Sie gestatten: Big Bud 16-V 747. Der größte Schlepper der Welt. Sein Einsatzgewicht kann, mit fast 24 Meter breiten Pflügen behängt, bis zu 50 Tonnen betragen. Allein der Tank fasst 1000 Gallonen (3750 Liter) Schiffsdiesel.
Der Big Bud musste sein Leben lang hart ackern. Und tut es heute noch. Mitte der Siebziger in Handarbeit für zwei kalifornische Baumwollfarmer gefertigt, befindet sich der Dicke heute im Besitz einer Farm in Montana.
Obwohl mittlerweile vollrestauriert, schlägt im Monster-Trecker noch das erste Herz: ein 16-Zylinder-Turbodiesel der Firma Detroit Diesel. Maximales Drehmoment: 3200 Newtonmeter, so viel wie zweieinhalb Bugatti Veyron.
In den USA ist eben doch alles ein kleines bisschen größer: Im Jahr 1842 automatisiert J. I. Case die Dreschmaschine, heute gehört Case zum CNH-Konzern. Im Bild: der Case Steiger 535 mit 433 PS und einer Förderleistung von 208 Liter pro Minute.
Kommt ein Case Steiger mit Raupenantrieb daher, nennt sich er sich Quadtrac. Er ist in drei Leistungsstufen zwischen 433 und 602 PS erhältlich. Kein Witz: Der Case Quadtrac ist Weltrekordhalter im 24-Stunden-Pflügen!
2002 beschließt Caterpillar, keine Raupentrecker mehr zu bauen. Die Rechte am Challenger bekommt AGCO. Links zu sehen: die C-Serie mit gewöhnlichem Radantrieb und Zwillingsbereifung für den Einsatz auf besonders weichem Fundament.
Der stellt sich jeder Herausforderung: Der Challenger (dt. "Herausforderer") MT800C leistet bis zu 570 PS. Mal ehrlich: Gibt es eine coolere Raupe? Von der Wasserpfeife rauchenden Schmetterlingslarve aus "Alice im Wunderland" mal abgesehen.
Der 8R ist der größte Standard-Traktor im John Deere-Sortiment. Er ist in jeder Farbe erhältlich, solange es grün ist. Der 8R kommt serienmäßig mit Multimedia-Spielereien und Luftfederung daher. Leistung: bis 380 PS.
Der US-Hersteller bietet ebenfalls Großtraktoren mit Gummilaufbändern an. Topmodell ist die Serie 9030. Übrigens: John Deere, Erfinder des selbstreinigenden Pflugs, starb bereits 1886. Den ersten Traktor baut die Firma aber erst 1918.
Die Top-Ausführung der Top-Baureihe: Den John Deere 9630 treibt ein Sechszylinder-Dieselmotor mit 13,5 Litern Hubraum an. Das Konzern-Flaggschiff wiegt 16,7 Tonnen und leistet bis zu 543 PS.
Der Größte im Claas-Portfolio: Der Xerion 5000 ist ein Großtraktor in Trac-Bauweise (Vollrahmen) und wird von einem Caterpillar-Turbodiesel mit 12,5 Litern Hubraum angetrieber. Er hat zwei lenkbare Achsen.
Claas stellte den Xerion 5000 im Jahr 2009 auf der Agritechnica vor. Im darauffolgenden Jahr kührt ihn die Fachwelt zur "Maschine des Jahres". Kunden können den Xerion auf Wunsch mit einem drehbaren Führerhaus ordern.
Sparsamer Kraftprotz: Vor einem sieben Meter breiten Grubber kommt der Xerion 5000 auf eine Stundenleistung von vier bis sechs Hektar. Pro bearbeitetem Hektar verbraucht der Riese dabei nur 14 Liter Diesel.
Großer Trecker von der Donau: Der Deutz-Fahr Agrotron X 720 ist der größte Traktor der Schwaben. Deutz führte die Agrotron-Serie bereits 2007 ein. Der 275 PS starke Agrotron X folgte im Jahr 2007.
1996 präsentierte Fendt die 900 Vario-Serie und setzt Maßstäbe. Der neue Großtraktor startet zunächst als 926 Vario mit 260 PS. Heute leistet das Topmodell 939 schlappe 390 PS. Der Vario ist der erfolgreichste Großtraktor Europas.
Bedingt alltagstauglich: Ein Vario 936 kann seine Vorteile in der Hamburger Innenstadt nicht wirklich ausspielen. Hier war der Lenker talantiert und die Parklücke zum Glück groß genug.
Wer hat den Größten? Ja liebe Country- und Western-Freunde. Natürlich wirkt der 900 Vario hier leicht deplatziert. Diese Bilder entstanden im Rahmen der Aktion "AUTO BILD erfüllt Wünsche".
So sieht artgerechte Haltung aus: ein zwillingsbereifter 900 Vario im Feld-Einsatz.
Großer Russe: Die roten Kirovets gelten als legendär robust. Seit 1962 verließen 460.000 Großtraktoren der K 700-Serie das Werk in St. Petersburg.
1995 führte Kirovets den 335 PS starken K 744 ein. Spätere Ausbaustufen verfügen über 11,9-Liter Hubraum und 428 PS. Quasi die Putin-Klasse der St. Petersburger. Mit jeder Menge Durchsetzungsvermögen. Serienmäßig.
