vergaserbatterie. Mehr aber noch wegen ihrer Trinksucht: ab 17 Liter aufwärts.
Opel Diplomat V8 (1974; 5,4 l/230 PS). Eilige Direktoren griffen gern zum Ober-Opel mit Corvette-Herz, einer Mitgift der GM-Konzernzentrale. Das Fußvolk konnte sich die 22 Liter Verbrauch eh nicht leisten.
Cadillac Fleetwood Eldorado Convertible(1971; 8,2 l/365 PS). Der Caddy markierte den Höhepunkt des Hubraumwahns. Und ließ sich diesen Rekord mit 29 Litern entlohnen. Bei angemessen gemütlichem Cruising-Speed.
Maserati Quattroporte III (1977; 4,9 l/257 PS). Mit der für den US-Markt reduzierten Verdichtung ging es mit der Leistung rapide abwärts und mit dem Durst noch weiter hoch. Auf 29 Liter, um genau zu sein.
BMW 2800 (1972; 2,8 l/170 PS). Wie ein deutscher Reihensechser laufen kann und muss, definierte BMW ab 1968. Die Gemischaufbereitung gab aus vollen Rohren ihr Bestes dazu. Und zwar 18 Liter auf 100 Kilometer.
Jaguar XJ 12 (1975; 5,3 l/254 PS). Europas erste Zwölfender-Limousine der Moderne pumpte im Schnitt 24 Liter durch die vier Vergaser, im Fernverkehr auch gern über 30. Mit an Bord: zwei Tanks à 45 Liter.
Audi 200 5T (1979; 2,1 l/170 PS). Audi zeigte per Fünfzylinder und Turbolader erste mutige Oberklasse-Ambitionen. Doch nur der horrende Verbrauch erreichte echtes Nobel-Niveau: 17 bis 21 Liter.
Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 (1975; 6,9 l/286 PS). Man nehme die S-Klasse-Karosse, den V8 des 600, fertig ist die Über-Limo, die 230 km/h läuft. Und 23 Liter säuft, bei Streichelgas. Vollgaskonsum? Gut 40 Liter.
BMW 745i (1980; 3,2 l/252 PS). Wo Benz mit fettem V8 saß, wollte BMW sechszylindrig hin: ins Oberhaus. Verzweifelt griff man zum Turbo. Und erntete einen anfälligen Loser, der sich 22 Liter schmecken ließ.
Alfa 6 (1979; 2,5 l/158 PS). Es wird sich nie klären lassen, warum Alfa den V6 mit sechs Einzelvergasern bestückte. Wie viel die vergasten, ist indes bekannt und legendär: 19 Liter waren es gut und gern.
Citroën CX 2400 GTi (1978; 2,4 l/128 PS). Als Einspritzer explodierte der OHV-Vierzylinder, eine archaische Konstruktion aus den 30ern, leistungs- wie verbrauchsmäßig: 17 Liter waren keine Seltenheit.
Opel Commodore GS/E (1973; 2,8 l/160 PS). Wie bei allen deutschen 70er-Jahre-Mittelklässlern mit großvolumigen Reihensechsern lief auch beim Rekord-Bruder unter 16 Litern nicht mehr als das Cassettenradio.
Mercedes-Benz 300 TD Turbodiesel (1980; 3,0 l/125 PS). Selbstzünder gleich sparsam? Dass klappte damals nur, wenn nicht an der Leistungsschraube gefummelt wurde. Dieser Highspeed-Diesel ist mit 14 Litern dabei.
Ford Granada 2.5 D (1982; 2,5 l/69 PS). Noch ein Diesel-Säufer, aber ohne Leistung. Dass der 13-Liter-Durst des Heizölers einen Großteil der Taxlerzunft in die Pleite trieb, ist jedoch nur ein Gerücht.
VW 1303 (1972; 1,3 l/44 PS). Vor allem der chronisch verstellte Vergaser machte den späten 1300er zum Trunkenbold. Wer es krachen ließ, erntete 15 Liter Verbrauch. Und war dabei gerade mal 125 km/h schnell.
NSU TTS (1968; 1,0 l/70). Der gewalttätige Gnom aus Neckarsulm atomisierte die Hackordnung auf der linken Spur, forderte dafür aber Nahrung im Überfluss. Bisweilen schrie er nach mehr als 14 Liter Super.
BMW 1502 (1975; 1,6 l/75 PS). Das Sparmodell nach der Ölkrise war mit 95 Oktan zufrieden, lief aber nur Tempo 148. Reaktion der BMW-Stammklientel: ständig Vollgas, dabei ein Stadtverbrauch von 14 Litern.
