Der soll einschlagen wie der Blitz: Die dritte Variante der Insignia-Baureihe hört auf den Namen Sports Tourer. AUTO BILD durfte im großen Rüsselsheimer schon mal Platz nehmen.
Neues Auto, neuer Name: Opel gibt für den Insignia die seit den 1950ern gebräuchliche und vertraute Kombi-Bezeichnung "Caravan" auf. Die Marketingstrategen werden schon wissen, was sie tun.
Mit 4,91 Metern ist der Kombi acht Zentimeter länger als die Limousine. Da der Radstand (2,74 Meter) unverändert bleibt, wächst der hintere Überhang. Bis zur B-Säule gleicht der Sports Tourer der Limousine, ...
... Dachspoiler und rundliches Heck verpassen dem Lademeister im Insignia-Programm eine Extraportion Dynamik. Und das ist nicht nur schön, ...
... sondern hat auch sehr praktischen Nutzen: Hinten hat der Insignia Kombi Platz wie in der Oberklasse. Anders als in der Limousine haben auch größere Passagiere reichlich Luft überm Kopf, wie AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzan bei der ersten exklusiven Sitzprobe feststellte.
Ergonomisch halb perfekt: Der Monitor des Navigationssystems liegt in optimaler Höhe, aber ...
... die vielen Tasten und Knöpfe auf der angenehm geneigten Mittelkonsole erfordern auf jeden Fall Gewöhnung.
Apropos Knöpfe: Die Freisprecheinrichtung und das Radio lassen sich bequem vom Lenkrad aus bedienen.
Fesselnd wie ein Computerspiel: Nach dem Motorstart huschen die rot hinterleuchteten Zeiger von Tacho und Drehzahlmesser einmal über die Skalierung und zurück. Bei Nacht projizieren die feinen Zeiger-Spitzen ein dezentes Leuchtpünktchen auf die Ziffern.
Praktisch: Ablagefach unter der vorderen Mittelarmlehne.
Da kann die Hand am Lenkrad bleiben: Beim Topmodell des Insignia-Kombi übernimmt ein Sechsstufen-Automat die Schaltarbeit.
Die Bedienbarkeit des Insignia ist Opel-typisch gut, die Funktionen von Navi und Co. sind über den Multifunktionsknopf unterhalb des Schalthebels zu steuern.
Ein Schalter in der Tür schließt und öffnet den Kofferraumdeckel elektrisch. Der Öffnungswinkel ist programmierbar, aber ...
... die Heckklappe öffnet nur auf eine Höhe von etwa 1,85 Meter. Die niedrige Ladekante geht in Ordnung, aber der weit ausgestellte Stoßfänger erschwert das Beladen.
So glattflächig und edel kann ein Kofferraum aussehen. Unter der Abdeckung liegt weiterer Stauraum mit 50 Liter Volumen, ...
... die geklappte Lehnen bilden einen fast waagerechten Ladeboden. Schafft der kantige Vectra Caravan 1850 Liter bei umgelegten Rücksitzlehnen, sind es im Sports Tourer 320 Liter weniger. Immerhin: Das Minimalvolumen wächst um zehn auf 540 Liter.
Bei offener Heckklappe werden Zusatzrückstrahler sichtbar. Sie sollen das Rangieren auf Baumarkt-Parkplätzen sicherer machen.
Kräftig, leise, durchzugsstark: Der 2,8 Liter große Turbo-V6 mit variabler Ventilsteuerung schickt 260 PS und 350 Nm Drehmoment ...
... an alle vier Räder. Erstmals seit dem 1997 eingemotteten Calibra 4x4 bietet Opel beim Insignia auch wieder Allradtechnik im Pkw an.
Designdetail: Seine Abgase entlässt der V6 im Bug durch zwei ovale Endrohre links und rechts am Heck.
Neues Licht: Während die Heckleuchten bei Limousine und Stufenheck das Design der Frontscheinwerfer aufnehmen, haben sie beim Kombi ein ganz eigenständiges Design.
Kleine Flosse fürs Haifischbecken Kombimarkt: die Dachantenne des Insignia Sports Tourers.
Das Heck ist seine starke Seite. Wie ein Mittelscheitel teilt ein scharfer Falz den Kofferraumdeckel. Die weit umfassenden Rückleuchten verbindet eine breite Chromspange – fast wie am Audi A6 Avant.
"Als Konkurrent sehen wir nicht nur Passat und Mondeo, sondern auch Premium-Modelle. Schließlich sind wir mindestens 10.000 Euro günstiger", sagt Opel-Marketingchef Andreas Marx. Um es genauer zu machen: Einen Insignia Sports Tourer mit dem V6-Topmotor gibt es ab 41.105 Euro, ...
... das Basismodell mit 1,6 Liter großem Vierzylinder-Benziner und 115 PS ist ab 23.990 Euro zu haben. Bei den Händlern steht der große Opel ab dem 14. März 2009.
Der erste Lieblingsgegner des Insignia Sports Tourer kommt aus Wolfsburg und hört auf den Namen Passat Variant.
Großer Gewinner: In Deutschland entscheiden sich acht von zehn Passat-Käufern für den Kombi. Beim Insignia soll der Sports Tourer einen Anteil von 70 Prozent am Insignia-Verkauf erzielen.
Familiengesicht: Der Passat trägt noch das Chrom-Lätzchen, das VW nun nach und nach, Baureihe für Baureihe wieder aufgibt. Die nächste Passat-Generation wird für 2011 erwartet. Das wäre genug Zeit für den Insignia, einen Vorsprung einzufahren.
