Zur Homepage

Die Gewinner und Verlierer der Punktereform

Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Am 1. Mai tritt es in Kraft, das neue Punktesystem für Verkehrssünder. Die Experten der Automobilklubs vermuten im Vorfeld, dass es dabei Gewinner und Verlierer geben könnte ...
Bild: AUTO BILD
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Gestärkt wird auf jeden Fall die Verkehrssicherheit, nach Einschätzung von ADAC-Jurist Jost Kärger wird dieses Ziel durch Einführung der Reform erreicht. Sinnlose Punkte wie für das Fahren ohne Umweltplakette fallen weg, bestraft wird nur noch, wer den Verkehr gefährdet.
Bild: Klaus Kuhnigk
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Auch der Durchschnittssünder, also jemand, der oder die nur selten gegen die StVO verstößt, könnte von der Neuregelung profitieren: Einzelne Punkte für geringfügigere Verstöße verfallen nach zweieinhalb Jahren. Bisher konnte das Hinzukommen von neuen Punkten das Verfallen alter Punkte verhindern, die Regelung war unübersichtlich.
Bild: Thomas Ruddies
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Auf der Gewinnerseite stehen auch Fußgänger und Radfahrer, da die gesetzliche Mindestgrenze für die Verteilung eines Flensburg-Punktes nun bei 60 Euro festgesetzt ist. Mit den Bußgeldern, die ihnen normalerweise drohen (im Bereich zwischen fünf und fünfzehn Euro) muss man sich da schon einiges zu Schulden kommen lassen, bevor beim KBA davon Notiz genommen wird.
Bild: dpa
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Augenzwinkernd verordnet Volker Lempp, Jurist des Auto Club Europa, auch Rechtsanwälte auf der Gewinnerseite ein. Als Begründung führt Lempp an: "Das ist alles so kompliziert, dass die sicher viel zu tun bekommen."
Bild: dpa
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
ADAC-Mann Kärger nennt die notorischen Verkehrsrowdys als erste Verlierer: Sie können schneller den Führerschein entzogen bekommen, nämlich schon nach vier groben Verstößen. "Derjenige ist dann aber auch schon dreimal für mindestens einen Monat zu Fuß gegangen und ist zweimal schriftlich ermahnt und verwarnt worden", betont der Jurist.
Bild: Frank Stange
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Ähnlich könnte es Berufskraftfahrern gehen, die durch die Straffung des Systems schneller in die Nähe des Führerscheinverlustes kommen. Meistens sind sie für Ladungsverstöße oder Mängel am Gefährt nicht allein verantwortlich, die Strafpunkte bedrohen aber nur den Führerschein des Brummilenkers – und nicht den der Lagerarbeiter oder Speditions-Mechaniker.
Bild: Dan Boman
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Im Gegensatz zu den Rechtsanwälten könnte die Berufsgruppe der Psychologen unter den Regeländerungen zu leiden haben. Bis zum 1. Mai 2014 konnten Autofahrer mit einem freiwilligen Fahreignungsseminar noch bis zu vier Punkte von maximal 18 entfernen (22,2 Prozent). Nach dem 1. Mai kann mit den Seminaren nur noch ein Punkt gelöscht werden (12,5 Prozent der Maximalmenge). Teurer sollen die Kurse auch noch werden: Preise von 400 bis 500 Euro stehen im Raum.
Die Gewinner und Verlierer der Punktereform
Notorische Telefonierer, die eine Freisprechanlagen-Allergie haben, kommen in Zukunft auch schneller zum Fahrverbot. Wer in zweieinhalb Jahren zum achten Mal erwischt wird, ist den Lappen los. Nach altem System waren dafür schon 18 Verstöße notwendig.
Bild: Andreas Lindlahr