Fährt ein Hybrider wirtschaftlicher als ein Diesel-SUV? Der Test Lexus RX 400h gegen BMW X5, Mercedes-Benz M-Klasse, VW Touareg und Jeep Grand Cherokee zeigte: nein.
Mit einem Grundpreis von 41.900 Euro klingt der Ami nach einem echten Sonderangebot (die Konkurrenten sind fünf- bis achttausend Euro teurer). Ist er aber nicht: Im Vergleich zum ...
... Lexus ist die Ausstattung des Jeep mehr als mager. Beim Japaner sind beispielsweise sieben Airbags (inklusive Fahrer-Knieairbag), Klimaautomatik, CD-Wechsler, Xenonlicht und 18-Zoll-Aluräder serienmäßig an Bord.
Nur Rang vier für den BMW: Die teure Versicherung und BMWs "Garantie"-Lösung kosten viele Punkte. Schade, denn der X5 ist unter den dicken Dingern der Sportwagen. Und das sogar ...
... beim Verbrauch: Auf 100 Kilometer schlürft der Bayer nur 9,9 Liter Diesel weg. Zum Vergleich: Jeep 11,3 Liter, Mercedes-Benz 10,5, VW 11,0. Der hybride und angeblich so sparsame Lexus verbrauchte im Test durchschnittlich gar 12,0 Liter.
Aller guten Dinge sind drei: Der Lexus RX 400h fährt mit einem 3,3-Liter-V6-Benziner (1) mit 211 PS und zwei Elektromotoren (2 und 3). Bei sanftem Anfahren und Schrittempo ...
... treibt der vordere Elektromotor an. Wird stärker Gas gegeben, schaltet sich schnell und ruckfrei der Benziner zu. Bei vollem Leistungseinsatz (und bei Schlupf) ...
... schiebt zusätzlich der hintere Elektromotor (50 kW) an. Beide Elektrotriebwerke zusammen liefern 485 Nm Drehmoment, das bereits im Stand zur Verfügung steht.
Die Kraft der drei Herzen ist äußerst effektiv: Den Spurt auf 100 erledigt der Japaner in 7,7 Sekunden und läßt damit die Konkurrenten einfach stehen. Der Zweitschnellste ist der Jeep – mit 8,8 Sekunden. Schlußlicht Touareg braucht 9,7.
Bedienung leicht gemacht: Die hinterleuchtete Anzeigeeinheit (Optitron) und das Zentral-Display mit Touchscreen-Funktion machen einen guten Eindruck. Etwas konfus ...
... wirken aber die nicht wirklich klar voneinander getrennten Bedienfelder für Radio- und Klimaanlagenbedienung.
Hinten etwa keine Augen im Kopf? Der RX 400h hilft weiter: Eine Miniaturkamera in der Heckklappe sendet Farbbilder auf den Monitor. Führungslinien zeigen außerdem an, wie der Fahrer einlenken muß, um optimal einzuparken.
Höhenkontrolle: paßt! Wie bei allen anderen Fahrzeugen übrigens auch.
Schmalhans: Wegen der Radhäuser ist der Kofferraum des Lexus nur 99 Zentimeter breit. Dementsprechend klein ...
... fällt auch das Ladevolumen aus: 439–1180 Liter passen hinein. Das ist deutlich weniger als bei den Konkurrenten (z.B. ML 320 CDI 500–1830 Liter).
Leicht zu finden: Kleinteile passen im Lexus in ein Bodenfach.
Der fährt (punktemäßig) allen anderen davon: Der Mercedes zeigte sich, vor allem was die Fahrqualitäten angeht, deutlich überlegen. Daran kann auch ...
... der zweithöchste Preis (48.662 Euro) nichts ändern.
Bis zu 215 Kilometer kann der ML in der Stunde rennen, mehr als alle anderen. Besonders schön: Die Siebengang-Automatik hält auch bei mehr als 200 km/h den Verbrauch schön niedrig.
Drei Liter Hubraum, 224 PS, 510 Nm – und das ganze schön abgestimmt und angenehm leise. Mmmmmh-Klasse!
