Die Amerikaner gehen mit viel Optimismus ins Autojahr 2010. Getreu dem Motto: Es kann nur besser werden. Auf der NAIAS in Detroit zeigen die US-Hersteller einige interessante Neuheiten. Leider dominieren erneut hohe PS-Zahlen und große Hubräume statt Umwelt-Gedanken. Die deutschen und japanischen Hersteller hingegen haben jede Mende Öko-Blech im Gepäck.
Ein Protagonist am Stand von
Cadillac ist das neue CTS-V Coupé. Nix Hybrid, nix Elektroantrieb, hier gibt ein fetter 6,2-Liter-V8 mit 564 PS den Ton an und macht demnächst Jagd auf die BMW-M-Modelle und die AMG-Boliden von Mercedes.
Das aus der Corvette ZR1 bekannte Triebwerk stemmt brachiale 747 Newtonmeter auf die Hinterachse. Tempo 100 sollen aus dem Stand in vier Sekunden erreicht sein, die Tachonadel bleibt erst bei 300 km/h stehen. Im Frühsommer 2010 soll das neue Cadillac CTS-V Coupé bei den US-Händlern sein.
Auch dieser kleine Flitzer macht ordentlich auf dicke Hose:
Chevrolet schiebt den
Aveo RS in das Cobo Center zur
Detroit Auto Show 2010. Der aufgemotzte Kleinwagen soll die nächste Generation des Aveo ankündigen, die ab 2011 in den USA gebaut wird.
Unter der kurzen Stummel-Haube arbeitet ein 1.4 Turbobenziner mit 140 PS, der künftig im
Chevrolet Cruze zum Einsatz kommen soll.
Das Showcar fällt optisch vor allem durch den integrierten Heckspoiler, die dicken 19-Zoll-Räder, das Doppel-Endrohr und den riesigen, geteilten Kühlergrill auf und wird mit Sicherheit einige Blicke, vor allem die der jungen Messebesucher, auf sich ziehen.
Auch Buick macht beim PS-Schaulaufen mit und zeigt dem Messepublikum das Showcar Regal GS, eine Sport-Limousine mit 258 PS auf Basis des Opel Insgnia OPC. Ein 2.0-Turbobenziner, der satte 400 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt, ...
... soll im Sommer 2010 auch im Regal CXL eingesetzt werden. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 soll dem Buick Regal GS in sechs Sekunden gelingen. Geschaltet wird der Allradler über ein manuelles Sechsganggetriebe.
Im überwiegend schwarz gehaltenen Innenraum gibt es ein Sportlenkrad, Aluminium-Pedale und Recaro-Sportsitze. Besonderes Highlight: Wenn der Fahrer den Sportmodus einschaltet, leuchtet die Instrumententafel in der Farbe "Eisblau" auf.
Noch so eine Wuchtbrumme für Detroit!
Ford hat dem ohnehin schon äußerst potenten Mustang GT ein noch stärkeres Aggregat spendiert. Der neue V8 mit 5,0-Litern Hubraum ...
... leistet 418 PS und kommt erstmals im 2011er-Modell zum Einsatz.
Bislang war im Mustang GT ein 4,6-Liter-V8 mit 319 PS verbaut.
Der Boss ist zurück! Zu Ehren von "Parnelli" Jones, der vor vierzig Jahren Trans-Am-Champion in einem Mustang BOSS 302 wurde, präsentiert Ford Racing den neuen Boss 302R.
Der gelbe Hengst hat keine Straßenzulassung und wurde ausschließlich für die Rennstrecke gebaut. Die Preise beginnen bei 79.000 Dollar.
Unter der Haube arbeitet der neue Fünfliter-V8 aus dem Mustang GT (2011). Im dritten Quartal 2010 soll der Boss ausgeliefert werden.
VW hat mit dem Golf vorgelegt, Opel hat schon den neuen Astra am Start, jetzt legt Ford auf der Detroit Auto Show 2010 den neuen Focus nach. Ein extrem wichtiges Auto für Ford, denn der Focus soll ...
.. weltweit zwei Millionen Mal pro Jahr vom Band rollen. Einen Flop kann sich Ford nicht leisten. Erster Eindruck: Der Focus ist ein großer Fiesta. Die Form des Fünftürers erinnert mit seinem stark abfallenden Dach an den kleinen Bruder.
Softtouch-Oberflächen und neues Bedienkonzept sollen Kunden überzeugen. Start für den Focus: 2011.
Am Stand der GM-Tochter GMC macht sich ein schicker Acadia breit. Der würde bei uns als Riesen-SUV durchgehen, in den USA ist er größentechnisch nur Mittelmaß. Zur Detroit Motor Show 2010 rollt der Acadia als Edel-Variante Denali.
Angetrieben wird der 5,10 Meter lange Crossover von einem 3,6-Liter-V6 mit 292 PS und 366 Newtonmetern Drehmoment.
Im Innenraum wird viel Leder mit diversen Edelhölzern kombiniert, die Sitze sind nicht nur elektrisch verstellbar, sondern wärmen oder kühlen auf Wunsch den verlängerten Rücken. Die Preisliste soll bei rund 48.000 Dollar beginnen.
Die GM-Tochter GMC geht neue Wege: Nicht groß und kräftig, sondern klein und sparsam fährt die Studie Granite auf der Detroit Auto Show 2010 vor.