Trotz modernerem Erscheinungsbild bleiben sich die Russen bis heute treu: Unkaputtbar-Technik und reichlich Leistung.
Kampfstier und Arbeitsochse: Der 5,0-Liter-V10 des Gallardo LP 560-4 Spyder leistet 560 PS und wiegt nur 1550 Kilo. Der R8 steigt mit 269 PS und 10,5 Tonnen Leergewicht in den Ring. Beim Drehmoment sieht der Gallardo alt aus: 1052 im R8 treffen auf 540 Newtonmeter im Gallardo.
Großer Wermutstropfen: Während Automobili Lamborghini unter Audi-Regie eigene Autos entwickeln und bauen darf, entspricht der R8 größtenteils dem Deutz-Fahr Agrotron X 720. Ferrucio Lamborghini musste seine Trecker-Sparte schon 1972 an die SAME-Gruppe verkaufen.
Mittelmotor und Scherentüren, Design wie ein Tarnkappenbomber? Nein, nein und nein. Aber dennoch folgt dieser Lamborghini einer Tradition, die sich bis ins Jahr 1948 zurückverfolgen lässt. So lange baut Lamborghini nämlich schon Traktoren.
Die New Holand T8-Series ist der größte Standard-Trecker der Amerikaner. Der Hersteller spricht ihm eine "überragende Wendigkeit" zu.
19 Tonnen schwer, über 600 PS stark: der New Holland T 9.760. Das Einstiegsmodell leistet immerhin 350 PS.
Richtig monströs wirkt der T9 mit der optionalen Zwillings-Bereifung. New Holland wirbt außerdem mit der geräumigsten Fahrerkabine auf dem Markt.
Kennt hier niemand: Der argentinische Hersteller Pauny stellt Knicklenker-Traktoren für den südmerikanischen Markt her.
Eine imposante Erscheinung: der Pauny Evo mit Zwillingsreifen.
Brummer aus dem Land der 1000 Seen: Die S-Serie ist das Topmodell des Landmaschinenherstellers Valtra aus Finnland.
Der S352 leistet maximal 370 PS und hat ein maximales Drehmoment von 1540 Newtonmetern.
Der kanadische Hersteller Versatile lässt seine fetten Kreationen in Winnipeg montieren. Zum Beispiel den hier: ein Versatile 305 mit Zwillingsbereifung. Maximales Drehmoment: über 1000 Newtonmeter.
Versatile ist der einzige Traktorenhersteller des Ahorn-Staates. Und das, obwohl hier zehn Millionen Quadratmeter Land bewirtschaftet werden wollen. Im Bild der Versatile 400 mit 400 PS.
Der schleppt was weg: Der Versatile 485 bringt 19 Tonnen auf die Waage und verfügt über einen Radstand von fast vier Metern. Wie immer steht die Modellbezeichnung für die PS-Zahl.
Eigentlich ist der Holmer Terra Variant gar kein Traktor. Aber weil er so groß und mächtig ist, darf der größte Systemschlepper Europas hier im Reigen der dicksten Trecker mit ums Rübenfeld tanzen. Der Terra Variant ...
... taugt für den Zuckerrüben- oder Getreidetransport, Gülle-, Feststoff- oder Mineraldüngerausbringung, zur Bodenbearbeitung oder zur Aussaat. Er ist also ein wahres Multitalent auf allen Ackern. Vorrausgesetzt, sie sind groß genug.
Den Holmer befeuert ein 612 PS starker Diesel von Mercedes mit 15,9 Litern Hubraum. Bärige 2700 Newtonmeter liegen schon bei lächerlichen 1300 Umdrehungen an! Getreu dem Motto: "Terra Variant, das Kraftwerk".
Zum Schluss zeigen wir noch ein ganz besonderes Schmankerl: den Schlüter Profi-Gigant von Trecker-Freak Ludwig Streitberger. Schlüter baute ab 1949 Traktoren im bayerischen Freising. Schlüter-Traktoren genießen unter Trecker-Fans noch heute Kultstatus.
"Bin ich so klein oder bist du so groß?" Der Profi-Gigant und sein Vater vor dem Maxlrainer Schloss. Der "Bulldogkini" besitzt 20 Lanz-Traktoren. Sein 650 PS starker Profi-Gigant ist ein Einzelstück.
Schlüter spezialisierte sich früh auf Großtraktoren. Zwillingsreifen erleichtern es dem Schlüter Profi-Gigant, seine 650 PS auf den Acker zu bringen. Serienmäßig leistete der Profi in den Siebzigern immerhin 500 PS, damals ein Alleinstellungsmerkmal.
Der Gigant steht auf 42-Zoll-Rädern. Die Front verlängerte Streitberger um 170 Millimeter. Sie läuft nun auch spitzer zu.
Unter der Haube arbeitet ein 12,5-Liter-Schiffsdiesel von MAN. Nur der Big Bud bietet mehr.
Braucht der Mensch so etwas? Hätte es nicht auch ein stinknormaler Porsche 911 getan? "Die Erfüllung von Kindheitsträumen, das ist es, worum es eigentlich geht", sagt Ludwig Streitberger.
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