Das US-Magazin "Forbes" hat eine Liste der bedeutendsten Autos der Geschichte veröffentlicht. Den Anfang macht der Ford T, der im Jahr 1908 auf den Markt kam.
Das Model T war zwar nicht das erste Auto, hatte aber entscheidenden Einfluss auf das gerade beginnende 20. Jahrhundert. Bis dato waren Automobile extrem teure Luxusgüter, die sich nur vermögende Menschen leisten konnten. Fords neues Einsteigermodell ...
... war das erste am Fließband produzierte Automobil und wegen seines günstigen Preises auch für die Arbeiterklasse erschwinglich. Insgesamt verkaufte Ford mehr als 15 Millionen T-Stücke. Der Wagen hatte einen Vierzylinder-Reihenmotor mit 2,9 Litern Hubraum und 20 PS, zwei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang.
Der VW Käfer mobilisierte Millionen und war das am längsten produzierte Auto. 1938 stellte der von Hitler beauftragte Ferdinand Porsche die Urversion des Volkswagens vor – damals noch als "KdF-Wagen". Der Name entstammte der Nazi-Organisation "Kraft durch Freude".
Der Erfolg begann nach dem Krieg: 1955 wurde der millionste Volkswagen produziert. Wie kaum ein anderes Produkt symbolisierte der Käfer das deutsche Wirtschaftswunder.
Die simple, aber robuste Technik machte den Käfer auch international zum Kassenschlager.
Insgesamt verkaufte VW mehr als 21 Millionen Stück, der letzte Käfer lief 2003 in Mexiko vom Band.
Der Nachfolger setzte die Erfolgsgeschichte fort: 1974 löste der Golf in Deutschland den hoffnungslos veralteten Käfer ab – mit modernem Frontmotor und -antrieb, Wasserkühlung und brauchbarem Kofferraum. Mittlerweile läuft die sechste Generation vom Band.
Der Trabant 601 wurde zum Symbol des misslungenen Experiments Sozialismus. Er kam 1964 als Käfer-Pendant auf den DDR-Markt (Nachfolgemodell des 1957 eingeführten P50) und sollte als "Volkswagen des Ostens" die Massen mobilisieren.
Fehlende Innovationen, veraltete Zweitakttechnik und die nicht selten jahrelange Wartezeit auf einen Neuwagen trugen allerdings nicht zur Beliebtheit des "Trabi" bei. Als die Wende kam, ...
... wollte ihn schließlich keiner mehr. Auch der Trabant 1.1 mit VW-Viertaktmotor konnte den VEB Sachsenring damals nicht mehr retten. Mittlerweile sind gut erhaltene Trabant wieder gesuchte Sammlerstücke.
Einfach unverkennbar: Es gibt wohl wenige Karosserieformen, die wir so eindeutig einer Marke zuordnen wie die des Porsche 911. Die Urversion wurde 1963 als Nachfolger des Porsche 356 auf der IAA vorgestellt.
Im Heck tobten sich luftgekühlte Boxer aus, das Antriebskonzept hatte Porsche vom Käfer übernommen. Der Ur-911 mit Zweiliter-Sechszylinder hatte bescheidene 130 PS, Leistung und Hubraum wuchsen kontinuierlich. 1974 kam der Turbo mit 260 PS, 1997 die Wasserkühlung.
Die aktuelle Baureihe leistet mindestens 345 PS, im 911 GT2 galoppieren ganze 530 Pferde (für rund 190.000 Euro). Auch im Motorsport wurde der Neunelfer über die Jahrzehnte zu einer Ikone.
Jaguar XK 120: Der zeitlos schöne Roadster zählt zu den Ikonen des Automobilbaus. Bei seiner Einführung im Jahr 1948 zählte der XK mit seinem 160 PS starken Reihen-Sechszylinder ...
