Drei Alternativen zum VW Golf GTI: Sportec Golf SC 200 LPG, Abt Golf VS4 und Digi-Tec Golf GTD (von links) Die drei kompakten Sportler vom Tuner versprechen reichlich Dampf und Sparpotenzial.
Vergleich der Konzepte: Digi-Tec setzt auf den Diesel-Punch des Golf GTD, der Abt Golf VS4 versucht es mit viel Leistung aus sehr wenig Hubraum und Sportec rüstet seinen Golf SC 200 LPG mit einer Autogasanlage aus, um ihn zum rasenden Sparschwein zu machen. Wer schiebt sich am Ende ganz nach vorne?
Platz drei geht an den Selbstzünder: Der Digi-Tec Golf GTD profitiert von der hervorragenden Basis, hier gibt es GTI-Flair und viel Bumms ...
... bei akzeptablem Verbrauch. Für eine bessere Platzierung hätte der Umbau tiefgreifender ausfallen müssen.
So sieht ein Bulle aus: Digi-Tec hat sich des 2.0 TDI angenommen und die Leistung von 170 auf 205 PS, das maximale Drehmoment von 350 auf 415 Nm nach oben korrigiert. Dazu gibt es ...
... ein KW-Gewindefahrwerk, das die Golf-Karosserie 30 Millimeter tiefer legt, ...
... einen Eisenmann-Endtopf mit erstaunlich fettem Sound trotz Dieselquelle und ...
... hübsche 19-Zöller mit 225er-Schluffen. Nur bei Digi-Tec steckt dahinter noch ...
... die Serienbremsanlage – und die ist der Konkurrenz deutlich unterlegen. Aus Tempo 100 steht der getunte GTD erst nach 38,3 Metern.
Dank Launch-Control kann der Digi-Tec GTD mit dem Sportec-LPG bis Tempo 100 mithalten und verliert erst bei höheren Geschwindigkeiten an Boden. Mit 6,9 Sekunden ...
... hängt auch er seine Serienbasis (8,1 s) deutlich ab. Tempo 200 steht nach 33,6 Sekunden auf der Uhr. Spitze: 226 km/h. Im Schnitt rinnen 7,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer durch die Brennräume.
Der GTD wirkt eine Spur schwerfälliger als die beiden anderen, schlägt aber im Gegenzug mit mächtigem Dieselbumms zurück. Hier erlebt man eine andere Welt von Fahrspaß, ...
... der Digi-Tec GTD punktet durch Vorschlaghammerpower von unten heraus, was durchaus seinen Reiz hat. Es gelingt ihm dank des KW-Gewindefahrwerks gut, seine frontlastigere Gewichtsverteilung zu kaschieren, wegzaubern kann es diese aber nicht.
Hier wäre mehr gegangen: Digi-Tec belässt es im Innenraum beim Serientrimm. Das abgeflachte Lenkrad und die Karositze sind nur kleine Highlights.
Alle drei Testkandidaten wechseln ihre Gänge via Doppelkupplung. Beim Digi-Tec-GTD ist es die Ölbadvariante mit sechs Gängen.
Für den Basis-GTD ohne Extras werden 29.350 Euro fällig, der Testwagen kostet nach der Kraftkur bei Digi-Tec 34.296 Euro, und ist damit das günstigste Auto im Vergleich. Trotzdem kann der Selbstzünder ...
... seine beiden Konkurrenten erst bei sehr hohen Laufleistungen schlagen. Im Vergleich zum Golf GTI hat er aber auf jeden Fall die Nase vorn.
Guter Job, Sportec. Mit dem SC 200 habt ihr eine echte Augenweide hinbekommen. Wäre dies hier kein Konzeptvergleich, ...
... der Sportec hätte wegen der Fahrleistungen im Benzinmodus knapp gewonnen. Mit LPG springt am Ende knapp Platz zwei heraus.
1,4 Liter Hubraum, verteilt auf vier Zylinder und mittels Turbo und Kompressor unter Druck gesetzt – aus dieser Kraftquelle entspringen 210 PS und 300 Nm Drehmoment. Das Besondere am Sportec: Er ist ...
... mit Autogas/LPG-Umbau unterwegs. Nach üblichem Prinzip: Zusatztank in der Reserveradmulde, ...
... zweiter Tankstutzen, LPG-Einspritzanlage, ...
... Umschalter im Cockpit. Gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel: Autogas kostet derzeit im Schnitt etwa 59 Cent je Liter. Und die Leistungseinbußen im LPG-Betrieb ...
... spürt man kaum: Für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Golf 6,9 Sekunden, 200 km/h sind nach 31,8 Sekunden erreicht und erst bei 237 Sachen endet der Vortieb. Verbrauch: 8,9 Liter Gas auf 100 Kilometer.
