Er sollte der Star beim 9ff-Rekordversuch in Papenburg werden: Mit dem Eigenbau-GT9 auf Basis des Porsche 911 GT3 (Baureihe 996) wollte der Tuner aus Dortmund die 400-km/h-Marke knacken.
Der Kaisers neue Kleider: Stolz präsentiert der GT9 sein nacktes Hinterteil – ein imposanter Anblick.
Exhibitionismus im Stile des Audi R8: Der Vierliter-Boxer thront deutlich sichtbar unter dem gläsernen Heckdeckel. Mit zwei Turbos unter Druck gesetzt, holt die Maschine 987 PS und 964 Nm Drehmoment aus den Brennräumen.
Windmaschine: Zwei große Gebläse sorgen dafür, dass der Treibsatz im Heck nicht den plötzlichen Hitzetod stirbt.
Lautstark: Wenn der Motor denn anspringt, tut er das mit einem gewaltigen Brüllen.
Damit klar ist, wer den GT9 gebaut hat, trägt die nur 1,18 Meter hohe Flunder den Namen seines Erbauers vor dem Sechszylinder. Ein Blick über das Schild ...
... offenbart das aufwändige Push-Rod-Fahrwerk, das ...
... die 19-Zöller jederzeit sicher auf dem Asphalt halten soll. Die Vorraussetzungen für einen Rekordversuch vor den versammelten Journalisten wären also gar nicht schlecht, aber ...
... der GT9 entpuppt sich als echte Diva. Zunächst kommt er erst gegen Mittag auf dem Anhänger angefahren, dann ...
... enden beide Ausfahrten mit Schiebung. Der Motor stirbt beim ersten Versuch aufgrund von Elektronikproblemen, der zweite endet bereits nach zehn Metern Fahrt. Danach geht gar nichts mehr. Enttäuschend. Es mag vielleicht daran gelegen haben, ...
... dass der GT9 erst 150 Testkilometer auf dem Buckel hatte. Das 400-km/h-Vorhaben ist damit in etwa so sinnvoll wie die Anmeldung eines Kindes zum Marathon, nachdem es die ersten unsicheren Tippelschritte gemacht hat.
Rede und Antwort: 9ff-Chef Jan Fatthauer erklärt das Debakel und schiebt die Schuld am Ende dem schlechten Wetter in die Schuhe. Hmm...
Trotz der verpassten Highspeed-Hetze lohnt der Blick in den Innenraum des GT9. Erfrischend anders ist neben der blauen Auskleidung in Leder und Alcantara, ...
... die natürlich auch die Türverkleidungen einschließt, ...
... das runde Zentralinstrument statt der üblichen Porsche-Uhrensammlung.
Gut aufgehoben: Lautsprechersystem, eingebettet in blaues Alcantara mit weißen Steppnähten.
Enge Schalen: Recaro-Rennsitze sollen den Piloten fixieren, wenn der GT9 von der Leine gelassen wird. 9ff verspricht immerhin 3,2 Sekunden beim Prestigesprint und über 400 km/h Spitze – der Beweis steht noch aus.
Mal ein paar Bilder vom Bau des Boliden: Lediglich zwei Komponenten sind originales Porsche-Zubehör – die Motorhaube und ...
... die Scheinwerfer, die sich der GT9 beim aktuellen 911er ausleiht.
Hoch das Glas: Die Scheiben sind Maßanfertigungen.
Zurück zur Natur: Der Diffusor ist aus Holz – stabil und leicht.
Klassisches Motortuning: Eine Sportnockenwelle ermöglicht größeren Ventilhub und Öffnungswinkel.
Kleiner Trick: Damit der Pilot auf die Straße sehen kann, ist das Lenkrad nach oben offen.
Wer sein Auto liebt, der schiebt: Was in der Werkstatt noch in Ordnung ist, hätte sich Jan Fatthauer in Papenburg sicher anders vorgestellt. Aber: Der nächste Versuch kommt bestimmt.
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