Statt des 420 PS starken 4,2-Liter-V8 entfacht im R8 V10 ein 5,2-Liter-Zehnzylinder mit 525 PS noch mehr Feuer zwischen Fahrgastzelle und Hinterachse.
Gleichzeitig klettert der rote Bereich von 8000 auf 8700 Touren, das maximale Drehmoment von 430 auf 530 Newtonmeter. Der Höchstwert liegt erst bei 6500/min an.
Die R-tronic hat zwar auf der Rennstrecke ihre Vorteile und senkt im EC-Zyklus den Normverbrauch um einen auf 13,7 Liter. Im Automatikmodus reagiert das sequenzielle Getriebe aber unerwartet spät und ruppig auf forsche Gaspedalbefehle.
Obwohl die neue R8-Variante mit 142.400 Euro 35.000 Euro teurer ist als der 4,2-Liter, rechnet Audi mit einem V10-Anteil von rund 80 Prozent.
Der R8 V10 präsentiert sich als stimmige Mischung aus Gran Turismo und Supersportwagen. Neun Zentimeter mehr Radstand als beim Gallardo schaffen mehr Platz für lange Beine und eine zusätzliche Staufläche hinter den Sitzen.
Ein weiteres Audi-Plus ist das optionale, in der Komfortstellung deutlich geschmeidigere Dämpfersystem Magnetic Ride.
Der in Sant’ Agata zur Schule gegangene V10 ist kernig, spontan, drehfreudig, bullig und noch lange nicht ausgereizt. Den 1620 Kilo schweren R8 beschleunigt er in nur 3,9 Sekunden von Null auf 100 km/h.
Nicht so toll: das unten abgeflachte Lenkrad, die engen und harten Sitze, das zerklüftete Cockpit.
Nicht zu überhören: Der Zehnzylinder ist abgas- und ansaugseitig ein hochbegabter Klangkünstler.
Der V10 im Heck wird von einer hoch entwickelten Steuerung gemanagt, die mit zwei Rechnern nach dem Master-Slave-Konzept operiert.
In 3,9 Sekunden beschleunigt der Über-R8 auf Tempo 100. Nach weiteren 8,1 Sekunden passiert das Geschoss die 200-km/h-Marke. Schluss ist erst bei 316 km/h.
Audi plant den Verkauf des R8 V10 ab dem zweiten Quartal 2009.
Besonderes Highlight am R8 V10 sind die serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer. Vor allem im Rückspiegel liefern die Glimmlampen eine echte Show.
Die schwarzen Lüftungsgitter sind hochglanzlackiert – wie die Montblanc-Füller. Das Carbonpaket kann man sich getrost sparen.
Ein Gallardo macht zwar noch mehr her als ein R8 5.2 FSI, der SL 63 AMG lässt sich besser querfahren, der 911 Turbo bietet das kompaktere Package, die Corvette ZR1 ein konkurrenzloses Preis-Leistungs-Verhältnis.
Als Gesamtkunstwerk ist der Audi mit den Lambo-Genen dennoch kaum zu toppen. Er ist ein alltagstaugliches und harmonisch abgestimmtes Sportcoupé für betuchte Normalos ohne Extra-Schutzengel und übernatürliche Fähigkeiten.
So geduckt zeigte sich der R8 V10 während der ersten Testfahrten. Schon zu erkennen: die weiter ausgestellten Lufteinlässe, auch "Sideblades" genannt.
Drift-Liga aufgepasst! Mit dem R8 V10 kommt ein Gegner, der vieles noch besser kann.
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