Dreimal Hochleistung mit "S" im Namen: Die deutsche Sportwagen-Ikone Porsche 911 Carrera S trifft auf Maserati Gran Turismo S und Jaguar XKR-S.
Hörenswertes Trio: Jaguar webt einen flauschigen Klangteppich, der Porsche kontert mit Reibeisensound, der Maserati rockt einfach.
Wer hat am Ende die Nase vorn? Zur Klärung dieser Frage bat AUTO BILD SPORTSCARS die drei Kontrahenten zum Vollgastest auf den Sachsenring.
iPlatz eins geht an den Porsche 911 Carrera S, der beinahe zu perfekt für diese Welt ist. Gegen die nervenkitzelnden GT von Maserati und Jaguar wirkt der Elfer ...
... beinahe wie ein Buchhalter. Aber eben einer mit Führungsanspruch. Speziell auf der Rennstrecke.
Unterm ausfahrbaren Spoiler oberhalb des "Carrera S"-Schriftzugs ...
... kauert der direkteinspritzende Sechszylnder-Boxer mit 3,8 Litern Hubraum. Die Maschine mobilisiert 385 PS und 420 Nm Drehmoment.
Vier Rohre gehören in diesem Segment mittlerweile zum guten Ton. Apropos guter Ton: Anlassen bitte!
Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Carrera S gerade einmal 4,7 Sekunden, ...
... maximal schafft der Porsche 302 km/h. Trotz seiner Minderleistung zockt der sechszylindrige Elfer die beiden V8-Konkurenten längsdynamisch locker ab.
Großer Sport: Kenner berauschen sich an der enormen Agilität, kappen die elektronische Fangleine und lassen den 911 kurvenausgangs keck mit dem Hinterteil winken.
Ganz gleich ob weit, wellig, zumachend, hängend, eng oder überhöht – der Elfer liebt Kurven aller Art. Natürlich auch auf der Rennstrecke. Seine schnellste Runde auf dem Sachsenring: 1:39,08 Minuten.
Die rotbackige Stahlscheibenbremse geht aufs Haus, gelbe Keramikbeißer kosten 8033 Euro extra.
Linke-Spur-Räumer: Der Porsche leuchtet seit der jüngsten Modellpflege serienmäßig mit Xenon-Licht.
Am knackigen Hinterteil des Carrera strahlen neue Rückleuchten mit LED-Technik. Die Heckschürze wurde ebenfalls überarbeitet.
Vergleichsweise enger, aber passend zum feinmotorischen Handling filigran gestalteter Pilotenplatz. Sitze, Schaltung, Lenkung – alles perfekt.
Der Porsche soll den Weg zum Ziel weisen? Das ist teuer. Ein Navigationssystem steht mit 1928 Euro auf der Aufpreisliste.
Dieses Emblem kennt jedes Kind. Wer es als Erwachsener auf seinem Auto sehen will, ...
... der muss dafür im Falle des 911 Carrera S mindestens 93.980 Euro nach Zuffenhausen überweisen. Wen es tröstet: In diesem Vergleich ist der Porsche das günstigste Angebot.
Platz zwei geht nach Italien: Grazie, Maserati! Mit dem S-Initial findet der Gran Turismo endlich zu sich – trotz Hüftspeck. Für den Rückstand ...
... auf der Rennstrecke entschädigen der sexy Körper und ein Soundtrack zum Niederknien.
Testarossa: Die roten Zylinderköpfe kennzeichnen den um 35 PS auf 440 PS erstarkten 4,7-Liter-V8-Sauger mit Ferrari-Stammbaum.
Die Breitmäuler sind Merkmal des Gran Turismo S und verantwortlich für den genialen Klang.
Ein Fest für die Sinne: Den Gran Turismo S zu sehen macht glücklich, ihn zu fahren ist traumhaft, ihn zu hören einfach nur fantastisch.
Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Maserati 5,2 Sekunden, bei der Höchstgeschwindigkeit von 295 km/h bleibt er knapp hinter dem Porsche.
GT auf der Rennstrecke: Trotz seines hohen Gewichts (1935 Kilogramm) versetzt der Schönling die Schwelle zur Gleitreibung in Sportlerregionen, ...
