Wer ist der Größte in der Luxusklasse? Mit dem neuen
A8 (rechts) will Audi die
Mercedes S-Klasse vom Thron stoßen. AUTO BILD hat die beiden einem ersten Vergleich unterzogen.
Der neue
Audi A8 soll prunkvoller, festlicher daherkommen. Und tatsächlich dürfen seine Designer diesmal Vollzug melden: Der Wagen macht zweifellos mehr her als sein Vorgänger. Schon deshalb, ...
... weil er deutlich größer geriet – daneben nimmt sich sogar eine
S-Klasse plötzlich zierlich aus. Sieben Zentimeter länger (5,13 Meter) als der
Mercedes ist der Audi. Und acht breiter (1,94 Meter), ...
... ein echtes Trumm mithin, das trotz Alu-Karosserie 35 Kilo im Vergleich zum Vorgänger zugelegt hat. Jetzt bringt der Spitzen-Audi 1835 auf die Waage, ist damit aber ...
... immer noch 120 Kilo leichter als die S-Klasse. Und wäre der Mercedes wie der
Audi mit einem Allrad-Antrieb ausgerüstet, würde der Stuttgarter Luxusliner sogar 195 Kilo mehr wiegen.
Audi versieht natürlich auch den A8 mit dem typischen Erkennungszeichen: Vorn glitzert ein monumentaler Grill, so groß, dass er auch ein MAN-Emblem tragen könnte.
Neues Licht: Die Front wird neben dem mächtigen Chrom-Schlund von neuen Voll-LED-Scheinwerfern dominiert. Die seien, so Audi, von der Lichtausbeute sowie dem Platz- und Energiebedarf den gängigen Systemen weit überlegen.
Die eckigeren Rückleuchten des neuen A8 bestehen aus 72 Leuchtdioden pro Seite und sollen ebenfalls extrem wenig Energie benötigen.
Das S-Klasse-Gesicht fällt deutlich dezenter aus, als das Audi-Antlitz: Bi-Xenon-Lampen sind Serie, adaptives Fernlicht gibt es gegen Aufpreis. Wer sich das LED-Licht-Paket gönnt, ...
... erhält einen etwas anderen Look mit breiten LED-Leisten vorn und LED-Rückleuchten.
4,2-Liter-V8 mit Benzin-Direkteinspritzung. Die Maschine leistet 372 PS, wuchtet 445 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle und ist über eine Achtstufen-Automatik an den serienmäßigen Allrad-Antrieb gekoppelt.
Für den A8 4.2 FSI quattro verspricht Audi 5,7 Sekunden beim Sprint aus dem Stand auf Tempo 100. Maximal rennt das Ingolstädter Dickschiff 250 km/h.
Gedeckelt: Der altbekannte 5,5-Liter-V8 unter der
Mercedes-Haube leistet 388 PS und 530 Nm, arbeitet mit einer Siebenstufenautomatik zusammen, die die Kraft an die Hinterräder weiterreicht.
Der Benz ist etwas spurtstärker als der Audi, er knackt die 100-km/h-Marke bereits nach 5,4 Sekunden. Bei 250 Sachen gebietet auch hier die Elektronik dem Vortrieb Einhalt.
Der S 500 emittiert 262 Gramm CO2 pro Kilometer, was einem Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern auf 100 Kilometer entspricht. Der Audi ist mit 9,5 Litern bescheidener, bläst so nur 219 Gramm CO2 pro Kilometer in die Umwelt.
Cockpit und Möblierung des A8 wirken solide, wie aus Granit gehauen, und luxuriös wie eine Millionärsjacht. Feinstes Material, modernes Design, wohin der Blick schweift. Dazu genügend Hightech-Spielzeug, ...
... um die Passagiere über Stunden bei Laune zu halten. Allein schon die Lightshow mit LED-Leuchten und Lichtbändern so zahlreich, als gelte es, eine Las-Vegas-Bar zu illuminieren (wahlweise in drei Farben), ...
... oder die erstmals mit Google Earth gekoppelte Navigation inklusive ergänzender Internet-Informationen auf dem versenkbaren Bildschirm (auf Wunsch auch im Fond).
Beruhigend für den Fahrer: Der Wust an Funktionen, die der A8 in petto hält, lässt sich über das verbesserte MMI–Bediensystem auch ohne Informatikstudium problemlos beherrschen.
Die Sitze des A8 sind straffer gepolstert und etwas zierlicher als die des Mercedes, aber ebenfalls sehr bequem. Sie ermöglichen eine tiefere Sitzposition und kennen mehr Stellungen als das Kamasutra.
Neu gestaltete Verstellung am Sitz: Der Drehschalter verändert die Sitzkontur und ist mit einer Bildschirmdarstellung gekoppelt.
Immer wieder schön: Gediegenheit auf die klassische Mercedes-Art und ruhige Eleganz in der S-Klasse. Dazu eine hohe Sitzposition und ein gutes Raumgefühl.
Reinsetzen und wohlfühlen: Die großen und weich gepolsterten Sessel in der S-Klasse bieten ausgezeichneten Langstreckenkomfort. Hamburg-München? Na und!
Die Schalter für die Sitzverstellung sind Mercedes-typisch in der Türverkleidung untergebracht. Weitere Einstellungen ...
... lassen sich per Bildschirm abrufen. Und natürlich gibt es für die S-Klasse auch eine Beleuchtung für das ganz spezielle Innenraum-Ambiente. Auf dem großen Display zeigt der Mercedes ...
... die über das Command-System steuerbaren Menüs. Aufgrund des fehlenden Automatik-Wählhebels, hat der Dreh-Drück-Knopf auf der Mittelkonsole viel Platz.
Apropos Platz: Hinten im Mercedes gibt es für lange Beine nicht ganz so viel davon wie im Audi. Dafür ist der Einstieg in den Fond etwas bequemer.
Der A8 verwöhnt die Passagiere in der zweiten Reihe mit reichlich Holz-Zierrat und üppigem Beinraum. Die Kopffreiheit fällt allerdings knapper aus als im Mercedes.
Auch unterm Heckdeckel geht es etwas enger zu: Der Audi-Kofferraum fasst 510 Liter. Neu sind die besonders großen seitlichen Staufächer.
Reichlich Platz fürs große Reisegepäck: Die S-Klasse schluckt 560 Liter.
Und wie sieht es an der Kasse aus? Für den A8 4.2 FSI quattro verlangt Audi mindestens 89.300 Euro. Das ist viel Geld, ...
... verglichen mit dem S 500, der mit einem Grundpreis von 96.509 Euro in der Liste steht, aber deutlich günstiger. Und: Beim Mercedes muss der Allradantrieb extra bezahlt werden, beim Audi ist er immer an Bord.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König: "Sicher, er ist groß und schwer. Aber dafür steckt auch unglaublich viel drin: Der A8, daran ist nicht zu rütteln, ...
... markiert ab sofort den Stand der Technik in der Luxusklasse. Dass er außerdem wuchtiger auftritt als bisher, kann einem gefallen, ...
... muss es aber nicht. Und die S-Klasse? Immer noch eine Sünde wert, keine Frage. Nur: So bequem wie bisher wird sie es nicht mehr haben."
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