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Drei Mini-GTIs im Test

Kia Picanto Renault Twingo VW Up
Sollen wir? Wagen wir es? Trauen wir uns in Zeiten wie diesen, Autos mit reichlich PS lieb zu haben, das "Rasen" auf freier Bahn zu feiern, uns juchzend in Kurven zu werfen? Eigentlich: Nee! Uneigentlich: Na, logo! Hier sind VW Up GTI, Kia Picanto und Renault Twingo GT.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Renault Twingo GT
Der Spaß ist allerdings nicht billig. Mindestens 15.690 Euro kostet der stärkste Renault Twingo. Viel Holz für ein Exemplar aus der Plastikliga – am Ende steht hier schließlich immer noch ein Kleinstwagen aus der Billigkategorie vor uns. 
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
VW überbietet das noch. Für einen Up mit Powerpaket unter der Haube sind mindestens 16.975 Euro anzulegen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Kia Picanto
Ein Picanto mit Schuss kostet wie hier getestet sogar 17.080 Euro (16.090 Euro Grundpreis). Knallerbsen? Wohl eher Knalldiamanten. Jetzt muss aber zum Ausgleich ein üppiges Feuerwerk kommen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
Tut es auch. Beispiel VW: Der Up GTI hat eine herrlich kurze Lunte. In 9,1 Sekunden stürmt das Biestchen auf Tempo 100, ..
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
... der 1,0-l-Dreizylinder dreht, schnauft und rumort, dass es eine Freude ist. Lebendig und stark zerrt er das nur 1005 Kilogramm leichte Auto vorwärts, ...
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
... die Schaltung flutscht, ...
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
... die Bremsen beißen beherzt in die vorderen Scheiben (und knabbern hinten erfolgreich an den Trommeln), die Reifen krallen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
Es macht wirklich einen Heidenspaß, den Up von Kurve zu Kurve zu schmeißen und den Turbobenziner bis über 6000 Touren auszuwringen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
VW Up GTI
Außerdem fühlt sich das Auto besonders leicht an, in die Lenkung haben die Wolfsburger eine passable Rückmeldung eingebaut und dem Motor einen reizvollen Klang (künstlich verstärkt und auf Dauer stressend) angedichtet. Schade: Trotz fester abgestimmter Federung gibt's in schnellen Kurven Schräglage.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Das macht der Kia etwas besser. Allerdings federt der Picanto auch entsprechend unwillig – das stresst auf längerer Fahrt. Ständig rumpeln kurze Stöße durchs Auto. So viel sportliche Ignoranz muss man mögen
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Der Einliter-Dreizylinder ist nicht so drehgierig wie das Aggregat im Up, entwickelt dafür früh seine Kraft. 
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Erstaunlich: Tempo 100 erreicht der Picanto bereits im zweiten seiner fünf lang übersetzten Gänge so kann er zunächst am viel stärkeren VW dranbleiben.
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Erst mit zunehmender Geschwindigkeit lässt seine Sprintlust nach, der VW zieht deutlich in Richtung Horizont voraus. Der Kia hat andere Talente: Getriebe entspannter, Leistung kleiner, Leergewicht kaum höher – da muss doch ein passabler Verbrauch herumkommen?
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Leider nein, der Kia trinkt über einen halben Liter mehr als der VW. Auch sonst bleibt ein Abstand zwischen Picanto und Up. Dafür sorgen subjektive Differenzen. Die Lenkung des Kia sollte um die Mittellage herum feiner arbeiten, ...
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... die Bremsen sollten auch unter Hitze giftiger packen (das gilt auch für die objektiven Eigenschaften) ...
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... und die Sitze bitte etwas sorgfältiger führen – so kann die Korea-Kanone fahrerisch nur den Renault auf Abstand halten.
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Der Twingo hat zwar Pfeffer auf dem Papier, im richtigen Sportfahrerleben lässt er es aber leider fad angehen. Die gefühllose Lenkung in Verbindung mit dem leichten Vorderwagen lassen den TCe unruhig auf der Fahrbahn umherschnüffeln. 
