Drei Dreizylinder in Formationsfahrt: VW Polo, Opel Corsa und Skoda Fabia (von links) stellen sich in der Basismotorisierung dem Vergleich von AUTO BILD. Die Frage: Können die Kleinwagen sparen und begeistern?
Auf dem dritten Platz landet mit 284 von 500 möglichen Punkten der Opel Corsa. Ein braver, komfortabler Durchschnittstyp ohne besondere Stärken, ...
... die kleinste Maschine im Vergleich enttäuscht mit schlappem Durchzug und wenig Laufkultur. Nur widerwillig rappelt sich das 998-Kubik-Motörchen (60 PS, 88 Nm) aus dem Drehzahlkeller hoch. Und wenn jenseits von 4000 Touren zaghaft so etwas wie Leistung einsetzt, ...
... verfällt der Vierventiler in gequältes Plärren. Im Vergleich fühlt sich der Corsa deutlich schwächer an als seine Rivalen. Von 0 auf Tempo 100 geht es in 17,7 Sekunden, maximal sind 150 km/h drin. Testverbrauch: 6,2 Liter auf 100 Kilometer.
Wer gern flott die Kurve kratzt, wird sich nicht nur über den drehfaulen Motor ärgern, sondern auch über die gefühllose, zu leichtgängige Lenkung. Fahrbahnkontakt? Fehlanzeige. Dafür stimmt ...
.. der Komfort. Gelassen steckt das Corsa-Fahrwerk Teerflicken und Frostaufbrüche weg. Auch bei der Sicherheit ist der Opel auf aktuellem Stand. Hektische Ausweichmanöver entschärft das früh und sanft regelnde ESP, das im Gegensatz zu Kopfairbags (390 Euro) keinen Cent extra kostet.
Der Opel bietet ein freundlich möbliertes Cockpit mit farblich abgesetzter Mittelkonsole. Eine DVD-Navigation mit Europakarten gibt es ab der Ausstattungslinie "Edition" für 1805 Euro. Als 1.0 Selection 110 Jahre kostet der Corsa 11.840 Euro.
Die Rücksitzlehne des Corsa klappt nur im Ganzen nach vorne. Dafür ist ihre Neigung verstellbar. Das Gepäckabteil schluckt zwischen 285 und 1100 Liter.
Der Skoda Fabia fährt mit 301 Punkten auf den zweiten Platz vor. Der kleine Tscheche ist preiswert, praktisch, geräumig und dabei noch ziemlich flott. Liebloses Plastik und lange Bremswege wirken hingegen weniger überzeugend.
Der Dreizylinder des Fabia (1,2 Liter Hubraum, 60 PS, 108 Nm) verbraucht mit 6,4 Litern pro 100 Kilometer am meisten. Schuld ist das kurz übersetzte Getriebe, ...
... dem der kleine Skoda allerdings die besten Fahrleistungen verdankt. An der Ampel kommt der Fabia spritzig aus den Startlöchern, braucht bis Tempo 100 nur 15,8 Sekunden. Spitze: 155 km/h.
Sportliche Fahrer freuen sich über die straffe Abstimmung, die sogar dem Komfort nützt: Auf welligen Pisten liegt der Fabia ruhiger als der weicher gefederte VW.
Die Kunststoffe im Cockpit zeugen vom Regiment des Rotstifts. Nicht tragisch, denn die Verarbeitung stimmt. Aber das Radio ist zu tief montiert, und ...
... für das Basismodell gibt es weder eine Klimaanlage noch einen höhenverstellbaren Fahrersitz.
Quadratisch ist er nicht, aber praktisch und gut: Mit dem größten Gepäckraum (300/1163 Liter), der niedrigsten Ladekante (63,5 Zentimeter) und ...
... dem günstigsten Preis nimmt der Fabia vor allem Vernunftkäufer für sich ein. Skoda verlangt für den Fabia 1.2 HTP 10.620 Euro, inklusive ESP für 300 Euro. Das bedeutet den Preis-Leistungs-Sieg.
Der erste Platz geht mit 310 von 500 möglichen Punkten an den Polo. Im VW arbeitet ein Dreizylinder fast auf Vierzylinder-Niveau, leider auch im Verbrauch (6,1 Liter/100 km). Komfort, Qualität und Preis liegen nah an Kompakten.
Eine beliebte Frage: Wie nahe ist der Polo an den Golf herangerückt? Antwort: nah, aber mit gebührendem Respektabstand. Zudem gibt es den Golf (noch) nicht mit drei Zylindern, ...
... was man sich bei diesem Motor aber durchaus vorstellen könnte. Im Stadtverkehr legt der 1,2-Liter (60 PS, 108 Nm) munter los. Die längere Getriebeübersetzung als im Skoda ...
... kostet aber Temperament: Von 0 auf Tempo 100 vergehen 17,6 Sekunden, von 80 auf 120 ist der Polo nur 1,8 Sekunden schneller als der Corsa. Auch der Weg bis zur Spitze (157 km/h) erfordert viel Geduld. Dafür drängt der Motor sich akustisch nie in den Vordergrund. Vibrationen sind kaum spürbar.
Alles andere als unkomfortabel: Die Federung schluckt aufmerksam alle Fahrbahn-Grobheiten, ...
... erst bei abrupten Schlenkern kann der VW erschrecken: Da drängt das Heck stärker nach außen als bei bisherigen Polo-Versionen, ...
... vermutlich aufgrund der schmaleren Reifen. Die Geschichte bleibt aber dank direkter Lenkung und ESP unkritisch.
Vorn bietet der Kleine gefühlt Platz wie ein Kompakter, hinten wird es dafür knapper.
In der Basisausstattung gibt es harten Kunststoff statt eines geschäumten Armaturenträgers. Klimaanlage und CD-Radio kosten im Paket 910 Euro extra, elektrische Fensterheber vorn sind Serie.
Ins Polo-Heck passen zwischen 280 und 952 Liter. Eine teilbare Rückbank und ein Einlegeboden steigern den Nutzwert, sie kosten aber 170 Euro extra.
Für einen VW Polo 1.2 in der Ausstattung Trendline werden 12.885 Euro fällig. Es ist keine Überraschung, dass der Wolfsburger das teuerste Auto im Vergleich ist.
Das Fazit: "Hut ab! VW und Skoda zeigen, dass der Verzicht auf einen Topf unter der Haube nicht zwangsläufig den Fahrspaß trübt. Der Polo hievt zudem ...
... die Messlatte für Laufruhe fast schon auf Vierzylinder-Level. In beiden Punkten hechelt der Opel Corsa hinterher. Beim Verbrauch vollbringen alle drei Kandidaten keine Wunder. Vor allem auf der Autobahn steigt der Durst rapide an. Klar: Dreizylinder-Kleinwagen ...
... sind primär für Kurzstrecken und Stadtverkehr gedacht. Richtig zufrieden sind wir aber erst, wenn wir die Fünf vorm Komma nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis sehen."
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