... zu den schnellsten Serienfahrzeugen seiner Zeit. Hollywoodstars wie Clark Gable und Lauren Bacall fuhren XK, was die Popularität des eleganten Roadsters zusätzlich steigerte.
Gilt als Urgestein der Muscle-Cars: der Ford Mustang. Das Pony Car war von Beginn an als Stufenheck-Coupé ...
... und Cabrio sowie mit Sechszylinder- und V8-Triebwerk zu haben. Der Reihensechser mit 2,8 Litern Hubraum leistete 100 PS, der 4,3-Liter-V8 165 PS. Im Sommer 1964 wurde der Hubraum des V8 auf 4,7 Liter erhöht (271 PS).
Das 2010er Modell ist bereits aus dem Stall und seit Anfang 2009 in den USA für rund 21.000 Dollar zu haben. Importe gibt es in Deutschland knapp unter 30.000 Euro. Angeboten werden Motoren von 213 PS bis 547 PS im Shelby GT 500.
Als 1984 der Dodge Caravan in den USA auf den Markt kam, legte die Familienkutsche den Grundstein für ein neues Segment: den Minivan.
Die Vorteile lagen auf der Hand: Platz für bis zu sieben Personen, variables Sitzkonzept, viel Stauraum für den Familienurlaub. Aktuell läuft bereits die fünfte Generation (Grand Caravan) vom Band, in Europa wurde der Ami als Chrysler Voyager vermarktet.
Ein schräger Vogel: Der Citroën 2CV – in Deutschland gemeinhin als "Ente" bekannt – erlangte Kult-Charakter. Ursprünglich war die Ente als vielseitiges Gebrauchsauto für die Landbevölkerung Frankreichs nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht.
Der Prototyp T.P.V. (toute petite voiture, deutsch: ganz kleines Auto) von 1939 sollte laut Lastenheft zwei Personen und einen Zentner Kartoffeln transporieren können, ein Korb voller Eier sollte eine Fahrt über schlechte Wege heil überstehen. Mindestens 60 km/h bei minimalem Verbrauch und bei geringen Kosten waren ebenfalls gefordert. Heraus kam später der 2CV.
Klar, dass der auf der Forbes-Liste nicht fehlen darf: Auf den Jeep Cherokee sind die Amis ganz besonders stolz. 1984 kam der erste seiner Art. Der für US-Verhältnisse eher klein geratene Geländewagen öffnete in den USA ein neues Fahrzeugsegment, ...
... und wurde auch von Kunden in Europa gut angenommen. Mittlerweile läuft der kernige Ami schon in vierter Generation.
Britischer Kult: 1959 kam der Austin Mini – ein revolutionäres Konzept. Der quer eingebaute Frontmotor bildete mit dem Getriebe eine Einheit, was extrem kurze Karosseriemaße von knapp drei Metern Länge und dennoch Platz für vier Passagiere ermöglichte. 2000 lief der letzte Ur-Mini vom Band, BMW setzte den Kult mit einem modernen Nachfolger erfolgreich fort.
1998 stellte Daimler den Smart fortwo (damals noch "City Coupé") vor: 2,50 Meter kurz, Mini-Motörchen, zwei Sitze, praktisch kein Kofferraum. Der Stadtflitzer wurde ein Riesenerfolg und ist mittlerweile sogar in den USA zu haben.
Vorzeige-Öko: Der Toyota Prius mit einem Antrieb aus Benzin- und Elektromotor ist das weltweit meistverkaufte Hybridauto. 1997 kam die erste Generation in Japan auf den Markt. Für die aktuelle dritte Baureihe gibt Toyota einen Normverbrauch von 3,9 Litern an.
Vom Forbes-Magazin großzügig übersehen: Der Benz-Patentwagen darf in dieser Liste nicht fehlen – mit ihm fing schließlich alles an. Die Motorkutsche von Carl Benz rollte erstmals 1886 durch die Straßen Mannheims. Der wassergekühlte Einzylinder leistete 0,9 PS.
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