Gruppenbild mit UFO: Schön, dass sie sich überhaupt noch freuen können – denn gesiegt haben die Bastler von der Technischen Oberschule Saint-Joseph La Joliverie aus Nantes schon des Öfteren. Doch ...
... die Konkurrenz zeigt ihnen die Zähne! Dieses Vehikel stammt aus Istanbul und fiel auf dem Lausitzring durch sein ausgesprochen anregendes Design auf. Grund für Beißereien ...
... gab es während des Shell Eco-Marathon allerdings kaum. Rund 200 Hochschul-Teams mit mehr als 2500 Studenten und Lehrpersonal waren angereist.
Wie man sieht: Die Stimmung war ausgesprochen sonnig. Einige Teams hatten sich – wie diese Franzosen – auf der Haupttribüne postiert und begleiteten jede Vorbeifahrt ihres Teilnehmers mit Jubel.
Auch die Medien sind voll dabei: Hier umlagert ein Team des Bayerischen Rundfunks den Prototypen der Münchner Hochschule für angewandte Wissenschaften kurz vor dem Start.
Der rote Renner ist mit einer Brennstoffzelle ausgerüstet, in der Wasserstoff mit Sauerstoff kontrolliert verschmolzen wird; dabei fallen elektrischer Strom und Wasser an.
Was so einfach klingt, ist noch nicht alltagstauglich – und so kommt es immer wieder zu Dichtigkeitsproblemen. Hier werden letzte Justierungen vorgenommen.
Dann kommt das Dach drauf: passt! 39 Fahrzeuge sind in diesem Jahr mit Brennstoffzelle unterwegs, so viele wie noch nie. Das zeigt, dass die Technik beherrschbar wird.
Was man von der Karosserie nicht gerade sagen kann. Was so aussieht wie ein Raubüberfall, ist nur der Versuch der Kommilitonen, das Dach möglichst dicht zu verschließen.
Nun aber Druck gemacht! Schließt irgendwo etwas nicht passgenau, kann der erhöhte Luftwiderstand wertvolle Milliliter kosten.
Im Zelt der Hamburger Technischen Hochschule rauchen derweil noch die Köpfe: Auch das Eco-Mobil der Hanseaten fährt mit Brennstoffzelle und auch hier gab's Dichtigkeitsprobleme. Der ...
... letzte Lauf steht bevor, und bisher war kein gültiger dabei. Den Gesichtern der Studenten ist anzumerken, wie ernst die Situation ist.
Ob jetzt alles funktioniert? Da kann man sich schon am Kopf kratzen... "Wenn man sich hier umschaut, dann verfügen manche Teams über Fräsanlagen und Hydraulikpressen – und wir sind mit einem abgebrochenen Schraubenzieher angerückt", wundert sich Teamleiter Professor Stucke.
So, jetzt das Vehikel noch zusammenbauen, vorsichtig vom Labortisch heben und zum letzten Testlauf hinters Zelt tragen.
Der Größenvergleich mit dem Bus im Hintergrund macht deutlich: "Q" hätte das Dreirad als Geheimwaffe für James Bond wohl abgelehnt – der Smoking wäre zerknittert worden.
Doch den kleinen Piepmatz im Frack stört die Enge nicht: Vorneweg fährt das Maskottchen von "Pingu II".
Auch die junge Dame, der Pingu sich anvertraut, ist nicht so richtig zum Lächeln aufgelegt.
Die blaue Kappe vorne dran ist übrigens kein Blinklicht, sondern wurde "Pingu II" von der Rennleitung verordnet. "Als Präservativ, weil denen unsere Spitze zu gefährlich war", sagt Professor Hans-Dieter Stucke, der Teamleiter.
Stucke ist begeistert von der Hilfsbereitschaft der Teams untereinander: "Wir haben seit gestern zwei neue Überdruckventile – und wissen nicht, woher!"
