Drei Bullen mit Bums: Enorme 5,09 Meter lang, setzt der Audi schnaubend dazu an, die Konkurrenten von der Super-SUV-Weide zu vertreiben. Aber ist er dazu sportlich genug?
Bullen-Revier? Eigentlich ist die Stadt nicht die liebste Spielwiese dieser Autos. Denn auch wenn Porsche und Audi mit einem relativ kleinen Wendekreis gefallen, so ist das Einparken doch kein Spaß.
Gleich greift der elektronische Wächter ein: Das ESP regelt das riesige Trumm rigoros ab. Von Dynamik ist da keine Spur. Besser ...
... macht das der BMW: Seine Elektronik holt das Ausreißer-Heck wie eine unsichtbare Leitplanke zurück in die Spur. Der Sportlichste im Trio ...
... ist aber eindeutig der Cayenne: In guter Porsche-Manier geht er auf seinen 19-Zöllern sicher, aber sehr schwungvoll durch alle Kurven.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat: "Auch wenn der Q7 nicht der dynamischste ist: Er gewinnt den Vergleich souverän." Denn er ist nicht nur das größte Auto, sondern auch das mit ...
... dem stärksten Motor, den besten Bremsen und der umfangreichsten Garantie. Und das zum gleichen Preis wie die Konkurrenz: Der Audi kostet 67.410 Euro, der Porsche 68.784, der BMW 65.480 Euro.
Sind das wirklich Geländewagen? In 7,4 Sekunden geht's im Audi von null auf 100, der Porsche ist noch zwei Zehntel schneller, der BMW nur sieben langsamer. Möglich machen's ...
... die formidablen Achtzylinder. Im Ingolstädter werkelt ein enger Verwandter des Sportmotors im RS4. Und das läßt das mit 4,2 Litern hubraumschwächste Aggregat mit jedem Juchzer seiner 350 PS hören: Der Direkteinspritzer ...
... jubelt und trompetet mit einer Freude über die Drehzahlleiter, daß bei den Fahrleistungen nur der Porsche mitkommt und der 30 PS schwächere BMW ein wenig zurückfällt.
Fluffig über den Asphalt: Die Luftfederung des Audi (2510 Euro extra) wirkt Wunder. Sie garantiert Sofa-Komfort, senkt auf der Autobahn die Karosserie um 35 Millimeter ...
... und unterdrückt in flotten Kurven die Wankbewegung des Dickschiffs. Die Feder-/Dämpferharte ...
... läßt sich zusätzlich per Bordcomputer einstellen.
Klare Anzeigen, straffe Ordnung und ein normaler Zündschlüssel: Umsteiger aus A6 und A8 müssen sich nicht groß umstellen.
Typisch Audi: edler Look, trotz vieler Schalter und Knöpfe keine Fragen zur Bedienung.
Vorn verströmt der Q7 4.2 den bekannten SUV-Lockstoff: Man thront im ersten Stock. Über den Dingen, auf ausladenden Sportsitzen (Leder 870 Euro), als Chef über Wurzelholz, Alueinlagen und ein Heer solider Audi-Knöpfchen – königlich.
Eher suboptimal: Im weitläufigen Fond hocken Erwachsene zu tief mit hochgedrückten Knien – in einem A6 Avant sind sie deutlich würdiger untergebracht.
Die Zusatz-Zentimeter zahlen sich aus: Das lange Heck des Audi überragt den Cayenne nochmals um einen Schuhkarton – Platz für eine dritte Sitzreihe (980 Euro extra) oder ...
... 775 bis 2035 Liter Gepäck wie beim fünfsitzigen Testwagen. Schade, daß das ...
... heruntergezogene Dach die Ladeöffnung am Q7 (links) verkleinert. Besser: der X5 (rechts) mit seiner geteilten Heckklappe. Am allerbesten ...
... klappt das Beladen beim Cayenne: Die Öffnung ist groß, der Laderaum sehr gut zugänglich. Dafür ist sein Stauraum ...
... aber am kleinsten: Er schluckt "nur" 540 bis 1770 Liter.
