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Drei Limousinen im Vergleich

Jaguar XJ Maserati Quattroporte Volvo S90
Europas Auto-Adel ohne die deutschen Könige: Der neue Volvo S90 tritt zum ersten Schnuppervergleich gegen Jaguar XJ und Maserati Quattroporte an. Wer bei klassischen Limousinen je von Langeweile faselte, hat dieses individuelle Luxus-Trio nicht erlebt, ... 
Bild: Toni Bader
Jaguar XJ
... hat nicht gestaunt, wie am Jaguar die stille Wucht seiner Front übergeht in den schrulligsten Querkopf der Chefetage. Dieses Fließheck, etwa so crazy wie ein pinkfarbener Anzug in der Vorstandssitzung, darf sich wohl nur ein Engländer erlauben. Respekt.
Bild: Toni Bader
Maserati Quattroporte
Der Quattroporte dagegen gibt den klassischen Italo-Dreiteiler. Noch mit dem gleichen Schnitt wie sein großartiger Vorgänger, hat er sich fast unbemerkt gestreckt auf repräsentative 5,26 Meter – aufgestiegen zum Auto für Staatschefs und Präsidenten von Fußballklubs.
Bild: Toni Bader
Volvo S90
In dieser illustren Runde wirkt der Volvo bescheiden und kleiner, trotz seiner amtlichen 4,96 Meter Länge. Das liegt an seiner schmuckfreien Klarheit, ...
Bild: Toni Bader
Volvo S90
... die am reduzierten Heck fast schon in Langeweile umschlägt – der Kombi V90 ist mal wieder attraktiver. Die Limousine lebt von gelungenen Proportionen und dem kleinen Rätsel, ob die schräge Dachsäule hinten nun ein Coupé andeutet oder eine Stufe würzt.
Bild: Toni Bader
Volvo S90
Sein Interieur verströmt die sachliche Wärme einer modernen Hotellounge. Der aufrechte Touchscreen moderner als im Jaguar, das Chrom matter, das Holz heller. 
Bild: Toni Bader
Volvo S90
Man sieht besser, dank des niedrigeren Armaturenträgers und der größeren Fenster. Dieser Volvo will mehr dienen als darstellen.
Bild: Toni Bader
Volvo S90
Daher unterscheidet er sich auch technisch grundlegend von XJ und Quattroporte: Es gibt durch die Bank nur Vierzylinder, die sich platzsparend quer unter die Haube quetschen.
Bild: Toni Bader
Volvo S90
Das spürt man spätestens auf der Rückbank. Dort herrscht eine Weite wie in Schwedens Wäldern, ...
Bild: Toni Bader
Jaguar XJ
... die der Jaguar (mit längs eingebauten Sechs- und Achtzylindern) erst in der teuren Langversion hinbekommt.
Bild: Toni Bader
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Dafür glänzt der englische XJ in der "Portfolio"-Version mit seinem Stilmix aus Zuckerbäcker-Chrom, dunklem Holz und cognacfarbenem Leder – ein rollendes Kaminzimmer, fast erwartet man ein Ölbild am Wagenhimmel zu finden. 
Bild: Toni Bader
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Der Sechszylinder-Diesel, neuerdings 300 PS stark, knistert dazu wie ein fernes, mächtiges Feuer. Seine herrschaftliche Vehemenz (und das Spartalent) machen ihn zu Recht zum mit Abstand liebsten Motor der deutschen Kunden
Bild: Toni Bader
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Undenkbar im Maserati SQ4, der zumindest hinterm Lenkrad ein Athlet bleiben will. Die Anzeigen klassisch analog, rechts die Sporttaste für flotte Gasannahme, mittig wird die Drehmomentverteilung des Allradantriebs angezeigt. Netter Gag, ...
Bild: Toni Bader
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... aber die Musik macht der Dreiliter-Benziner mit Doppelturbo, der mit seinen 410 PS das freiwillige Autobahnlimit den braven Bürgern überlässt. 283 km/h sind ein Wort, dafür bringt man am besten gehobenes Selbstbewusstsein ...
Bild: Toni Bader
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... und ein volles Konto mit. Die 109.900 Euro Basispreis werden nur noch übertroffen vom Topmodell GTS mit Achtzylinder und 530 PS.
Bild: Toni Bader
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Da will Jaguar nicht zurückstehen und bietet Luxuskunden weit oberhalb des 3.0 V6 Diesel (ab 81.000 Euro) den XJR mit 550 PS und Fünfliter-Kompressor für abgehobene 142.400 Euro. Beide, Jag wie Dreizack, sind Aushängeschilder für Image und Export, bei uns so selten wie Schnee an Pfingsten.
Bild: Toni Bader
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Also kommen wir mal zurück auf den Boden. Volvo belässt es bei Vierzylindern, die zwar leise laufen, aber nie so kultiviert wie die Konkurrenz. Die beiden Basismotoren lassen 190 Diesel-PS und 254 Pferde im Benziner auf den Vorderradantrieb los – das spart Gewicht und Sprit, ...
Bild: Werk
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... lässt aber zwangsläufig bei voller Beladung auf nasser Straße auch mal Vorderräder scharren und die Elektronik wild regeln. Die stärkeren V90, bis hin zum 320 PS starken Turbohammer, haben daher serienmäßig Allradantrieb.
Bild: Toni Bader
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Den PS-Abstand zur Nobelkonkurrenz verkürzt ab Dezember die geplante Hybridversion mit rund 407 PS – auch die mit nur zwei Liter Hubraum.
Bild: Werk
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Dabei muss der Volvo sich technisch keineswegs verstecken. Die Achtstufenautomatik schaltet gelassen souverän, gegen Aufpreis federn an der Hinterachse Luftkissen.
Bild: Toni Bader
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Beim sogenannten Familienpaket gibt es im Fußraum vorm Beifahrer zwei Haken, um einen Kindersitz auch rückwärts zu befestigen.
Bild: Werk
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Und im bislang stärksten Benziner, dem T6, verschließt eine Klappe das rechte Endrohr, um unerwünschte Resonanzen im Innenraum zu unterdrücken. Welch ein Gegensatz: Der Maserati schaltet für den Sound auf freien Durchzug, der Volvo tritt akustisch auf die Bremse. 
Bild: Werk
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Auch beim Preis, der mit 61.450 Euro in der Topversion deutlich unter den großen Luxusschiffen liegt. Dieser S90 fährt eine Klasse tiefer, gegen Audi A6 Avant oder den Kombi der E-Klasse. Die wiederum wird er mit seinem Format leicht überragen.
Bild: Werk
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Das Fazit von Joachim Staat: "Volvo bereichert Europas Auto-Adel um einen bürgerlichen Aufsteiger: Der S90 rangiert nur bei Preis und PS eine halbe Stufe unter Jaguar und Maserati, hält in Stil und Image aber locker mit. Der Schwede hat das Zeug, sich als dezente Alternative von den deutschen Marktführern abzusetzen."
Bild: Toni Bader