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Drei Zwölfzylinder im Vergleich

Drei Zwölfzylinder im Vergleich
Traumtrio in den Alpen: Rolls-Royce Ghost (349.980 Euro), Mercedes S 600 (184.057 Euro) und Bentley Flying Spur (248.299 Euro), ...
Bild: Tom Salt
Drei Zwölfzylinder im Vergleich
... gehören mit ihren Zwölfzylinder-Motoren im Bug zu einer aussterbenden Art. Wir haben die drei Luxusliner durch die Berge gescheucht.
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Mercedes S-Klasse
Die weiße S-Klasse gleitet fast inkognito durch den Winter – schließlich sieht das Topmodell selbst auf den zweiten Blick nicht viel anders aus als ein nagelnder S 350, ... 
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Bentley Flying Spur
... auch beim Flying Spur können nur Kenner den V8 vom W12 unterscheiden.
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Rolls-Royce Ghost
Rolls-Royce erspart uns das Hierarchie-Dilemma, denn den Ghost II gibt es ausschließlich mit einem Schnurrwerk, das bis zwölf zählen kann.
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Drei Zwölfzylinder im Vergleich
Auf der dreispurigen A 8 gen Süden kann man den Nadeln der Tankuhren dabei zuschauen, wie sie den freien Fall üben. Im Schnitt verteilen der Bentley 20,5 Liter, der Ghost 19 Liter und der S 600 16 Liter auf jeweils zwölf Brennräume. 
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Drei Zwölfzylinder im Vergleich
Während Sir Rolls und Herr Benz bei 250 km/h elektronisch eingebremst werden, fordert seine Lordschaft aus den Midlands mit bis zu 320 Sachen sogar das Sportwagen-Establishment.
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Bentley Flying Spur
Trotz frischen Blechkleids ist der Spur das älteste Auto in diesem Trio. Der gusseiserne Brite federt mehr schlecht als recht, ...
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Bentley Flying Spur
... hat Schwächen beim Infotainment und den Assistenzsystemen, wirkt innen fast so eng wie ein Wagen der oberen Mittelklasse.
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Bentley Flying Spur
Dafür zelebriert das geflügelte B klassische Opulenz mit viel Chrom, Leder und Holz. Charmant? Ja. Zeitgemäß? Eher nein.
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Die S-Klasse kann fast alles besser: Komfort, Ausstattung, passive Sicherheit, Effizienz, Platzangebot, Preiswürdigkeit, wenn wir das bei diesen Kursen so sagen dürfen.
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Der S 600 ist ein wahrer Meister im Ausbügeln von Unebenheiten ...
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... und wenn es darum geht, es den Passagieren bequem zu machen ...
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... und dem Fahrer die Arbeit abzunehmen. Abstand halten, bei Gefahr bremsen oder ausweichen, automatisch auf-und abblenden, selbstständig einparken, nachts vor Fußgängern oder Wildwechsel warnen – hier ist Prof. Dr. Luxus am Werk.
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Der Ghost I war mal ein tiefenentspannter Gleiter, doch die zweite Serie hat in Verbindung mit dem optionalen Dynamic-Driving-Paket einen Schnellkurs in Sachen Fahrvergnügen absolviert. 
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Die Lenkung ist jetzt stets bei der Sache, die Radaufhängung gibt sich erdverbundener, die Dämpfer sind straffer abgestimmt.
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Das macht den RR zwar noch nicht zum Kurvenräuber und Spätbremser, aber die "My car is my castle"-Behäbigkeit ist einer ansprechenden Agilität und Grundschnelligkeit gewichen.
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Sauwetter in Bayern, Sauwetter in Tirol: Schneeregen, Aquaplaning, schlechte Sicht. Trotz widriger Bedingungen geben sich die beiden Hecktriebler von Benz und Rolls kaum eine Blöße. Schwächen? 
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Der Mercedes ist leicht kopflastig, kämpft in engen Kurven mit Traktionsproblemen, könnte eine weniger passive Lenkung vertragen und einen nachgeschärften Sportmodus.
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Der Rolls wird an einer allzu kurzen ESP-Leine geführt, lässt uns schon in mittelschnellen Biegungen Gewicht und Masse spüren, will ohne Nachdruck ganz lässig auf Zug gefahren werden.
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Der Bentley ist spröde abgestimmt, sein Zwölftonmotor klingt fast unangemessen kernig, Schaltpaddel kosten extra, die Gewichtung von Lenkung und Bremse dürfte harmonischer sein. 
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Dafür glänzt der Flying Spur mit seinem serienmäßigen Allradantrieb, mit aufpreispflichtigen Kohlefaser-Stoppern und mit der garantierten Bestzeit von A nach B. Liegt an den 625 PS und auch an der 800 Nm starken Drehmomentlawine, die schon bei 2000 Touren abgeht.
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Trotzdem ist schiere Leistung in der Königsklasse kein spielentscheidendes Kriterium. So trennt nur ein Wimpernschlag die drei Zwölfender beim Spurt von null auf 100 km/h. Spur und S 600 schaffen die Übung in 4,6 Sekunden, der Ghost braucht drei Zehntel länger.
Bild: Tom Salt
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Deutlichere Unterschiede kennzeichnen die Charakteristik der Motoren. Der kernig-kehlige Sechsliter-W12 des Bentley macht auf Heavy Metal, hängt gierig am Gas und wird erst bei 6200/min vom Begrenzer gestoppt.
Bild: Tom Salt
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Das Sechsliter-Aggregat in der S-Klasse ist unaufgeregt, erreicht seine Nennleistung von 530 PS schon bei 4900/min und spült bereits bei 1900 Touren 830 Nm in Richtung Antriebsachse.
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Der 6,6-Liter-V12 im Ghost präsentiert sich als schäfchenweicher Expressflüsterer mit viel Schubkraft (780 Nm) und noch mehr Biss (570 PS).
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Wer es sich leisten kann, die Objektivität zu relativieren, der kommt am Rolls-Royce nicht vorbei. Der Mercedes mag das komplettere Auto sein, doch der Ghost ist ein ganz besonderer Zwölfzylinder, unverhohlen extrovertiert und unverschämt auffällig, aber eben auch bis ins Detail perfekt gemacht.
Bild: Tom Salt
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Die S-Klasse wirkt im direkten Vergleich zu bürgerlich, zu wenig speziell, zu sehr Kind der Großserie. 
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Der Bentley ist ein sehr geschmackvoll eingerichtetes viertüriges Sportcoupé, traktionsstark und schnell, aber eben nicht so geschmeidig und souverän, wie man das von einer Luxuslimousine erwarten darf.
Bild: Tom Salt
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Das Fazit von Georg Kacher: "Unvernunft muss manchmal sein! Deshalb ist es schön, dass es solche Zwölfzylinder noch gibt, auch wenn sich nur die oberen Zehntausend so was leisten können. Und welchen kaufen? Der Mercedes ist das Sonderangebot in der Luxusklasse, der Bentley mit Allradantrieb der agilste Kerl. Den größten Eindruck hat der Rolls-Royce hinterlassen. Auch beim Preis: fast 350.000 Euro!"
Bild: Tom Salt