Der Diesel-Boom macht auch vor den Kleinsten nicht halt. Jüngstes Beispiel: der neue Renault Twingo. Ob er besser ist als seine beiden Konkurrenten Fiat Panda und Citroën C1, klärt der AUTO BILD-Vergleich.
Der jüngste Kleinwagen im Testtrio gewinnt den Vergleich nach Punkten. Er ist nicht mehr ganz so originell und putzig wie sein Vorgänger, dafür ...
... steht für die neueste Generation ein Diesel zur Verfügung. Aus 1,5 Litern Hubraum holt der Vierzylinder-Turbo 64 PS und 160 Nm Drehmoment. Einen Partikelfilter gibt es auch gegen Aufpreis nicht.
Fahrleistungen: Den Prestigesprint absolviert der Twingo in 14,8 Sekunden, maximal sind 164 km/h drin. Im Test genehmigte sich der Renault 4,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer.
Nicht ganz sattelfest: Schnelle Ausweichmanöver quittiert das voll beladene Renault-Heck mit deutlichen Schwenks. ESP wäre sehr empfehlenswert, ist aber leider nicht zu haben.
Für den Zustieg in den Innenraum gibt es nur zwei Türen. Vom Vorgänger übernommen hat der neue Twingo auch ...
... die fingernagelfeindlichen Türgriffe.
Wohlfühl-Oase: Der Twingo hat den kuscheligsten Innenraum im Vergleich.
Arbeitsplatz: Der digitale Tachometer liegt in der Mitte, der analoge Drehzahlmesser genau im Blickfeld. Eine Klimaanlage kostet 1200 Euro extra.
Für Sicherheit in der Babyschale: Ein Schalter legt den Beifahrer-Airbag lahm, wenn ein Kindersitz gegen die Fahrtrichtung montiert ist.
Sehr praktisch: Im Paketpreis von 300 Euro sind die hinteren Sitze einzeln verschieb- und vorklappbar. Der Kofferraum kann so ...
... von 230 auf maximal 959 Liter Volumen vergrößert werden. Mehr Gepäck schluckt in diesem Vergleich keiner.
Fairer Preis: Für den Twingo 1.5 dCi werden 12.400 Euro fällig, allerdings ist die vorläufige Typklassen-Einteilung bei der Vollkasko (19) miserabel.
Platz zwei für den Panda: Am besten gefallen am Fiat die kürzesten Bremswege im Vergleich und ...
... der temperamentvolle Motor. Die mit 1,3 Litern hubraumschwächste Maschine schickt 75 PS und 145 Nm Drehmoment an die Vorderräder.
Der Rennwagen des Dreiervergleichs: In 13,4 Sekunden lässt der Panda die Test-Konkurrenz von 0 auf 100 deutlich hinter sich. Er kann sich ...
... auch bei der Höchstgeschwindigkeit absetzen – wenn auch nur mit einem mickrigen km/h vom Twingo. Beim Verbrauch liegt er ebenfalls vorne: Im Testdurchschnitt verbrauchte der Fiat 4,6 Liter Diesel auf 100 Kilometer.
Für eine gute und sichere Position: Die B-Säule hat einen verstellbaren Gurtumlenkpunkt, das Lenkrad lässt sich in der Höhe justieren.
In der Dynamic-Version hat der Panda fast alle Extras an Bord. Die eigenwillige Mittelkonsole ist serienmäßig, eine Klimaanlage kostet 990 Euro Aufpreis.
Nette Details: Der Aschenbecher in den Getränkehaltern ist umsetzbar, die unterhalb platzierte elektrische Spiegelverstellung lässt sich Fiat mit 100 Euro bezahlen.
Pfiffig: Per Zündschlüssel-Dreh ist der Beifahrer-Airbag auch im Fiat abschaltbar.
Variabel gegen Aufpreis: Die verschiebbare Rückbank kostet 250 Euro. Je nach Sitzkonfiguration ...
... schluckt das Gepäckabteil dann zwischen 206 und 860 Liter.
Im Vergleich am teuersten: 13.210 Euro kostet der Fiat Panda mit dem 1,3 Liter großen Multijet-Diesel. Im Preis enthalten ist die 14-Zoll-Bereifung.
Der dritte Platz geht an den Citroën C1. Der kleinste Wagen im Test hat das narrensicherste Fahrverhalten und die sensibelste Lenkung. Punktabzug gibt es wie bei Renault wegen des fehlenden Partikelfilters.
Der Citroën-Diesel schöpft seine Kraft aus 1,4 Litern Hubraum. Wie bei der Konkurrenz wird auch hier der Motor per Turbo unter Dampf gesetzt und spuckt 54 PS und 130 Nm Drehmoment aus. Dass das die schwächste Maschine im Test ist, ...
... merkt man auch an den Fahrleistungen: Für den Sprint von 0 auf Tempo 100 braucht der C1 16,2 Sekunden, bei 154 km/h endet der Vortrieb. Dafür ist der Wagen an der Tankstelle mit 4,9 Litern Durchschnittsverbrauch erstaunlich unbescheiden.
Sieht sportlich aus: Die Sitze haben integrierte Kopfstützen, aber keinen Seitenhalt auf der Fläche. Innen ist viel lackiertes Blech sichtbar.
Das Lenkrad ist in der Höhe verstellbar, die Armaturen wirken etwas verspielt. Wer auch im Sommer einen kühlen Kopf bewahren will, kann für 1130 Euro eine Klimaanlage im Paket ordern.
Wie bei Fiat: Der Beifahrer-Airbag kann per Schlüssel-Dreh in den Schlaf versetzt werden.
Die hintere Klappe ist winzig, der Stauraum auch: Bei der Rückbank lassen sich nur die Lehnen klappen, sodass ...
... eine große Stufe im Laderaum entsteht. Das Volumen liegt zwischen 139 und 751 Litern.
Novum: In den hinteren Türen gibt es Ausstellfenster. Für versenkbare wäre auch wirklich kein Platz.
Sonderangebot: Mit dem Citroën C1 HDi 55 Style ist man schon ab 11.500 Euro unterwegs. Die Anschaffung rechnet sich aber nur, wenn man über 40.000 Kilometer pro Jahr fährt. Eine echte Aufgabe im Stadtverkehr.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Diether Rodatz: "Der neue Twingo gewinnt diesen Vergleich nach Punkten. Guten Gewissens empfehlen kann ich ihn dennoch nicht. Denn in zwei der wichtigen Kriterien ist er nicht auf dem Stand der Technik. Er bietet weder ESP, obwohl ...
... er es durchaus nötig hat, noch besitzt er einen Rußpartikelfilter. So patzt er in zwei wichtigen Bereichen: der Sicherheit und der Umwelt. Und das kann ich ihm nicht verzeihen."
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.