Fünf aus Fünfzehn: Mit
Mercedes C-Klasse,
VW Passat,
BMW 3er,
Audi A4 und
Skoda Superb (von links) stehen die Finalisten der großen Mittelklasse-Meisterschaft fest. Wer fährt am Ende ganz nach vorne?
Kaum zu glauben, aber seit 2007 wird die aktuelle C-Klasse schon gebaut. Das ist in ihrem Fall nicht mehr zu übersehen – im Guten wie im Schlechten.
Als positiv werten wir vor allem die an vielen Details spürbare Reife und Ernsthaftigkeit, ...
... mit der der Mercedes gebaut ist. Dazu gehören erstklassige Sitze, ...
... hochwertige Materialien und leichte Bedienung. Das Cockpit verströmt eine gediegene und seriöse Atmosphäre, ist seit dem Facelift 2011 deutlich hochwertiger.
Allerdings, wir kommen zu den negativen Seiten des Alters, bietet der Fond erstaunlich wenig Platz: unmercedeshaft eng hier.
Auch beim Gepäckabteil liegt der Benz hinten: Mit 475 Litern bietet er – wenn auch knapp – das kleinste Volumen.
Ein leicht nostalgisches Taxi-Gefühl vermittelt der Diesel. Der CDI (136 PS, 360 Nm) rumort beim Start kräftig, vibriert spürbar. Bei höheren Touren werden die Manieren besser, ...
... dann legt sich der 2,1-Liter mächtig ins Zeug und zieht kräftig durch. Der Sprint auf Tempo 100 gelingt in 9,6 Sekunden, maximal sind 218 km/h drin.
Im direkten Vergleich etwa mit Audi und BMW bewegt sich der Mercedes gemessen, fast bedächtig, ...
... federt angenehm komfortabel.
Typisch Mercedes auch die hohen Preise, mit 37.908 Euro – inklusive Parameterlenkung für 238 Euro und Multikontursitzpaket für 512 Euro – liegt der C 200 CDI hier klar an der Spitze.
Platz fünf mit 483 von 700 Punkten: Die Mercedes C-Klasse ist ausgereift, solide und routiniert. Mit hohem Fahrkomfort. Knapp geschnittener Fond, Motor etwas brummig. Nicht so agil wie Audi und BMW.
Seine Bauzeit, seit 2007, verbindet den A4 mit der C-Klasse, ...
... genau wie der Mercedes bekam auch der Audi 2011 ein Facelift.
Beim Platz teilt der Audi ebenfalls das Schicksal des Mercedes, beide sind im Fond ziemlich eng geschnitten, ...
... in Sachen Kofferraumvolumen bietet der A4 mit 480 Litern gerade einmal fünf Liter mehr als die C-Klasse.
Doch abgesehen davon gibt es nicht allzu viele Gemeinsamkeiten. Nach wie vor beeindruckt der A4 mit seiner makellosen Verarbeitung und einer ausgeprägten Liebe zum Detail, ...
... Lob gibt es auch für die griffigen Sportsitze (Serie bei Ambition) mit genau der richtigen Härte.
Der, anders als in Skoda und VW, längs eingebaute Zweiliter-TDI läuft leise und geschmeidig, ...
... dreht sehr locker. Mit 9,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und 215 km/h Spitze gehört der Audi zu den Schnelleren in diesem Vergleich.
Die getestete Ambition-Ausstattung hat serienmäßig ein Sportfahrwerk, der A4 federt damit durchaus stramm, ...
... aber noch harmonisch und fährt sich betont leichtfüßig und handlich. Allerdings fehlt der Lenkung eine ordentliche Rückmeldung, sie wirkt synthetisch, ...
... und für seine 34.150 Euro ist der Audi A4 2.0 TDI im Vergleich recht sparsam ausgestattet, ...
... auch wenn Drive Select für 200 Euro im Preis schon eingerechnet ist.
Platz vier mit 488 von 700 Punkten: Der Audi A4 fährt mit Sportfahrwerk ausgesprochen leichtfüßig und handlich. Unter der Haube arbeitet ein auffällig leiser und laufruhiger TDI. Die Verarbeitung ist erstklassig, der Fond eher eng.
Langsam verliert der Superb seinen Status als Geheimtipp. In diesem Jahr liegt er bei den Zulassungen ...
... nur knapp hinter Opel Insignia und Ford Mondeo. Kein Wunder, der große Skoda liefert ein überzeugendes Gesamtpaket.
Groß ist hier wörtlich zu nehmen, denn diesen riesigen Fond wünscht sich jeder Taxikunde, ...
... der Kofferraum schluckt 565 Liter, so viel wie nur noch der Testsieger.
Maximal passen 1670 Liter rein, da muss mancher Kombi passen – und der Rest des Testfeldes erst recht. Ein für Skoda typisches Detail ist die zweifach öffnende Heckklappe – einmal als kleine Luke und einmal als große Klappe, originell und praktisch.
So sieht es am Arbeitsplatz des Superb aus: klare Gestaltung, schöne Instrumente und betont einfache Bedienung, ...
