Audi ist in der Vergangenheit zunehmend vorgeworfen worden, seinen "Vorsprung durch Technik" einzubüßen. Entwicklungsvorstand Michael Dick musste darum kürzlich sogar seinen Posten für den neuen Audi-Cheftechniker Wolfgang Dürrheimer räumen. Hier soll der A3 mit Einführung des Sportback ...
... für Schlagzeilen sorgen. So bietet Audi als erster Hersteller in der Kompaktklasse ein Auto mit Voll-LED-Scheinwerfern an – zuerst im
S3, im Laufe des Jahres 2013 auch für die zivilen A3-Motorisierungen. Der Testwagen war bereits mit der LED-Technik ausgerüstet und warf ein ...
... weißes, extrem helles Licht auf die Straße. Ob es wirklich besser ist als die Bi-Xenonbeleuchtung kann natürlich nur ein ausführlicher Test zeigen. Mit einem Aufpreis von 770 Euro könnte die innovative Lichtoption aber durchaus einen Sicherheitsgewinn bedeuten. Ein Prestigepunkt ist die moderne Lichtkanone allemal.
Spektakuläres gibt es auch vom Bereich unter der Motorhaube zu berichten. Denn anders als der bürgerliche Bruder aus Wolfsburg, macht der A3 nicht bei 150-Diesel-PS Schluss. Im Testwagen arbeitete der modifizierte 2.0-TDI-Motor mit vergrößertem Turbolader. Und der treibt die Leistung auf 184 PS. In der aktuellen Preisliste ...
... steht er noch nicht, soll aber mit Auslieferungsbeginn des Sportback im Februar 2013 zur Verfügung stehen. Eine uneingeschränkte Empfehlung ist er allerdings nicht. Denn der größere Lader spricht verzögert an; beim Einkuppeln an Steigungen oder Anfahren mit zu wenig Gas ...
... fällt der Vierzylinder deshalb schon mal in das gefürchtete Turboloch. Danach reagiert der starke A3 umso furioser. Wer beim Beschleunigen zu ungenau das Gas dosiert, überfordert die Antriebsache und spürt – speziell auf nasser Fahrbahn – ein Traktionsproblem.
Darum: Wer sich für den 184 PS-Diesel entscheidet, sollte gleichzeitig in der Ausstattungsliste in Kreuzchen beim quattro-Antrieb machen. Doch auch als Fronttriebler ist der
A3 Sportback mit seinen 150 PS ein dynamisches und gleichzeitig elegantes Kompaktmodell für alle Fälle. Vor allem das sauber gestaltete Cockpit, ...
... die Schalter mit ihrem satten Klickgeräusch und die hochwertigen Oberflächen vermitteln ein gutes Gefühl. Das Prädikat "edel" erfüllt in der Kompaktklasse keiner so gut wie der A3 Sportback.
Außerdem will der A3 mit Einführung des Sportback auch der digitalen Avantgarde gefallen. Neben den normalen Bluthooth-Funktionen kann der kompakte
Audi endlich auch online gehen und sich mit ...
... sozialen Netzwerken verbinden, Echtzeit-Reiseinformationen wie Abflug-Daten oder Zugverbindungen anzeigen. Besonders sinnvoll ist eine Tankstellen-Suchfunktion, die die derzeit preiswerteste Zapfstelle anzeigt ...
... und auf Wunsch die Navigation dorthin aktiviert. Bei unserem Test war die letzte Aktualisierung der Spritpreise allerdings rund zehn Stunden alt, sodass der Liter Diesel sich in Nizza von 1,31 Euro pro Liter auf 1,45 Euro verteuert hatte.
Die Online-Funktionen schließen damit endlich zum
BMW 1er auf, der hier bislang ein Alleinstellungsmerkmal hatte. Allerdings ist der Draht in die virtuelle Welt nicht billig: Die Audi Connect-Funktion kostet 500 Euro, verrät die Preisliste. Geht doch, ...
... mag da der Digital-Fan denken. Doch leider kommen dazu nochmals 2725 Euro für das MMI Navigation plus, damit die ganze Schose auf dem eleganten Schubladen-Monitor funktionieren kann.
Der
A3 Sportback ist extrem wichtig für Audi, denn viele Kunden wollen auf die beiden zusätzlichen hinteren Türen und den Extra-Stauraum nicht verzichten. Das Wachstum des Ingolstädters hält sich in Grenzen: Mit 4,31 Metern Länge, ...
... 1,78 Meter Breite und 1,43 Meter Höhe ist er nur geringfügig größer als der Vorgänger. Dafür legt der Radstand um 58 Millimeter auf 2,64 Meter zu, das bringt im Fond ein bisschen mehr Platz.
Ein Transportwunder ist auch der neue A3 Sportback nicht, aber er hat zugelegt. Der Gepäckraum fasst jetzt 380 Liter Volumen (vorher 350). Bei geklappten Lehnen wächst das Volumen auf 1220 Liter (vorher 1080), die Ladefläche ist jetzt topfeben. Beim Gewicht hat er bis zu 90 Kilo abgespeckt: 1205 Kilo wiegt der Sportback mit dem 1,4-Liter-TSI.
Die Front teilt sich der Fünftürer naturgemäß mit dem Dreitürer, auch hier gliedert die sogenannte Tornadolinie die Flanke unterhalb der Fenster. Über den Schwellern zieht sich eine weitere Linie zum Heck hin nach oben. Spätestens mit dem dritten Seitenfenster des Sportback enden die Gemeinsamkeiten mit dem Dreitürer.
In den Xenon plus-Scheinwerfern ist ein LED-Tagfahrlicht integriert. Es bildet an der oberen ...
... und inneren Kante eine schmale Lichtkontur, die wie eine Augenbraue wirken soll.
Ein absolutes Novum im Segment der Premium-Kompakten sind die optionalen LED-Scheinwerfer.
Der Blinker sitzt oben und kommt in Hakenform.
Innen wird der A3 Sportback mit den vier Luftdüsen und dem scheinbar schwebenden Cockpit wie der Dreitürer filigraner. Das Farbdisplay des Informationssystems (Serie bei den Ausstattungslinien Ambition und Ambiente, nicht bei der Basis Attraction) präsentiert die Grafiken in 3D-Bildern.
Im Fond verspricht Audi "einige Millimeter mehr Kopf- und Beinfreiheit", ...
... die hier gezeigten prall gepolsterten Sitze sind Teil der teureren S-Line. Womit wir beim Preis wären: Der neue Audi A3 Sportback steht ab Februar 2013 in Deutschland bei den Händlern und kostet mindestens 22.500 Euro (1.2 TSI, 105 PS, nicht direkt zum Start verfügbar). Damit ist der Fünftürer 900 Euro teurer als der Dreitürer.
Weitere Bildergalerien und Videos zum Thema finden Sie in den Empfehlungen auf der linken Seite.