VW Bus T2 (1975; 2,0 l/70 PS). Der kastrierte Zweiliter des VW-Porsche machte den Bulli zum Blitz, aber auch zum Extremtrinker. Mit Automatik waren nur dann weniger als 18 Liter drin, wenn es bergab ging.
BMW 325iX Automatic Kat (1986; 2,5 l/170 PS). Und noch ein frühes Katalysator-Opfer, das mit Automatik und Allrad eine teure Ehe eingeht. Alle drei Kriterien treiben den Verbrauch auf 17 Liter Normal hoch.
Porsche 924 Turbo (1978; 2,0 l/170 PS). Dank Zwangsbeatmung fuhr er dem Hausfrauenklischee um die Ohren, trank dabei aber hemmungslos. Erst die spätere Version kam mit weniger als 16 Litern zurecht.
Porsche 928 Automatik (1977; 4,5 l/240 PS). Genügsam wurde das dicke Ei erst im Alter. Die Urversion, noch auf Normalsprit geeicht, genoss trotz mauer Power (0–100 km/h in 8,6 Sekunden) ganze 22 Liter.
Ferrari 400 Superamerica (1960; 4,0 l/400 PS). Das Überauto der frühen 60er war doppelt so teuer wie "normale" V12-Ferrari und lief 280 km/h schnell. Der völlig nebensächliche Verbrauch lag bei 32 Litern.
Ferrari 365 GTB/4 Daytona (1973; 4,4 l/352 PS). Beim damals schnellsten Serienauto weltweit war alles an Bord, was für Tempo 280 gut ist. Inklusive der sechs Doppelvergaser, die 28 bis 40 Liter durchzogen.
Ferrari 400 A (1978; 4,8 l/340 PS). Ferraris unsittlich saufender Vergaser-V12 plus GM-Dreigangautomat: Was ergibt das? Klar, den Traum aller Beverly-Hills-Muttis. Und einen Verbrauch von 29 Litern.
Lamborghihi Espada (1969; 3,9 l/350 PS). Der unglaubliche Lambo-V12 war stets ein Spritvernichter vor dem Herrn. Vor allem aber in diesem 1,9-Tonnen-Coupé, dem man einen Konsum von 30 Litern nachsagt.
Plymouth Hemi 'Cuda (1970; 7,0 l/425 PS). Hier stellvertretend für alle echten Muscle Cars: der 'Cuda mit dem Chrysler-Hemi-Block. Durchschnitt: etwa 29 Liter. Bei angedachter Fahrweise: eher 40 plus X.
Porsche 911 Carrera RS (1973; 2,7 l/210 PS). Ein Normalbenziner, jubelte die Werbung, vergaß dabei aber den miesen Wirkungsgrad der niedrigen Verdichtung. Folge: 17 bis 21 Liter bei nur 960 kg Leergewicht.
Aston Martin V8 Vantage (1980; 5,4 l/380 PS). In vollen Zügen, nämlich durch vier riesige Weber-Doppelvergaser, genoss der Aston seine hochoktanige Nahrung. In Zahlen: rund 31 Liter pro 100 Kilometer.
Mercedes-Benz 350 SL (1971; 3,5 l/200 PS). Natürlich genehmigte sich die Limousine noch mehr. Aber angesichts der Bezeichnung "Sport Leicht" sind die 20 Liter des 1,6-Tonners durchaus eine Erwähnung wert.
Jensen Interceptor SP (1972; 7,2 l/325 PS). Der edle Brite war mit Bigblock richtig sparsam: 27 Liter reichten. Als 4x4 namens FF (nur 6,3 Liter Hubraum, aber 2080 kg schwer) trank er indes 31 Liter.
Mazda RX-7 Turbo (1987; 1,3 l Kammervolumen/180 PS). Löblich: Noch immer lässt Mazda das Wankeln nicht. Schade, dass die Kreiskolben Unmengen Sprit vernichten. In diesem Fall rund 19 Liter auf 100 Kilometer.
Nissan 300 ZX Twin Turbo (1990; 3,0 l/283 PS). Was Ferrari kann, können wir schon lange, sprach die Hutträgermarke und meinte den Kraftstoffverzehr gleich mit. Lohn für die sportliche Gangart: bis zu 22 Liter.
Cizeta V16T (1995; 6,0 l/540 PS). Mit gedoppeltem Lamborghini-V8 an Bord läuft der vom Filmmusik-Mogul Giorgio Moroder finanzierte Exot Tempo 328. Soll im Schnitt aber 33 Liter weghauen.
