Bis zum 27. September 2008 müssen wir uns noch gedulden, dann ist der kleine Alfa MiTo da.
AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat hat mit dem neuen Italiener schon mal eine erste Ausfahrt unternommen. "Der MiTo soll das sportlichste Auto seiner Klasse sein!", verkündete Alfa-Chef Luca di Meo. Na, dann schauen wir doch mal.
Was ist überhaupt seine Klasse? Punto Abarth, Polo GTI, Clio? Das mag stimmen, aber sein unausgesprochenes Vorbild erreicht der MiTo nicht: Der Mini ist sportlicher, dynamischer, direkter.
Zweifellos haben die Entwickler eine Menge aus der B-Plattform (Basis für Punto, Corsa) herausgeholt: spezielle Stoßdämpfer mit Rebound-Feder unterdrücken das Wanken, per Wählschalter lassen sich Lenkung und Gasannahme schärfer einstellen.
Trotzdem rumpelt der MiTo in plötzliche Löcher, die Lenkung gibt trotz variabler Servounterstützung wenig Gefühl für die Straße. Und der Geradeauslauf des Alfa lässt auf der Autobahn zu wünschen übrig.
Ansonsten kommt der MiTo dem Mini recht nahe. Der leise 1,4-Liter Turbobenziner mit 155 PS hat Dampf in jeder Lage und dreht fröhlich bis in den roten Bereich bei 6500 Touren.
Selbst Zwei-Meter-Riesen kommen dank der Verstellmöglichkeiten auf den Vordersitzen zurecht.
Sogar die kleinen Macken teilt der Alfa mit dem modischen Briten: Der Fond (serienmäßig nur zwei Plätze, ein dritter kostet 180 Euro extra) taugt nur als Strafbank für Kurzzeit-Passagiere.
Trotz des hübschen Hinterns: Der Kofferraum ärgert mit einer hohen Ladekante.
Hat man den Krempel dann aber mal über die Kante gewuchtet, bietet der MiTo ausreichend Platz, ihn zu verteilen.
Ein Blick ins Cockpit: Das reichlich verteilte Plastik rund um die Mittelkonsole wirkt billig. Das sieht bei Kompakten dieser Größe (4,06 Meter Länge) selten besser aus, stört aber, weil Alfa erstmals Premium-Preise verlangt.
14.750 Euro kostet die Einstiegsversion mit einem 95 PS starken 1,4-Liter-Benziner. Für den neuen 1,6-Liter-Diesel (120 PS) und das 155-PS-Topmodell verlangen die Italiener 17.950 Euro.
m Frühjahr 2009 sollen der GTA mit 1,8-Liter-Turbo und 230 PS folgen, erst dann sind auch das angekündigte Doppelkupplungsgetriebe und die elektronisch verstellbaren Dämpfer zu bekommen.
Serienmäßig sind im Basis-Modell u. a. ESP, sieben Airbags, E-Fensterheber, Audioanlage und 16-Zoll-Stahlräder. Weil Alus und Klima fehlen, werden, so rechnet Alfa, 87 Prozent aller Kunden zum Turismo-Paket greifen.
Für 1500 Euro sind dann zusätzlich Klimaanlage, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Lederlenkrad und weitere kleine Leckereien an Bord. Womit die Auswahl aber nur beginnt.
Wenn es darum geht, das Auto individuell herauszuputzen, übertrifft der MiTo sogar den Mini.
Zehn Außen-, sieben Polster- und fünf Cockpitfarben, zwölf Aufkleber und 14 verschiedene Rahmen für Front- und Heckleuchten – der MiTo ist eine rollende Boutique geworden.
Und wie beim Fiat 500 könnte die einkaufsfreudige Kundschaft auf den schicken Alfa fliegen.
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