Geschmackssache: Die Rückleuchten mit den weißen Einsätzen setzen Design-Akzente, sehen für manche aber irgendwie nach Zubehörshop aus.
Das Cockpit wirkt vertraut und überzeugt mit fehlerfreier Verarbeitung. Luxusvariante: Das große Navisystem gibt es ab 2575 Euro Aufpreis.
Üppig: Das Kofferraum-Volumen des Passat liegt zwischen 603 und 1731 Litern. Zumindest in fünfsitziger Konfiguration ist der Opel hier deutlich unterlegen.
Richtwert: Für einen Passat Variant werden mindestens 24.450 Euro fällig. Dafür gibt es die Ausstattungslinie Trendline und den 1,6-Liter-Benziner mit 102 PS.
Der zweite Hauptgegner aus Deutschland ist der Kölner Kombi Ford Mondeo Turnier, dessen jüngste Generation seit 2007 zu haben ist.
Großgewachsen: Der Mondeo Kombi streckt sich auf 4,83 Meter, ist 1,88 Meter breit und 1,54 Meter hoch. Da ist viel Platz für Passagiere und Gepäck.
Kann sich sehen lassen: In der Titanum-X-Ausstattung weht ein Hauch von Oberklasse durchs Mondeo-Cockpit. Die Qualität ist prima, das Bedienkonzept mit vielen Schaltern aber überfrachtet.
Fond-Sitzflächen hoch, schon fallen die geteilten Rückenlehnen und machen Platz für bis zu 1745 Liter Ladegut. Angenehm rückenschonend ist die absatzlose und nur 58 Zentimeter niedrige Ladekante.
Die Preisliste des Mondeo Turnier startet bei 23.000 Euro. Unter der Haube der Basisversion sorgt ein 1,6 Liter großer Vierzylinder mit 110 PS für Vortrieb.
Auch gegen den hier muss der Insignia Sports Tourer antreten: Seit Januar 2008 steht der Renault Laguna auch in der Kombiversion Grandtour beim Händler.
Flach und gestreckt: Der Renault Laguna Grandtour macht sich 4,80 Meter lang.
Sauberes Finish im Renault mit handschmeichelnden Türgriffen und gut ablesbaren Instrumenten. Nur der Verstellbereich des Lenkrads fällt ein wenig zu klein aus.
Praktisch: Der mindestens 508 Liter große Kofferraum lässt sich auch über die separat öffnende Heckscheibe beladen. Hinter der Klappe gibt es ...
... bis zu 1593 Liter Gepäckraum, aber keinen ganz ebenen Boden.
Der günstigste Laguna Grandtour ist der 1.5dCi in der Ausstattungsvariante Expression. Für den 110 PS starken Diesel werden 24.350 Euro fällig.
Frischware aus Fernost: Neben den Mazda6-Versionen mit Stufen- und Fließheck steht seit April 2008 auch der "Sport Kombi" bei den Mazda-Händlern.
Die Abmessungen: Der Mazda6 Sport Kombi streckt sich auf eine Länge von 4,76 Meter, ist 1,79 Meter breit und inklusive Dachreling 1,49 Meter hoch. Sein ganz spezielles Erscheinungsbild erhält er durch die nach hinten ansteigende Gürtellinie.
Den Fahrer des Mazda6 Sport Kombi erwartet wie beim Stufen- und Fließheck ein ergonomisch designtes Cockpit mit höhen- und längenverstellbarer Lenksäule.
Gute Größe: Der Kofferraum schluckt zwischen 519 und 1751 Liter.
Günstigstes Angebot im Baureihen-Portfolio des Mazda6 Sport Kombi ist der 1.8 MZR (120 PS) Comfort für 23.900 Euro.
Ausgesprochen schick in Schale fährt der Honda Accord Tourer vor. Ein nach Alfa-Sportwagon-Art gezeichneter Kombi, ...
... dessen knackig-flaches Heck gleich verrät, dass ihm Form wichtiger ist als Funktion.
Unübersichtliche Bedienung: Honda legt im Accord bis zu 16 Funktionen ins und ans Lenkrad.
Mit nur 406 bis 1252 Litern Volumen zeigt auch der Kofferraum den Charakter des Accord Tourer: Er ist ein Sportkombi, bei dem Mode vor Nutzwert rangiert.
Den Honda Accord Tourer gibt es ab 26.100 Euro in der Ausstattungslinie Comfort mit Zweiliter-Benziner (156 PS).
Gute Gene: Als Franzose beherrscht der taufrische Citroën C5 Tourer den edlen Auftritt schon von Geburt.
Einen Citroën kaufen Anhänger der Marke vor allem mit dem Auge. Die Form muss unverwechselbar sein, das gilt auch für die Kombi-Version des C5.
Eine Revolution: Statt der "Hydraktiv"-Federung bieten die Franzosen alternativ Stahlfedern – für sport- statt komfortorientierte Fahrer. Mit herkömmlicher Federung entfällt der gesamte technische Aufwand (und damit auch das Reparatur-Risiko), ...
... leider fehlt dann auch die per Knopfdruck mögliche Absenkung des Kombihecks. Die Ladekante steht trotzdem bequeme 58,5 Zentimeter tief. Volumen: 533 bis 1490 Liter.
Der Arbeitsplatz des Citroën: Die Lenkung arbeitet gefühllos und zu abrupt. Und die Bedientasten im feststehenden Pralltopf sind zu klein.
Die Preisliste des C5 Tourer beginnt bei 23.340 Euro. Basismotor ist der 1,8 Liter große Vierzylinder mit 125 PS.
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