Zwei Kompakte mit Doppelkupplungsgetriebe: Dem Pionier VW Golf folgt jetzt der Ford Focus. Wer schaltet besser?
So funktioniert das automatisierte Schaltgetriebe: Gerade und ungerade Gangradpaare (B) liegen auf verschiedenen Wellen, eine Elektronik (C) steuert die Gangwechsel. Die beiden Kupplungen (A) wechseln sich ab, wie ein eingespieltes Team und ...
... stellen so den Kraftschluss zum Motor her. Schließt zum Beispiel die Kupplung für die geraden Gänge, öffnet gleichzeitig die "ungerade" Kupplung.
In der der dritten Generation bekommt der Focus jetzt auch ein Doppelkupplungsgetriebe. Ford nennt sein System "Powershift" und ...
... bietet es zunächst nur mit dem Zweiliter-Diesel mit 110 oder 136 PS an. Die 320 Nm treffen auf ...
... einen im Vergleich zum Golf deutlich kürzer übersetzten ersten Gang, was mitunter die Vorderräder zum Durchdrehen bringt. Weitgehend schlupffrei beschleunigt, ...
... absolviert der Focus mit dem neuen Getriebe den Sprint auf Tempo 100 in 9,6 Sekunden. Maximal sind 200 km/h möglich.
Gegen Aufpreis von 495 Euro bietet VW die Möglichkeit, über Wippen am Lenkrad zu schalten. Beim Focus bleibt für manuelle Gangwechsel nur die Gasse am Schalthebel.
Preisfrage: Einen Ford Focus 2.0 TDCi Powershift gibt es ab 23.250 Euro. Das entspricht einem Aufschlag von 1750 Euro für das Getriebe.
Der Vorreiter: VW bietet das DSG schon seit 2003 im Golf an. Der pfiffige Gangwechselautomat ...
... passt bestens zum 2.0 TDI (140 oder 170 PS). Die 140-PS-Variante ...
... zieht den DSG-Golf in 9,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 203 km/h. Nur marginal schneller als der Focus, den ...
... der Golf in Sachen Geschmeidigkeit aber ganz locker abhängt. Die Abstimmung des DSG von VW wirkt etwas geschliffener als die beim Powershift von Ford.
Auffälligster Unterschied: Das VW-Getriebe bietet eine S-Funktion, die die Gänge länger hält und den Motor höher ausdrehen lässt.
Für einen Golf 2.0 TDI DSG mit 140 PS verlangt VW 23.750 Euro. Mit 1750 Euro ist das Doppelkupplungsgetriebe bei VW exakt so teuer wie bei Ford. Und VW ist bereits ...
... einen Schritt weiter: Das rundum erneuerte DSG der neuesten Generation besitzt nicht nur einen Gang mehr (sieben Gänge) - im Gegensatz zum "alten" DSG soll das neue Getriebe sogar ...
... beim Spritsparen helfen. VW verspricht eine Einsparung von bis zu zwölf Prozent.
Sechs mit Zusatzzahl: ungewöhnlich breit gefächerte Ganganzeige im Golf (unten im Display zu sehen). Die hinterlegte Zahl markiert den jeweils ausgewählten Gang.
Und was machen die anderen? Ford hat die neue Automatik gemeinsam mit dem Getriebespezialisten Getrag entwickelt – somit kommt sie auch in Modellen der Konzerntochter Volvo zum Einsatz. Das Powershift findet sein Weg in den C30, ...
... S40, V50 und C70. Wie bei Ford wird die Sechsgangautomatik allerdings auch bei den Schweden ausschließlich mit dem Zweiliter-Diesel (136 PS) angeboten. Volvo verspricht ...
... im Vergleich zu einer herkömmlichen Wandlerautomatik rund acht Prozent Verbrauchsvorteil bei besseren Fahrleistungen.
Apropos Fahrleistungen: Im M3 feiert die BMW-Variante des Doppelkupplungsgetriebe DKG Premiere.
Das Getriebe funktioniert bei BMW ziemlich ähnlich wie bei VW: Sieben Gänge auf zwei Wellen, zwei ölgekühlte Nasskupplungen. Dazu ...
... schlaue Elektronik – das ist das DKG. Der Trick: Eine der Kupplungen ist beim Fahren immer geschlossen, eine offen. Beim ...
... Gangwechsel öffnen und schließen beide parallel – ohne jede Zugkraftunterbrechung.
BMW sieht sein DKG als Weiterentwicklung des nicht unumstrittenen SMG (für sequenzielles M-Getriebe). Dem weinen wir nun wirklich keine Träne nach.
Das superschlaue DKG wird jetzt zuerst im M3 angeboten – für 3800 Euro Aufpreis. Angesichts eines Grundpreises von 66.650 Euro für den 420-PS-Boliden (Coupé) ist dieser stolze Aufpreis wohl kaum entscheidend.
Mit Vollgas anfahren bringt im Vergleich zur herkömmlichen Schaltung bis 100 km/h 0,2 Sekunden Vorteil, bis 200 sogar 1,1 Sekunden. Und mehr Spaß macht DKG auch.
Die Schaltwippen gehören aufpreisfrei zum DKG – so bleiben die Hände immer am Steuer.
Im M-Drive-Menü (520 Euro extra) lassen sich Dämpfer, DSC und Motor abstimmen, dazu die Fahrprogramme des DKG. Im Bild manuell (S), sehr sportlich (6).
Gute Nachricht: Das DKG ist nicht nur schneller und komfortabler, sondern auch noch sparsamer. Die Vorgaben von BMW – 11,9 (DKG) zu 12,4 Liter (Sechsgang) – erreichen ...
... die beiden M3 dabei nicht ganz: 13,0 zu 13,8 Liter haben wir auf der AUTO BILD-Normrunde sorgfältig gemessen. 0,8 Liter weniger fürs DKG, das ist ...
... ein gutes Ergebnis. Die Erklärung: Die sieben Gänge erlauben eine feinere Spreizung. Und das System wählt offensichtlich optimale Schaltpunkte. Die Elektronik ist eben wirklich schlauer – auch als der beste Fahrer.
Auch Porsche wird ein automatisiertes Schaltgetriebe mit sechs Gängen und zwei Kupplungen anbieten. Das PDK (Porsche Doppelkupplungsgetriebe) wird es zunächst für den gelifteten 911 zum Herbst 2008, ...
... dann im Panamera ab 2009 geben.
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