Bleiben wir beim Platzangebot: Laut Maßband ist es vorn praktisch identisch mit dem im Audi – der Ingolstädter bietet lediglich 25 Millimeter mehr Kopffreiheit. Im Fond der Zuffenhausener Wuchtbrumme ...
... geht es aber doch deutlich enger zu als im Q7.
Zündschloß links wie im Elfer, das Lenkrad schön steil und optionale Sechsgang-Handschaltung – ein Sportler eben. Die vielen Knöpfe auf der Mittelkonsole, die beim Elfer inzwischen verbannt wurden, gibt's noch.
Extra large: Der Cayenne-V8 hat mit 4,5 Litern den größten Hubraum. Dafür aber nur 340 PS (Q7: 350) und 420 Nm maximales Drehmoment (Q7: 440). Außerdem ...
... ist der Porsche mit 2485 Kilo das schwerste der drei Schwergewichte. Trotzdem schlägt er die Konkurrenten beim Sprint auf 100 und auch auf 200 km/h. Auf der Teststrecke im Contidrom ...
... mußte sich der Cayenne allerdings gewaltig anstrengen, um den Audi in Schach zu halten. Die beiden fuhren nahezu identische Rundenzeiten.
Dieses Luftkissen ist kein sanftes Ruhekissen: Dem Cayenne verhagelt ...
... das schicke 19-Zoll-Designrad (1960 Euro Aufpreis) die sanfte SUV-Gelassenheit. Selbst in der Komfort-Stellung ...
... picken die schmalen Reifen wie Seismographen kleinste Stöße auf. Den Grad der Dämpferhärte wählt der Fahrer ...
... ebenso wie Geländeuntersetzung und Bodenfreiheit am Drehrad unter dem Schalthebel.
4,67 Meter lang, 1,87 breit, 1,71 Meter hoch – im Vergleich zu den Mitstreitern wirkt der BMW X5 geradezu zierlich. Das hat den Vorteil, ...
... daß man seine Abmessungen beim Einparken leichter abschätzen kann als die der Konkurrenten. Allerdings nicht mehr lange: 2007 kommt der frische X5, und der wird ...
... ein gutes Stück größer ausfallen; optional soll es ihn dann auch mit sieben Sitzen geben. Auch das Cockpit wird sicher aufgefrischt. Bisher gibt's das SUV noch ohne iDrive. Mit weiten Verstellmöglichkeiten ...
... bietet der BMW die beste Sitzposition für große Fahrer.
Im Fond geht es enger zu als bei Q7 und Cayenne. Dafür schenken die hohen Fenster für die Hinterbänkler angenehme Aus- und für den Fahrer Rundumsicht.
Für Feinschmecker: Der BMW-V8 ist einfach lecker und garantiert mit niedrigem Geräuschpegel ein ungestörtes Mahl. Bei dem man sich etwas Zeit lassen muß: Der 4.4i fährt bei den Spurts ...
... ein wenig hinterher und bleibt auch bei der Höchstgeschwindigkeit mit seinen 240 km/h etwas zurück. Doch das reicht ohnehin für eine gesunde Verdauung.
Auch auf der Rennstrecke konnte der X5 nicht ganz mithalten. Dafür überzeugte er mit einem sportlich-souverän regelnden ESP und viel Komfort dank Luftfederung (1080 Euro; hinten serienmäßig).
Masse ist träge: Warm braucht der BMW 39,2 Meter, um aus Tempo 100 zum Halten zu kommen. Kalt bleibt er mit diesem Wert aber sogar knapp unter dem Porsche (39,7 Meter). Der Audi bremst wie ein Sportler bissig und standfest (38,1 bzw. 36,6 Meter).
Kleineres Auto, kleinerer Kofferraum – logisch. Immerhin sind's beim Bayern aber bei aufgestellter Rückbank 465 Liter. Legt man die Fondlehne um, ...
... schluckt der Allradler absolut Großmarkt-taugliche 1550 Liter.
Die Preise unterscheiden sich kaum – da kann der Sieger nur Audi Q7 heißen. Der Cayenne ist nur dann erste Wahl, wenn es ein Porsche sein muß.
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