Drei Cabrios, die Herbst und Winter trotzen: Mit
Renault Mégane CC,
VW Eos und
Peugeot 308 CC (von links) ist man dank Blechdach auch für die kalte Jahreszeit gut gerüstet. Welcher ist die beste Wahl?
Hoppla, ganz frisch und mit 340 von 500 möglichen Punkten dennoch der klare Verlierer. Weder bei Karosserie noch Antrieb ...
... erreicht der
Renault Mégane CC das Klassenziel. Günstig ist er auch nicht. Immerhin fährt er sich etwas sportlicher als der 308.
Statt eines Zweiliter-Diesels wie bei VW und Peugeot steckt im neuen Mégane CC ein 1.9er mit Zweiventiltechnik und nur 130 PS. Ergebnis: Der Mégane sprintet in glatten elf Sekunden am langsamsten auf Tempo 100 und ...
... erreicht mit 205 km/h die kleinste Höchstgeschwindigkeit, ohne dass er mit besserem Verbrauch glänzen könnte. Mit 6,3 Litern pro 100 Kilometer schluckt er im Test so viel wie der 308 – und wie der alte 150-PS-Mégane mit 16V-Motor. Wo bleibt da der Fortschritt?
Der Renault federt ruppig, ohne auf glatten Straßen mit besonderer Vitalität zu entschädigen – ein mäßiger Kompromiss für das neueste Cabrio dieses Vergleichs.
Schnelle Kurven gehören ebenfalls nicht zu den Stärken des Renault. Dafür arbeitet seine Lenkung zu teigig.
Klare Armaturen und sauberes Layout machen das Mégane-Cockpit sofort vertraut, ...
... in der getesteten Luxe-Ausstattung trumpft der Renault mit üppiger Ausstattung auf, zu der die Einparksensoren rundum, Tempomat, Sitzheizung ...
... und natürlich ein Radio gehören.
Das Glasdach ist in allen Ausstattungsvarianten serienmäßig an Bord, es lässt sich aber nicht öffnen.
Sicher ist sicher: Bei Kippgefahr schnellen Bügel aus den Kopfstützen. Dazwischen befindet sich das Windschott.
Auf Knopfdruck verwandelt sich der Mégane CC in 27 Sekunden vom Coupé zum Cabrio. Seine Karosserie könnte steifer sein.
Die eingeschnittenen Karosserieflanken erschweren das Beladen. Offen kann der Mégane-Fahrer immerhin 211 Liter transportieren, ...
... spannt sich das Dach über die Passagiere, sind es sogar 417 Liter – der Bestwert in diesem Vergleich.
Der Renault hat zehn PS weniger, kostet aber fast so viel wie der Eos: Für den Mégane CC dCi 130 FAP Luxe verlangen die Franzosen 32.050 Euro.
Mit 352 Punkten ist der zweitplatzierte
Peugeot 308 CC Ganz nah dran am VW. Antrieb und Platzangebot lassen kaum Wünsche offen, und ...
... da er auch im Kostenkapitel punktet, empfiehlt er sich als gute Eos-Alternative mit frankophilem Charme und Luxus-Appeal.
Im 308 sorgt ein zwei Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel für Bewegung. Seine 140 PS und 320 Nm Drehmoment ...
... schieben den 1616 Kilogramm schweren CC in 10,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und bis auf maximal 208 km/h. Der Testverbrauch lag bei 6,3 Litern auf 100 Kilometer.
Der Peugeot schafft es, die Karosserie gut von der Fahrbahn zu entkoppeln. Allerdings reicht der Peugeot Fugen und ...
... Schlaglöcher bis ins Lenkrad durch. Egal, eine Sportkanone will er ohnehin nicht sein. Dafür arbeitet seine Lenkung zu weich und träge. Der Peugeot unterstützt die entspannte Fahrweise, ...
... verwöhnt mit bequemen Sitzen und luxuriösem Ambiente. Wer ein Genießer-Cabrio sucht, der ist hier richtig, ...
... weiße Zifferblätter und das luftige Ambiente bringen Eleganz ins 308-Cabrio.
Gegen unerwünschte Zugluft-Effekte: Airwave beheizt den Nacken des Fahrers und des Beifahrers, ...