Renault 5 Alpine Turbo (1982; 1,4 l/108 PS). Nettes Gerätchen, um Große zu foppen. Aber billig war der Spaß nicht: Wer den blauen Kampfschlumpf drosch, musste alle 100 Kilometer 15 Liter nachgießen. Im Bild: der Renault 5 Alpine mit 93 PS-Saugmotor von 1976.
Mitsubishi Lancer 2000 Turbo ECI (1981; 2,0 l/170 PS). Um 1980 verfiel Mitsubishi dem Wahn, jede Modellreihe per Turbo zu krönen. Als der Spuk vorbei war, vergaßen wir schnell den Lancer, der 18 Liter soff.
VW Golf VR6 Syncro (1995; 2,9 l/190 PS). Der Super-Golf der Generation III konnte im Stadtverkehr schon damals 20 Liter vernichten. Seine heutige Klientel dürfte locker noch mehr schaffen.
Ford Escort Cosworth RS (1992; 2,0 l/220 PS). War schon voll das Feuerzeug, der Cossi. Ging 235, zeigte allen die Heckflosse. Nur der Tankwart konnte ihn voll genießen, wenn 17 Liter auf 100 Kilometer nachflossen.
Bentley Mulsanne Turbo R (1988; 6,8 l/353 PS). Auch beim zwangsbeatmeten Landlord redete man nicht über Leistung und Verbrauch. Was nur Chauffeure wussten: Ist die Rückbank leer, sind 35 Liter angesagt.
Lancia Thema 8.32 (1991; 2,9 l/205 PS). Ferrari-V8 als Fronttriebler, hinten ein Ausfahrflügel ... tolle Idee. Nicht ganz so toll: die Säuferattitüden des Vollbluts, das unter 20 Liter keinen Spaß verstand.
Opel Lotus Omega (1990; 3,6 l/360 PS). Ein Opel-Viertürer, der 1990 Tempo 275 machte, ist schockierend. Ein Omega, der mit 23 Litern unterwegs ist, ebenfalls; nur andersrum.
Ford Scorpio 24V (1996; 2,9 l/207 PS). Kölner Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat. Immerhin von Interesse: der irre Spritkonsum, wenn alle 207 Pferde ran mussten. Dann sogen sie 19 Liter weg.
VW Passat W8 4Motion (2001; 4,0 l/275 PS). Das "Phaetonchen" war ein Riesenflop, gilt aber als künftiges Sammlerstück: zum Hinstellen. Wer soll ihm morgen noch 21 Liter pro 100 km Stadtverkehr spendieren?
Land Rover 88 (1971; 2,3 l/70 PS). Einfach goldig findet man den alten Landy, solange er nicht genährt werden muss. Dass der Basisbenziner 19 Liter und mehr verdauen kann, erzählen wir deshalb lieber nicht.
Range Rover (1970; 3,5 l/132 PS). In Pkw-Konfiguration galt der Rover-V8 als recht sparsam. Doch im fetten Gelände-Galan musste er niedrig verdichtet ran. Derart genoss er zwischen 21 und 27 Liter.
Toyota Land Cruiser (1977; 4,2 l/135 PS). Gemacht für die Dritte Welt und ihr viertklassiges Benzin. Doch auch vom Hochoktanigen verbrannten gut 30 Liter auf 100 Kilometer.
Mercedes-Benz 280 GE (1979; 2,8 l/156 PS). Ein Geländewagen, der 150 Sachen macht, war einst eine eindrucksvolle Ansage. Dafür wurde selbst der Verbrauch von 23 Liter Normalsprit billigend hingenommen.
Jeep Wagoneer (1979; 5,9 l/121 PS). Zu Beginn der Kat-Ära warf der mächtige V8 kaum noch Leistung ab, soff aber umso üppiger. Mit 30 Litern darf derjenige rechnen, der sich diese Version des Ur-SUV anlacht.
Toyota 4Runner V6 (1992; 3,0 l/143 PS). Auch der "Land Cruiser light" war auf Kraftstoff konditioniert, der diese Bezeichnung nicht verdient. So nahm er stets 17 Liter, auch bei 80 km/h im Lkw-Windschatten.
Lamborghini LM 002 (1989; 5,2 l/455 PS). Ein reines Scheichspielzeug, dieser V12-Dreitonner, dessen Eigner nie über den astronomischen Durst redeten. Wir tun es: 53 Liter, gemessen von einem US-Magazin.
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