Drei Sparer in ihrem Revier: VW Polo, Peugeot 207 und der geliftete Fiat Punto namens Evo treten mit knauserigen Dieseln zum AUTO BILD-Vergleich an. Welcher Kleine überzeugt am Ende am meisten?
Platz drei geht mit 285 von 500 möglichen Punkten an den Peugeot. Der kräftige Diesel ist ein angenehmer Antrieb. Dem
207 mangelt es jedoch an Platz. Und sein Fahrverhalten ohne optionales ESP ist äußerst heikel.
Aus 1560 cm³ Hubraum holt der
Peugeot-Diesel 90 PS und 215 Nm Drehmoment. Selbst ohne Start-Stopp ist er im Testdurchschnitt mit fünf Litern auf 100 Kilometer zufrieden, und ...
... bei den Fahrleistungen muss er sich auch nicht hinter der Konkurrenz verstecken: In 11,8 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo hundert, 185 km/h Spitze sind sogar der Bestwert in diesem Test.
Vorsicht: Ohne ESP ist das Fahrverhalten des Franzosen bei flotter Fahrt tückisch: Bei Nässe schiebt er in Kurven zunächst stur geradeaus. Lupft man dann das Gas, ...
... zuckt der 207 schneller mit dem Heck als John Wayne mit dem Colt – kein Spaß, insbesondere bei Gegenverkehr. AUTO BILD-Testfahrer Dierk Möller-Sonntag fordert eine sofortige Nachbesserung durch ein serienmäßiges ESP.
Der Peugeot 207 bietet seinem Fahrer einen übersichtlichen Armaturenträger und schmeichelt mit soften Oberflächen, ...
... andererseits nerven aber die Sitze mit zu wenig Beinauflage und den zu kurzen Lehnen.
Im Kofferraum des 207 ruht das Ladegut auf einer leicht ansteigenden Fläche mit Stufe. Es passen zwischen 270 und 923 Liter ins Heck.
Preislich landet der nicht gerade üppig ausgestatte Peugeot 207 1.6 HDi 99g zwischen seinen beiden Konkurrenten. Aber Peugeot-Käufer müssen bei der Sicherheit aufrüsten. Zu den 17.200 Euro kommen noch 460 Euro für das dringend notwendige ESP.
Der Fiat fährt mit 310 Punkten auf den zweiten Platz. Größtes Plus des
Punto Evo ist der geräumige Innenraum, auch die Fahrsicherheit überzeugt. Der kleine Diesel ...
... tut sich aber schwer und schluckt mit 5,3 Litern auf 100 Kilometer am meisten. Mit dem 1,3 Liter großen Vierzylinder-Turbodiesel (95 PS, 200 Nm) ...
... erreicht der
Fiat die 100-km/h-Marke in 12,5 Sekunden, schafft maximal 178 Sachen. Der Italiener ist ein sturer Untersteuerer, der vom ESP in brenzligen Situationen konsequent eingebremst wird. Welligen Asphalt mag der Fiat gar nicht: Seine Federelemente ...
... reagieren auf kurzen Absätzen ähnlich unwirsch und poltrig wie Westerwelle auf Kritik an seinen Hartz-IV-Thesen. Darunter leidet mitunter auch der Geradeauslauf.
Der Arbeitsplatz des Punto Evo gibt sich stylisch und ist jetzt auch netter verarbeitet. Gut gefallen auch ...
... das luftige Raumgefühl und die bequemen Sitze, die allerdings zu wenig Seitenhalt bieten.
Für Leute, die den Motor im Stand lieber laufen lassen: Die wunderbar sanft arbeitende Abschaltautomatik lässt sich auch deaktivieren.
Während der Fahrt speichert der Bordcomputer Fahrdaten wie Spritverbrauch, Geschwindigkeit, Gangwechsel und Beschleunigung auf dem USB-Stick. Anschließend kann der Fahrer die Daten am heimischen PC über die eco:Drive-Software auswerten und sein Fahrverhalten analysieren.
Hier muss das Gepäck über die höchste Ladekante in diesem Vergleich gehoben werden. Dafür bietet der Punto Evo mit 1030 Litern das größte Maximalvolumen. In fünfsitziger Konfiguration ist der Kofferraum mit 275 Litern nur marginal kleiner als der des Polo.
Der Punto Evo 1.3 Mjet Linea Sportina Racing für 18.650 Euro ist der teuerste Wagen dieses Vergleichs. Aber die 350 Euro für die 17-Zoll-Bereifung sind da schon eingerechnet, und die Ausstattung ist auch besser als bei der Konkurrenz.
339 von 500 möglichen Punkten bringen den VW nach ganz oben aufs Podest. Dem
Polo verhelfen der kräftigste und sparsamste Motor sowie das ausgewogene, sichere Fahrverhalten zum überragenden Sieg.
Der 1,6-Liter-TDI (90 PS, 230 Nm) im Polo-Bug kann seine Zugehörigkeit zur nagelnden Zunft zwar nicht verheimlichen, hängt aber spontan am Gas und ...
... dreht ohne lästiges Dröhnen vibrationsarm hoch. Wenn es aus der Parkposition auf Landstraßentempo geht, schlägt die 11,4 Sekunden des Polo keiner der beiden Konkurrenten. Maximal sind 180 km/h drin. Der Wolfsburger beherrscht nicht nur das Sprinten, ...
... sondern auch das Sparen am besten (Testverbrauch 4,7 Liter auf 100 Kilometer). Dabei helfen das lang übersetzte Fünfganggetriebe und die – abschaltbare – Start-Stopp-Automatik.
Zudem huscht der Polo, trotz sanfter Federung, am agilsten um die Ecken. Mit fein abgestimmtem ESP ...
... hält der
VW selbst dann noch Kurs, wenn grobe Verwerfungen die Vorderachse nachwippen lassen.
Hier ist das Handbuch überflüssig: Der sorgfältig verarbeitete Polo-Arbeitsplatz erklärt sich selbst und ...
... bietet beste Ergonomie sowie bequeme Sessel.
Der Kofferraum des Polo (280 bis 952 Liter) hat einen glattflächigen Boden. Die Rücksitzbank ist erst ab der Ausstattungslinie "Comfortline" geteilt.
Überraschung: Mit 17.000 Euro, die 925 Euro für die viertürige Version schon eingerechnet, fährt der Polo hier am günstigsten vor. Doch der Vergleich mit den Konkurrenten hinkt, denn die sind besser ausgestattet.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Uli Holzwarth: "Die frische Modellpflege hat dem Punto Evo gut getan. Der überarbeitete Diesel-Mini mit deutlich gemilderter Anfahrschwäche und sanfter Start-Stopp-Automatik ist ein gutes Auto. Am Polo kommt der Fiat jedoch nicht vorbei: Die Wolfsburger ...
... schnüren einfach das harmonischste Gesamtpaket. Wie wichtig ESP auch im Kleinwagen ist, lässt sich am Peugeot 207 erkennen. Das schwer kontrollierbare Verhalten im Grenzbereich wirft den Franzosen auf den letzten Platz zurück. Schade – denn mit elektronischem Schleuderschutz fährt er sicher."
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