Der 4,01 Meter kurze Granite wandelt irgendwo zwischen Minivan und Crossover, ...
... aufgepeppt mit Details wie gegenläufig angeschlagenen Türen. Im Gegensatz zum Opel Meriva verzichtet GMC auf eine B-Säule.
Die wohl krasseste Mogelpackung der ganzen Messe kommt aus dem Hause Chrysler: Da kündigt die Tochter Jeep in der Pressemitteilung zur Detroit Auto Show drei neue Modelle an. In Wahrheit gibt es jedoch nur die neue Ausstattungslinie "Renegade" für den Liberty, ...
... sowie die optionalen Pakete "Islander" (1120 Dollar) ...
... und "Mountain" (1820 Dollar) für den Wrangler zu sehen.
Mit dem Concept ActiveE steht der erste reine Elektro-BMW auf der NAIAS 2010. Die Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen laut
BMW eine Reichweite von maximal 240 Kilometern. Der Batterie-Bayer soll in weniger als neun Sekunden von 0 auf 100 km/h spurten ...
... und 145 km/h schnell sein. Seine Höchstleistung beträgt 170 PS, das maximale Drehmoment von 250 Newtonmetern steht in der für Elektromotoren typischen Ausprägung bereits aus dem Stand heraus zur Verfügung.
Das BMW Concept ActiveE wird von einem neuen, speziell für dieses Fahrzeug entwickelten Elektrosynchronmotor angetrieben.
Die
E-Klasse von
Mercedes zeigt sich auf der North American International Auto Show 2010 oben ohne. An Motoren stehen der 250 CDI mit 204 PS, der 350 CDI mit 231 PS, ...
... die Benziner 250 CGI (204 PS) und 350 CGI (292 PS) zur Auswahl, allesamt BlueEfficiency-Aggregate. Topversion ist das E500 Cabrio mit 388 PS.
Das Verdeck des neuen E-Cabriolets ist – ganz klassisch – aus Stoff. Wegen ihrer guten Wärmeisolierung soll sie laut Hersteller voll wintertauglich sein. Mercedes verspricht für seinen neuen Frischluftler bis zu 200 km/h schnellen Cabrio-Genuss zu jeder Jahreszeit.
BMW rollt neben dem 5er und dem Elektro-1er auch noch den brandheißen Z4 sDrive 35is mit M Sportpaket und 340 PS ...
... auf die Messeplanken im Cobo Center. Sein maximales Drehmoment beträgt satte 450 Newtonmeter.
Den Preis für die neue Topversion gibt BMW mit 56.750 Euro an, ab Frühjahr 2010 ist die Speerspitze der Z4-Baureihe erhältlich.
Eines der skurrilsten Ausstellungsstücke dürfte mit Sicherheit das Beachcomber Concept am Mini-Stand sein. Der Dünen-Hüpfer basiert auf dem neuen SUV von
Mini und wird über alle vier Räder angetrieben.
Wenn man sich die Türen dazu denkt, hat man den neuen Crossover-Mini praktisch schon jetzt vor Augen. Ab September 2010 ist er dann zu Preisen ab rund 20.000 Euro zu haben.
Der seitlich offene Crossover-Mini erinnert einerseits an die Mutter aller Freizeit-Fahrzeuge, den legendären Beachbuggy, andererseits an den Mini Moke (hinten rechts im Bild), eine verrückte Mini-Idee aus den 60er-Jahren.
Mit viel Pomp, Paukenschlägen und Prominenz wurde der neue
Audi A8 Anfang Dezember 2009 einem erlesenen Publikum in Miami präsentiert. Jetzt zeigen die Ingolstädter ihr Flaggschiff erstmals einem Messepublikum.
Anfang März 2010 steht der A8 in Deutschland beim Händler, ...
... ein Start-Stopp-System gibt es dann ab Sommer 2010 und vorerst nur für den handgeschalteten 3.0 TDI, ein Hybrid-Antrieb folgt frühestens Ende 2011.
Chrysler bedient sich im Jahr 2010 vornehmlich aus der Fiat-Kiste. In Detroit zeigt der angeschlagene US-Autobauer ...
... eine Elektro-Kleinwagenstudie auf Basis des Fiat 500 (Foto). Zudem soll eine Fließheck-Studie auf Basis des Lancia Delta enthüllt werden.
Auch
Volvo setzt in Detroit auf Strom und stellt die Studie
C30 Electric zur Schau. Die soll immerhin 150 Kilometer weit kommen. In Kürze ...
... wollen die Schweden eine Testflotte mit mindestens 50 Fahrzeugen produzieren, die 2011 zwei Jahre lang im Alltagsverkehr zum Einsatz kommen soll.
Die Elektro-Studie BYD e6 (Foto) kennen wir schon von der Detroit Auto Show 2009. Doch Studie war gestern! Auf der NAIAS 2010 ...
... zeigen die eifrigen Chinesen das fertige Serienmodell.
Auch diese Studie kennen wir schon von unzähligen großen Automessen. Doch auch das Honda-Hybridkonzept CR-Z (Foto) ist erwachsen geworden. In Detroit steht nun endlich die Serienversion, ...
... die ab Februar 2010 in Japan verkauft wird. Wann der CR-Z in Eruopa startet, wird in Kürze bekanntgegeben. Den neuen Sportler sollen laut
Honda "kompakte Größe, leichtes Gewicht und hohe Kraftstoffeffizienz" auszeichnen.
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