Einladend: Der ML-Fahrerplatz ist mit reichlich Holz eingefaßt.
Wer es schön haben will in seinem ML, muß zahlen. Das Leder-Paket kostet 3045 Euro Aufpreis.
Klarer Fall: die Bedienung der Klimaanlage.
Sesam, öffne dich! Drückt man auf dieses Knöpfchen in der Türverkleidung, ...
... schwingt die Heckklappe automatisch auf (574 Euro) und gibt den Blick ...
... auf das Riesen-Gepäckabteil des Mercedes frei. Das Schienen-Befestigungssystem und der gänzlich ebene Ladeboden laden zudem zum fröhlichen Beladen ein.
Komfortabel, geräumig, souverän – so muß ein modernes SUV aussehen. Und so kann es sich auch gerne fahren: Der VW bietet artgerechten, sanften Federungskomfort. Allerdings ...
... ist die Lenkung etwas sehr leichtgängig und die Karosserieneigung in Kurven ziemlich stark. Freude bereitet ...
... der kräftige Motor: Die 225 Pferdchen des Turbo-V6 traben munter, aber leise vor sich hin.
Farbenspiel: Das Cockpt des Touareg leuchtet wie ein amerikanischer Weihnachtsbaum – kann man mögen, muß man aber nicht.
Kompakt: Alle wichtigen Infos gibt's auf einen Blick.
Jedem das Seine: Die Climatronic (2330 Euro) bietet getrennte Temperaturregelung.
Im Handumdrehen: Die Geländefahrhilfen werden per Drehschalter aktiviert.
Nervig: Vor dem Öffnen der Klappe muß zunächst das außen hängende Reserverad (1130 Euro extra) beiseite geschwenkt werden.
Fracht-Fach: In den Touareg passen maximal "nur" 1525 Liter Gepäck, das auch "nur" 445 Kilogramm schwer sein darf. Beim BMW ...
... sieht die Sache ganz ähnlich aus: Die maximale Zuladung beträgt ebenfalls 445 Kilo, das maximale Stauvolumen 1550 Liter. Sehr praktisch ...
... ist die geteilte Heckklappe. Der untere Teil verträgt stolze 200 Kilo Last.
Da kommt Freude auf: Der 218-PS-Reihensechser macht den "Bayerischen Motoren-Werken" alle Ehre. Zusammen mit der sportlichen Abstimmung und ...
... der direkten Lenkung kaschiert er das hohe Gewicht des SUV (2250 Kilogramm) perfekt. Vmax: 210 km/h.
Solide Sache: Das X5-Cockpit ist hochwertig, gut aufgeräumt und mit gut ablesbaren Instrumenten ausgestattet. Temperatur und Gebläsestufen ...
... werden per Tastendruck eingestellt.
X5 – wer diese Buchstaben an seinem Heck lesen möchte, muß in diesem Fall 48.100 Euro bezahlen.
Ami auf Abwegen: Gegen die Deutschen und den Japaner hatte der Jeep im Vergleich keine Chance. Er ist ...
... langsamer, lauter, durstiger und träger als die Konkurrenten. Echte Jeep-Fans wird das aber wohl nicht stören. Bitter: Der Wertverlust frißt den Kostenvorteil auf.
Ansprechend: gefällig sortierte Bedieneinheiten im Cockpit. Die Tacho-Skalierung wirkt allerdings etwas überladen.
Dreh raus: Die Temperatur wird im Grand Cherokee mit dem Drehregler eingestellt. Die Klimaanlage gibt's serienmäßig, eine Klimaautomatik ist nicht lieferbar.
Der Jeep ist der Größte: 1909 Liter Ladevolumen sind einfach prächtig. Bei aufgestellter Rückbank passen aber nur 460 Liter hinein.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jan Horn: Der Doppel-Antrieb fasziniert und hat durchaus seine Vorteile. So ganz überzeugt ist er aber noch nicht: "Das Konzept aus Benzin- und Elektromotor ...
... funktioniert recht gut. Besser wäre allerdings ein Mix aus E-Aggregat und Dieselmotor." Weil nicht nur sauber(er), sondern sparsam(er).
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.