Wenn es ein Problem gibt, kommt einfach jemand vom Nachbarzelt, ob aus Indien, Holland oder sonstwoher und hilft mit seinem Werkzeug oder Ersatzteilen aus.
Geschafft: "Pingu II" hat die Dichtigkeitsprüfung und alle anderen Checks bestanden. Jetzt wartet er wie alle anderen Prototypen auf die Startfreigabe und heizt schon mal die Brennstoffzelle vor.
Doch erst sind noch die Münchener dran. Das Dach ist zu, die Fahne flattert und träge setzt sich der Elektromotor in Bewegung.
Die ersten Meter sind eine Qual - vor allem für das Münchener Team, das vom Zaun aus den Fortschritt mit zusammengebissenen Zähnen verfolgt. Der Protonenfluss in der Brennstoffzelle kommt langsam in Gang.
Ein Lob der Solidarität: Der rote Renner der Münchener konnte zum letzten Lauf nur antreten, weil die Kommilitonen der Hochschule Offenburg eine Brennstoffzelle spendeten und die Hamburger schrauben halfen. "Bei der Formel 1 wäre das unmöglich", kommentiert Prof Stucke.
Nach dem Bayern-Mobil ist "Pingu II" dran. Mit skeptischem Blick schaut der Mann vom Safety-Team hinterher. Doch er irrt: Am ...
... Ende schafft der fliegende Hamburger einen bemerkenswerten 18. Platz in der Gesamtwertung. Bis zu 48 km/h ist das Dreirad schnell.
Kein Wunder, dass die Rennleitung auch auf die Sicherheit der kleinen Vehikel achtet: Dieser Bauschaum-Klotz ist Pflicht. Er stellt die Knautschzone dar.
Bei diesem Fahrzeug wurde mangels Form ein Styropor-Block aufs Chassis geklebt. Fertig ist die Fahrgastzelle. Theoretisch, zumindest.
Und dann muss das Ganze nur noch wieder zusammengebaut werden.
Der Weg ist das Ziel: Mit "Microjoule" schafften die Studenten von der Technischen Oberschule Saint-Joseph La Joliverie aus Nantes eine Streckenleistung von 3771 Kilometer – hochgerechnet auf 1 Liter Sprit.
Ein echter Gewinner des Umzugs vom französischen Nogaro in die Lausitz: der "Suncatcher" der Fachhochschule Lausitz. Die schiefe Ebene auf Rädern ist ein Solarmobil.
Auch der "Ruppinjet" vom Oberstufenzentrum Ruppin war wieder mit dabei. Als bester deutscher Teilnehmer unter den Solarmobilen kam er auf Platz drei. Erster wurde das Gefährt vom Lycée Louis Pasquet Arles in Südfrankreich.
Beste Deutsche: Die Fachhochschule Trier baute diesen schnittigen Prototypen mit Wasserstoffantrieb. 3178 Kilometer weit kam man mit einer Tankfüllung, das reichte für Platz vier.
Das Team der TU Chemnitz, im vergangenen Jahr mit "Fortis Saxoniae" noch grandios gescheitert, erreichte ebenfalls in nur einem gültigen Wertungslauf auf Wasserstoff-Basis einen mindestens ebenso grandiosen neunten Platz (2469 Kilometer).
Rang 42 mit einem Benzinmotor erreichte die Ludwig-Geissler-Schule Hanau.
Auf Anhieb ins Mittelfeld (Platz 47) schaffte es das Nicolaus August Otto Berufskolleg aus Köln. "Damit hätten wir im Leben nie gerechnet", sagte Teamleiter und Ecomarathon- Neuling Norbert Janiszewski.
Ein akzeptabler Platz 58: Das rasende Ei mit konventionellem Benzinantrieb der GTS Offenbach.
Dabei sein ist alles: Platz 84 (von 91 Teilnehmern) erreichte das Team der Universität Rostock.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.