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Der Motor hat vergleichsweise wenig Drehmoment bei recht später Drehzahl – so muss man den 0.9er reichlich bei Laune halten, um flüssige Kraftabgabe zu erleben.
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Am besten emsig in der manuellen Schaltgasse des Automatikgetriebes zwischen "Plus" und "Minus" umhertippen – dann passen die Drehzahlen besser zum Beschleunigungswunsch.
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Zwar klingt der Motor im Heck unter Last und mit zunehmender Tourenlage wie ein ganz Großer – irgendwann jedoch stört das sonore Brummen aus dem voluminösen Auspufftopf. 
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Dazu kommt eine unharmonische Federung inklusive hart abrollender 17-Zoll-Bereifung. Kurz: Gemächliche Landstraßenfahrten sind nicht gerade sein liebstes Metier, wer reisen will, macht lieber einen Bogen um den GT.
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Trost: Ein Twingo mit 109 PS wird beim Ausweichen nie zur heiklen Sache. Die Bremsen arbeiten ordentlich, das ESP streng, und das früh einsetzende Untersteuern stufen wir als hilfreich tempohemmend ein. So weit zum Sport. Wie steht's um Alltagsdisziplinen?
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
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Im Up nicht optimal. Der Testwagen hatte nur drei Türen. Wer sich den beschwerlichen Einstieg in den Fond schenken mag – den kleinsten VW gibt es gegen 480 Euro Aufpreis auch mit hinteren Türen. 
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So oder so stehen bis 959 Liter Ladevolumen zur Verfügung, die Rückbanklehne lässt sich nach vorne klappen, und aus ergonomischer Sicht patzt der Up ebenfalls nicht.
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Vorbildlich: Das schlichte, klare, aber nicht lieblos gestaltete Cockpit informiert, ohne zu verwirren. Der VW ist somit ein unaufgeregt-angenehmer Alltagsbegleiter. Schade: Multimedial hat der VW kaum etwas zu bieten.
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Der Twingo verschenkt Platz im Kofferraum, hier im Heckabteil werkelt schließlich der Turbomotor. Immerhin: Mit umgeklappter Sitzbank egalisiert der Franzose das etwas, maximal passen 980 Liter Ladung ins Auto. 
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Im Renault geht es auch insgesamt etwas enger zu. Vorne fehlt Breite, im Fond Kniefreiheit.
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Schade zudem: Renault verzichtet im verspielten Zentralinstrument auf einen Drehzahlmesser.
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Im Kia geht es funktional zu. Der Koreaner schluckt mehr Gepäck ...
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... und bietet Mitfahrern speziell im Fond ein entscheidendes Quäntchen zusätzlichen Raum.
Bild: Toni Bader
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Auch die Anzeigensammlung im Picanto ist übersichtlich arrangiert und klar gezeichnet. Außerdem wirkt der Koreaner besser geräuschgedämmt. Er rollt zum Beispiel bei gemächlichem Tempo viel leiser ab als der Renault und auch auf der Autobahn ruhiger als der VW.
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Ein weiterer dicker Pluspunkt des Kia ist die Garantie. Kurz: Der Kia ist der optimale Alltagsbegleiter. Außerdem steht er moderner da. Induktives Laden? Smartphone-Spiegelung? Stau-Navi? Hat er!
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Platz drei mit 433 von 750 Punkten: Renault Twingo TCe 110 GT. Origineller Spaß, doch nicht wirklich sportlich – so nur Dritter.
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Platz zwei mit 471 von 750 Punkten: VW Up GTI. Schnell, fahraktiv, sicher – aber nicht modern ausgestattet.
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Platz eins mit 488 von 750 Punkten: Kia Picanto 1.0 T-GDI GT Line. Teurer Spaß, dafür auch im Alltag ein wahrer Freund.
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Das Fazit von Jan Horn: "Fahrspaß? Gibt's bei allen drei Krachern reichlich. Kein Wunder, wenn über 100 PS auf so angenehm wenig Auto treffen. Das meiste Tempo liefert VW. Die besten Fähigkeiten unter dem Strich der Kia. Somit gewinnt der Picanto diesen Vergleich deutlich."
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