Eindeutig: der Sieg des Sportec in der Bremswertung mit 34,4 Metern aus Tempo 100 bis zum Stillstand. Er profitiert von seiner Sportbremsanlage an der Vorderachse, aber auch von den feinen Michelin-Reifen, ...
... die ihm zudem im Verbund mit dem H&R-Gewindefahrwerk ein hübsch agiles Handling verleihen. Der Pedalstepptanz, ...
... die Kurvenjagd, Lenkgefühl, Pedaldruckpunkte – auch bei harter Belastung passt das Material und dessen Zusammenspiel hervorragend.
Hinten kommt ordentlich was raus: Soundmäßig macht der Sportec die größte Welle, Sportluftfilter plus Auspuffanlage generieren heftiges Prusten, kurz unterbrochen vom wilden Schalträuspern.
Gerade im farbenfroh beklebten Sportec gähnt einen ein vergleichsweise ödes Cockpit an. Teppiche, Pedalset, ...
... Handbremshebel mit Karbonintarsie, das war’s mit der Kosmetik. Etwas mehr dürfte es schon sein.
"Mean+Clean" – gemein und rein. Das passt zum Sportec-Golf, genau wie die schlumpfblaue Lackfolie.
Inklusive DSG kostet der Basis-Golf als 1.4 TSI 24.250 Euro. Nach dem Besuch bei Sportec hat sich der Preis auf satte 40.701 Euro erhöht. Besonders stark ins Gewicht ...
... fallen die 5075 Euro für den Autogas-Umbau. Um diese Kosten wieder reinzuholen, müsste man gemäß der Testverbräuche 82.925 Kilometer (durchweg mit Autogas) fahren. Eine echte Sparinvestition sieht anders aus.
Auf dem ersten Platz steht der feuerrote Golf. Ein klarer Sieger? Nein, die anderen sind dem Abt VS4 dicht auf den Fersen. Er gewinnt den Vergleich ...
... aufgrund der besten Fahrleistungen und der überzeugenden, weil gut gemachten Veredelung. Schon äußerlich ist der Abt wie gemacht für die Showbühne. Sein Rundum-Bodykit zeugt von hartem Workout in der Muckibude, ...
... dazu Tagfahrleuchten in der Frontschürze und ...
... vier dicke Auspuffrohre, die aber bedauerlicherweise nur mickrige Töne spucken.
Abt holt aus dem 1.4 TSI 210 PS und 290 Nm Drehmoment. Die getunte Maschine überzeugt durch eine sehr harmonische Leistungsentfaltung – hier passt alles.
Der Clou: Abt verspricht mehr Power bei gleichem Einsatz, der Verbrauch soll unverändert bei 6,0 Liter pro 100 Kilometer liegen. Nicht ganz: Im Testdurchschnitt genehmigte sich der VS4 8,3 Liter Super Plus auf 100 Kilometer.
Peitscht man die drei aus dem Stand voran, liegt der Abt ab Tempo 80 vorn und gibt die Führung nicht mehr her. Auch im Zwischenspurt liefert er die Bestzeiten. Die Steigerung zum Serien-TSI ist beträchtlich, dieser braucht von 0 auf 100 km/h 7,9 Sekunden, der Abt nur 6,7. Tempo 200 erreicht er nach 31,1 Sekunden. Spitze: 235 km/h.
Ebenso leichtfüßig wie der Sportec-Golf tanzt der Abt durch die Kurven. Seine 18-Zöller liefern exaktes Lenkgefühl und gutes Feedback. Er macht seinen Job verblüffend gut, ...
... dabei stützt er sich lediglich auf die VW-Seriendämpfer. Abt verwendet Tieferlegungsfedern, die anderen nutzen Komplettfahrwerke.
Die Bremsanlage des VS4 verzögert ebenfalls sehr ordentlich und bietet ein gutes Pedalgefühl. Nach 36,4 Metern bringt sie den Wagen aus Tempo 100 zum Stehen.
Bekanntes Bild: Auch Abt hat den Golf-Innenraum nur in wenigen Details verändert. Wie bei Sportec gibt es auch hier ein Siebengang-DSG.
Aus dem 24.250 Euro teuren Serien-TSI wird bei Abt der Golf VS4 für 34.900 Euro. Im Kosten-Duell mit dem Digi-Tec GTD ...
... muss sich der Abt erst bei sehr hohen Laufleistungen geschlagen geben.
Und die Sache mit dem GTI? Bei den Fahrwerten sind Sportec und Abt besser, bei den Verbräuchen alle drei. Höhere Effizienz gibt es hier, die drei Alternativ-Gölfe sind auch deshalb empfehlenswert.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.