... aber Holzimitat und harte Kunststoffe – der Skoda soll wohl den Abstand zu VW halten.
Für den Antrieb ist der auch aus Audi und VW bekannte Zweiliter-TDI (140 PS, 320 Nm) zuständig. Der erledigt das routiniert, ...
... auch wenn er nicht ganz so leise läuft oder bissig antritt (0–100 km/h: 10,3; Vmax: 208 km/h) wie etwa im Audi.
Und im Vergleich fällt auf, dass der Superb eher steifbeinig federt.
Ein weiterer Grund für seinen Erfolg ist natürlich der Preis: 30.690 Euro für den Skoda Superb 2.0 TDI Elegance sind ein Wort.
Platz drei mit 495 von 700 Punkten: Der Skoda Superb ist unübertroffen geräumig und unübertroffen preiswert. Braucht sich auch sonst nicht zu verstecken. Braver TDI. Könnte geschmeidiger federn.
Ist der 3er unschlagbar? Fragten wir uns Anfang des Jahres, denn egal ob A4 oder C-Klasse, ...
... der neue 3er lag vorn. Auch jetzt sieht es eigentlich bestens für ihn aus, ...
... er ist geräumiger als zuvor, die Sitzposition passt perfekt, ...
... genauso wie die straffen Sportsitze (Serie bei Sport Line).
Allerdings muss BMW langsam mal aufpassen: Der Vorsprung von Audi bei Qualität und Verarbeitung wird größer, nicht kleiner, ...
... während in Sachen Kofferraumvolumen bei 480 Litern noch Gleichstand herrscht.
Keine Sorgen müssen sich die Bayern um den Zweiliter-Diesel (143 PS, 320 Nm) machen. Der läuft zwar kerniger als die TDI, ...
... hat aber Kraft und Biss. Und den niedrigsten Verbrauch: 5,0 Liter. Mit 9,3 Sekunden erledigt der 3er zudem den Standardsprint von 0 auf Tempo 100 am schnellsten.
Ebenfalls vorn liegt der perfekt ausbalancierte 3er mit seinem Fahrwerk, das sich mit den adaptiven Dämpfern (1100 Euro) zwischen herausragender Agilität ...
... und betontem Komfort abstimmen lässt. Also, fahrdynamisch ist der teure BMW klar der Maßstab der Klasse, ...
... aber das lassen sich die Münchner auch gut bezahlen: Für einen 318d Sport Line inklusive variabler Sportlenkung (450 Euro), Adaptivfahrwerk (1100 Euro) und 18-Zoll-Bereifung (650 Euro) werden 36.700 Euro fällig.
Platz zwei mit 500 von 700 Punkten: Der BMW 3er ist der Sieger der Herzen – mit ausgeprägtem "Habenwollen"–Effekt. Sieht gut aus, fährt sich großartig. Präzise Lenkung, lebhafter, sparsamer Motor.
Zu Beginn halten wir fest: Dynamisch kann der Passat (0–100 km/h: 9,8 s) dem sehr agilen BMW nicht das Wasser reichen. Will er auch gar nicht, ...
... denn VW legt größeren Wert auf Komfort, besonders mit den verstellbaren Dämpfern (1085 Euro).
Und ausschlaggebend für seinen Sieg vor dem BMW ist auch nicht der deutlich günstigere Preis von 32.535 Euro (Passat 2.0 TDI Comfortline inklusive DCC, geräuschdämmenden Seitenscheiben, 17-Zoll-Bereifung und Reifendruckkontrolle), den gleicht der 3er durch den höheren Wiederverkaufswert wieder aus.
Nein, Punkte bringt dem VW eine Reihe messbarer Fakten: Er bietet mehr Platz im Fond als der 3er, ...
... verfügt über den viel größeren Kofferraum (565 zu 480 Liter), die höhere Zuladung (584 zu 446 Kilo) und Anhängelast. So etwas bringt bei sonst großer Ausgeglichenheit eben die Entscheidung.
Denn grundsätzlich bewegt sich auch der Passat auf hohem Niveau, mit viel Platz, tadelloser Funktionalität, ...
... einem leisen, laufruhigen TDI (140 PS, 320 Nm) ...
... und angenehmen Fahreigenschaften. In jeder Falte spürt man den Feinschliff, den das Auto im Lauf der Jahre bekommen hat.
Platz eins mit 509 von 700 Punkten: Größte Stärke des VW Passat ist seine Ausgeglichenheit. Er kann vieles, und das auf hohem Niveau. Viel Platz und Komfort, leiser Motor, vergleichsweise günstiger Preis.
Das Fazit der AUTO BILD-Redakteure Dirk Branke (rechts und Wolfgang König: "Mit 15 Autos hat der Vergleich begonnen, mit einem klaren Ergebnis endet er: Der VW Passat gewinnt, ...
... weil er so ausgewogen ist, mit Praxistauglichkeit und Größe seine Punkte sammelt. Der 3er-BMW kommt auf Platz zwei, fährt aber direkt in unsere Herzen.
Überraschung auf Platz drei: Der Skoda liegt vor Audi A4 und C-Klasse. Klasse Autos, aber nicht mehr die Jüngsten."
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