... das in mehrenen Stufen regelbare System kostet im "Premium" allerdings 710 Euro extra.
Eine Ampelphase reicht, schon beginnt der Cabrio-Spaß: Der wuchtige Peugeot öffnet sich in 25 Sekunden.
Hingucker: Vertikale LED-Rückleuchten setzen am Heck des 308 auffallende Akzente.
Der Spalt zwischen Dach und Ladekante ist vergleichsweise schmal. Packkönig wird der Peugeot trotzdem. Bei offenem Dach passen 226 Liter rein, ...
... ist der Wetterschutz aus dem Kofferraum nach vorne gefahren, gehen 403 Liter ins Heck.
Für 30.150 Euro gibt es beim Peugeot 308 CC HDi FAP Premium reichlich Komfort, eine komplette Sicherheitsausstattung sowie die geringsten Wartungskosten – so wird man Preis-Leistungs-Sieger.
Nicht mehr der Jüngste, aber immer noch der Beste: Der
VW Eos holt 355 Punkte, er überzeugt mit hoher Agilität, niedrigem Verbrauch und ...
... hohem Nutzwert. Die Technik des Dachmechanismus gefällt noch immer.
Im VW schöpft der Verzylinder seine Kraft ebenfalls aus zwei Litern Hubraum. Das Aggregat schickt 140 PS und 320 Nm an die Vorderräder, ist nominell genauso stark wie die Peugeot-Maschine und ...
... verwandelt die Kraft in der Sprintwertung exakt so gut in Vortrieb wie sein französischer Konkurrent: Auch der Eos ist in 10,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, erreicht bei 206 km/h Spitze nur zwei km/h weniger als der 308. Beim Verbrauch liegt der Eos mit 6,1 l/100 km vorn.
Unerreicht ist die zielgenaue VW-Lenkung, da macht ihr bis heute keiner was vor. Bestückt mit elektronisch geregelten Dämpfern (DCC) für 1055 Euro Aufpreis, verwöhnt der Eos zudem mit tadellosem Fahrkomfort. In Normalstellung federt er trocken, aber angenehm. Wer es kerniger möchte, ...
... schaltet auf "Sport", schon wird der VW dynamischer. Besser fürs Bummeln über Land ist der Comfort-Modus. Fast französisch wirkt es dann, das Fahrwerk des deutschen Cabrio-Klassikers.
Von wegen Mode-Cabrio: Beim Platzangebot zeigt sich der Eos nach wie vor konkurrenzfähig. Eine Zuladung von 412 Kilogramm und ...
... ein Stahlverdeck mit integriertem Schiebedach können die französischen Konkurrenten nicht bieten.
Schick und aufpreispflichtig: Die edlen Ledersitze kosten natürlich extra, werten das Cockpit erheblich auf.
Sicherheitssystem: In die beiden Fond-Kopfstützen ist jeweils ein aktiver Überrollschutz integriert.
Der VW hat wegen der Sonnenluke den aufwendigsten Dachmechanismus. Das Verdeck verschwindet trotzdem in 25 Sekunden im Kofferraum.
Die Rückleuchten haben Ähnlichkeit mit denen am Golf Plus. Auch am Cabrio blinken LEDs. Der Kofferraum dazwischen schluckt bei offenem Dach noch 205 Liter, ...
... geschlossen sind es nur 380 Liter – die beiden Konkurrenten bieten mehr Maximalvolumen.
Das teuerste Auto in diesem Vergleich ist der Wolfsburger: Für den Eos 2.0 TDI verlangt VW 32.580 Euro – inklusive des DCC-Fahrwerks.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan: "Morgens kühl, abends früh dunkel – ich spüre den Herbst. Macht nichts, diese Cabrios fahren immer auf der Sonnenseite des Lebens. Keines von ihnen ist ein schlechtes Auto, ...
... selbst dem Verlierer Mégane können wir keine groben Mängel nachweisen. Doch mehr Hubraum, mehr Komfort, mehr Qualität bieten Peugeot und Volkswagen. Den Eos hat VW zwar schon in die Frührente geschickt, technisch bleibt er weiterhin aktuell. Wer ein günstiges Angebot findet, sollte zugreifen."
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