Euro NCAP hat beliebte Großraum-Vans vor die Wand gefahren. Alle sechs Testkandidaten stammen von Nutzfahrzeugen ab – und bei deren Entwicklung stehen vor allem die Kosten im Vordergrund. Entsprechend ernüchternd fiel das Ergebnis aus: Lediglich der neue Ford Transit Custom erreichte die Maximalwertung von fünf Sternen.
84 Prozent und 30 Punkte beim Insassenschutz sind ordentlich, das können viele Pkw auch nicht besser. Besonders beim Seitencrash schnitt der Ford wegen seiner verstärkten Fahrgastzelle in diesem Bereich sehr gut ab.
Auch Kinder fahren sicher im Transit: 90 Prozent und 44 Punkte sind ein Topwert.
Ein besonderes Lob der Tester erhielt der
Ford Transit auch, weil er Vorhang-Airbags in Serie liefert und Optionen wie den Spurhalteassistenten in der Ausstattungsliste stehen hat. Insgesamt kommt er auf fünf Punkte bei den Assistenzsystemen (71 Prozent). Beim Fußgängerschutz ist mit 48 Prozent noch Luft nach oben, der Transit ist damit trotzdem der Beste in diesem Test.
Hyundai heimst drei Sterne ein. Beim Insassenschutz erreicht er nur 20 Punkte (55 Prozent), weil Kopfairbags fehlen und die Armaturentafel in den Innenraum eindringt.
Der sogenannte Pfahlcrashtest wurde mangels Seitenairbags weggelassen. Beim Kinderschutz schafft der Koreaner 75 Prozent und 37 Punkte. Beim Heckaufprall ist das Verletzungsrisiko hoch.
ESP hat der H-1 serienmäßig. Anschnallerinnerungen fehlen jedoch, was zu Punktabzug bei der Sicherheitsausstattung führte. Macht in der Summe drei Punkte oder 43 Prozent.
Der Fußgängerschutz beim Hyundai H-1 ist schlecht: Zehn Punkte oder 34 Prozent stehen zu Buche.
Ebenfalls drei Sterne konnte das baugleiche Trio Fiat Scudo,
Citroën Jumpy und Peugeot Expert einfahren.
Der Insassenschutz ist mit 59 Prozent und 21 mittelmäßig, auf einen Pfahlcrash wurde auch hier wegen fehlender Kopfairbags verzichtet.
Der Kinderschutz fällt mit 86 Prozent und 42 Punkten sehr gut aus.
Bei der Sicherheitsausstattung sorgte das Fehlen von ESP und Anschnallerinnerungen auf den Beifahrerplätzen für magere zwei Punkte und 26 Prozent. Auch der Fußgängerschutz fällt mies aus: Acht Punkte, 26 Prozent.
Trauriges Schlusslicht in dieser Crashrunde ist der Renault Trafic mit nur zwei Sternen. Der Franzose wird auch als
Opel Vivaro und als
Nissan Primastar verkauft.
Im Trafic fehlt der Airbag auf der Beifahrerseite, wegen fehlender Seiten-Kopfairbags wurde kein Pfahlcrash durchgeführt. So kommt er beim Insassenschutz auf 58 Prozent und 21 Punkte.
Beim Heckaufprall wurde das Verletzungsrisiko im Renault als hoch bewertet. Beim Kinderschutz erreicht der Trafic 39 Punkte oder 79 Prozent.
Fehlendes serienmäßiges ESP kostet zusätzlich Punkte bei der Sicherheitsausstattung. Deshalb bekommt der Franzose hier nur einen Punkt (14 Prozent). Der Fußgängerschutz fällt mit acht Punkten und 28 Prozent ebenfalls dünn aus.
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