... ringt leicht wankend mit der Fliehkraft, bleibt aber kurvenstabil. Seine Bestzeit: 1:40,99 Minuten.
Hinterherfahrer identifizieren die S-Version des Gran Turismo an der Spoilerflosse am Heckdeckel, ...
... im Rückspiegel verraten ihn schwarz unterlegte Augen.
Knackig: Die Bremsanlage hinter den mächtigen 20-Zöllern arbeitet auf Porsche-Niveau. Mit warmer Anlage steht der Maserati aus Tempo 100 nach 33,9 Metern – der Porsche braucht für die gleiche Disziplin einen halben Meter mehr.
Atmungsorgane: Kiemen in den Kotflügeln führen die Wärme des Achtzylinders nach außen ab.
Licht und Schatten: Sportsitze mit duftendem Poltrona-Frau-Lederbezug und unergonomischer Ausformung.
Maserati-Piloten erwartet ein schön eingerichteter Vier-Personen-Haushalt mit guter Verarbeitung, griffgünstig verlängerten Schaltpaddeln, aber eigenwilligem Infotainment.
Drehorgel: Der Maserati-V8 erreicht sein Leistungsmaximum erst bei 7000 Touren.
Sportlichkeit im Zeichen des Dreizacks hat einen hohen Preis: Mit mindestens 127.330 Euro ...
... lässt der Gran Turismo S seine beiden Konkurrenten in Sachen Anschaffungskosten deutlich hinter sich. Der Aufpreis zum Gran Turismo ohne "S" beträgt 15.050 Euro.
Platz drei für den edlen Engländer: Trotz S-Zusatz bleibt der XKR ein GT. Dass es ihm auf der Piste an Präzision fehlt, dürfte Fans weit weniger stören als die Tatsache, ...
...dass Jaguar den besten XKR der Geschichte auf 200 Stück limitiert. What a shame!
Schön ist anders: Unter der grausamen Plastikabdeckung drückt ein Kompressor aus einem 4,2 Liter großen V8 416 PS und 560 Nm. Trotz des höchsten Drehmoments ...
... kann der Jaguar XKR-S in der Sprintdisziplin lediglich den Maserati schlagen. Nach 4,9 Sekunden durchbricht die Tachonadel die 100-km/h-Marke.
Schnell, aber in diesem Testfeld zu langsam: Maximal 280 km/h bedeuten den letzten Platz in Sachen Höchstgeschwindigkeit.
Verglichen mit dem rennfiebrigen Carrera S wirkt der XKR-S selbst nahe der letzten Rille samtpfotig. Speziell wegen der butterweich übersetzten Lenkung, ...
... die Kommados zwar unverzüglich verwaltet, ihrem Nutzer straßenbauliche Banalitäten jedoch gekonnt vom Leib hält. Dem Fahrwerk gelingt der Spagat zwischen Dynamik und Komfort, aber ...
... auf der Rennstrecke ist der Jaguar zu zahm. Bei seiner schnellsten Runde blieb die Stoppuhr bei 1:43,76 Minuten stehen.
Black is beautiful: Die Jaguar XKR mit S-Bonus werden ausschließlich in schwarz und mit Vollausstattung ausgeliefert.
Schönes Detail: Belüftungsschlitze in der Haube regulieren den Temperaturhaushalt des 4,2-Liter-Achtzylinders.
Auf großem Fuße: Die 20-Zöller mit antikem Jaguar-Emblem sind ebenso Serie wie ...
... Spoiler oder Heckdiffusor, die das S-Modell optisch vom normalen XKR abheben.
Englisches Wohnzimmer: klassisch möblierter, beinahe verschwenderisch mit Leder ausgeschlagener Jaguar-Salon mit J-förmiger Automatikkulisse und Touch-Screen-Navi.
Hier erlischt der Wunsch nach einem Doppelkupplungsgetriebe: Die Jaguar-Automatik zeigt sich vornehm beim Stufenwechsel, lässt sich aber auch flugs per Schaltwippe am Lenkrad durch die Gänge treiben.
Exklusives GT-Vergnügen: Wen der Kaufpreis von 116.900 Euro für den Jaguar XKR-S nicht abschreckt, der sollte zugreifen. Wer weiß, wann die Kleinserie von 200 Exemplaren vergriffen ist ...
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