Der neue Polo und der Seriensieger Fabia: Im ersten Vergleich nach Punkten stellt sich der kleine VW seinem Stiefbruder von Skoda. Kann der Wolfsburger den bisherigen König der Kleinen vom Thron stoßen?
Eine Frage des Geschmacks: Optisch wirkt der Skoda wie der brave Hausanzug, der neben dem am Golf angelehnten Designerkittel des Polo verblasst, ...
... in der Heckansicht bleiben sowohl Polo als auch Fabia eher zurückhaltend – was beiden durchaus gut steht.
Ordentlich aufgerüstet: Der neue Polo steht auf der brandneuen Kleinwagenplattform des VW-Konzerns, unter der Haube steckt ein moderner Diesel mit Common-Rail-Technik. Dagegen sieht der Fabia fast schon alt aus, ...
... er erreicht 306 von 500 möglichen Punkten und muss sich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen. Auch wenn der Fabia unterliegt, bleibt er eine Empfehlung. Geräumig und gutmütig, gehört er zu den Favoriten für Kleinfamilien. In diesem Vergleich ...
... scheitert er vor allem an seinem nicht mehr zeitgemäßen Pumpe-Düse-TDI. Der 1,9 Liter große Turbodiesel setzt den Fabia mit 105 PS und 240 Nm Drehmoment geräuschvoll in Bewegung.
Die Fahrleistungen: Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 braucht der Skoda 10,9 Sekunden, bei 190 km/h stagniert die Tachonadel.
Dank ESP, das ab 80 PS serienmäßig an Bord ist, gibt es beim Elchtest und anderen Manövern keinerlei Probleme. Fahrspaß kommt dank feiner Lenkung und breiter 16-Zöller auf, aber ...
... der ohnehin straff abgestimmte Skoda stolpert mit den großen Rädern über kleine Unebenheiten und lässt insbesondere Langsamfahrkomfort vermissen.
Sondermodell: Der Fabia Sportline basiert auf der Ausstattung Ambiente. Zum Paket gehören unter anderem ein Styling-Kit mit Frontspoiler, ...
... Dachkantenspoiler, Diffusor und einem verchromten Auspuffendrohr sowie ein Sportfahrwerk, das die Karosserie des kleinen Tschechen 15 Millimeter tiefer Richtung Asphalt bringt.
Sachliche Einrichtung im Fabia: Funktionalität und Qualität überzeugen, ...
... die Sitzposition auf den bequemen Polstern mit viel Seitenhalt könnte etwas tiefer sein.
Platz satt: Das zweigeschossige Handschuhfach des Fabia schluckt eine Menge Kleinkram, der untere Teil kann gekühlt werden.
Hier schlägt der Fabia seinen Wolfsburger Bruder deutlich: Ins Skoda-Heck passen zwischen 300 und 1163 Liter. Leider ist der Boden nicht eben und die Ladekante innen immerhin 17 Zentimeter hoch.
Halbetage: Im Bedarfsfall lässt sich die Hutablage tieferlegen.
Überraschung an der Kasse: Wer Skoda bisher unter "gut und günstig" abgespeichert hatte, muss umdenken. Im Grundpreis ...
... liegt der Fabia 1.9 TDI Ambiente mit 18.880 Euro (inklusive 16-Zöller) nur 165 Euro unter dem des Polo 1.6 TDI Comfortline. Ausstattungsbereinigt wächst der Preisvorteil zwar auf rund 1000 Euro, beim Fabia bekommt der Kunde aber auch ältere Technik.
Platz eins mit 331 Punkten: Der neue Polo kann sich im ersten harten Vergleich gegen den Konzernbruder souverän durchsetzen. Vor allem, weil er neben dem hohen Verarbeitungsniveau und seinem erstklassigen Fahrverhalten ...
... den deutlich moderneren Diesel mitbringt – hinter dem Kürzel TDI verbirgt sich hier eine Common-Rail-Einspritzung. Der 1,6 Liter große Turbo-Vierzylinder schickt 105 PS und 250 Nm Drehmoment in den Antriebsstrang.
Der Polo erledigt den Sprint auf Tempo 100 in 10,1 Sekunden, kann sich von seinem Rivalen trotz seiner längeren Getriebeübersetzung auch beim Durchzug durchsetzen. Im Vergleich zum Skoda ...
... bringt der VW seine Nase immer als Erster durchs Ziel, läuft deutlich leiser und verbraucht mit 4,9 Litern auch noch 0,8 Liter weniger auf 100 Kilometer. Gleichstand herrscht lediglich bei den 190 km/h Spitze.
Sichere Sache: Das serienmäßige ESP des Polo garantiert auch bei flotter Fahrweise jederzeit absolute Spurtreue. Wie der Skoda kann aber auch der VW auf Asphaltflicken in der Stadt nicht wirklich überzeugen, ...
... er leitet Stöße ungebührlich direkt in den verlängerten Rücken seiner Gäste. Beide Testkandidaten wissen dafür auf schnellen Passagen mit langen Wellen zu überzeugen, ...
... wobei der Polo die Berg-und-Tal-Fahrt noch souveräner packt.
Das Cockpit des Polo gefällt mit tadelloser Ergonomie sowie Ablesbarkeit. Die Verarbeitung wirkt hochwertig.
Auch im VW überzeugt das Gestühl, wenngleich die Beinauflage etwas zu kurz ausfällt.
Trotz vergleichbarer Abmessungen kneift es hinten im Wolfsburger mehr als im Fabia. Kopf und Knie stoßen früher an Grenzen, der Einstieg gestaltet sich wegen des erheblich kleineren Türausschnitts schwieriger.
In Verbindung mit dem RDC310-Radiosystem (640 Euro) lassen sich über den Stecker im Handschuhfach auch externe Datenquellen wie beispielsweise MP3-Player anzapfen.
Optional kommt der Polo mit einem einfach zu bedienenden Touchscreen-Navi, das 1140 Euro kostet. Auch das schlichteste Radio muss bezahlt werden (ab 475 Euro).
Wie beim Fabia sind im Polo Bank und Lehne geteilt, durch den doppelten Boden entsteht eine ebene Ladefläche. Mit einem Volumen von 280 bis 952 Liter ist der VW-Kofferraum der deutlich kleinere im Test.
19.115 Euro – die 16-Zöller (730 Euro) schon eingerechnet – ruft VW für den Polo 1.6 TDI in der Ausstattungslinie Comfortline auf. Damit wird der Wolfsburger Preis-Leistungs-Sieger dieses Vergleichs.
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka: "Wieder mal gewinnt VW. Langweilig, sicher. Aber was die Wolfsburger hier auf die Räder stellen, ist nun mal von allererster Güte. Die moderne Architektur, ...
... ein neuer Common-Rail-Diesel zum Spurten und Sparen, die hochwertige Verarbeitung – dieser Polo legt ...
... die Messlatte verdammt hoch. So hoch, dass selbst der Seriensieger Fabia nicht rankommt."
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