Audi belebt den Fünfzylinder-Turbo neu. Wie einst im quattro blubbert er unter der Haube des pfeilschnellen TT RS. Nur, dass jetzt statt 200 gleich 340 Pferde für Vortrieb sorgen.
Für knapp 3000 Euro Aufpreis rollt der TT RS auch offen zum Kunden. Dann sind mindestens 58.650 Euro fällig, Spaßgarantie inklusive.
Common-Rail, Ladeluftkühler und dickes Drehmoment bei gemütlichen 1600 Touren – ein Audi TDI? Nix da, nur die Marke stimmt. Der Rest hat mit Diesel so viel zu tun wie Gina Wild mit Jungfräulichkeit.
Denn der TT RS steht auf Super plus – und fährt auch so. Herz des stärksten TT ist ein 2,5-Liter-Fünfzylinder mit Benzindirekteinspritzung, 340 PS und Dampfhammer-Drehmoment.
Der spektakulär potente Ballermann peitscht giftig hoch, zieht rücksichtslos durch und mischt unter seinen kehligen Motorsound (klasse, wie früher) noch ein rassiges Sprotzeln beim Gaswegnehmen.
Typisch Turbo: die stets spürbare Gedenksekunde vorm Katapultstart.
Ein zweistufiges ESP hilft dem Fahrer, sich an den Grenzbereich heranzutasten, gelochte Scheiben bringen zusätzliche Sicherheit.
Den Rest besorgt die stramme Führung der Achsen: Der Audi liebt Kurven, kuschelt mit der Straße, bietet dank variablem Allradantrieb beste Traktion.
Dabei unterstützt ihn auch das deutlich straffer abgestimmte Fahrwerk. Komfort? Sagen wir so: rudimentär vorhanden.
Hier empfiehlt sich das adaptive Stoßdämpfersystem (1100 Euro). So oder so: Die Härte passt zum sportlichen Anspruch.
Zeigt doch auch die Preisliste, wohin der 55.800 Euro teure TT RS (Roadster für 58.650 Euro) steuert.
Auf Wunsch kappt Audi die elektronische Tempo-Begrenzung bei 250 km/h, dann sind 280 km/h drin.
Die silbernen Außenspiegel signalisieren sportliche Ambitionen ...
... ebenso wie der aggressiver gestaltete Grill ...
... und der grimmige Blick mit LED-Tagfahrlicht.
Auch der Heckflügel fällt hier etwas größer aus ...
... dazu montiert Audi mindestens 18-Zöller, 19-Zoll-Räder gibt es optional.
Im chromgerahmten Grill prangt das RS-Logo als Ausdruck geballter Potenz.
Das TT RS Coupé katapultiert sich in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, der Roadster in 4,7 Sekunden.
Der Heckflügel steht hier fest, soll den Anpressdruck erhöhen.
Beim TT RS ist alles eine Nummer größer, das gilt auch für die Auspuffrohre mit Blubber-Garantie, ...
... und die Schürze, die Anleihen beim großen Bruder R8 nimmt.
Auch am Heck darf der Hinweis auf das Spitzenmodell nicht fehlen.
Im Mittel soll sich das TT RS Coupé mit nur 9,2 Liter Kraftstoff pro 100 km (Roadster: 9,5 l/100 km) begnügen.
Das serienmäßige Sportfahrwerk senkt die Karosserie um 10 Millimeter ab.
Auf Wunsch ist das adaptive Dämpfungssystem Magnetic Ride an Bord, das zwei Grundkennfelder – Komfort und Sport – bietet.
Das Leistungsgewicht beträgt beim Coupé, das 1450 Kilogramm wiegt, nur 4,3 Kilogramm pro PS.
Die niedrigen Werte sind den leichten Karosserien in Audi Space Frame-Bauweise (ASF) zu verdanken.
Der 2,5-Liter-Fünfzylinder stammt aus dem US-Jetta, mit Turbo leistet er im TT RS satte 340 PS.
Innen gehen die Sportfestspiele weiter. Schwarz dominiert, dazu wird stilicher Alu platziert.
Die lederbezogenen Sitzschalen mit fetten Wangen ...
... und RS-Logo kosten 2855 Euro Aufpreis.
Audis stärkster TT ist nur mit einer manuellen Sechgang-Schaltung zu haben.
Das MMI gibt es nur gegen Aufpreis, ...
... das zweistufige ESP mit Schalter unter dem Schalthebel ist dagegen Serie.
Für Freunde der Sturmfrisur liefert Audi zeitgleich den TT RS Roadster.
Wegen des etwas höheren Gewichts braucht der offene RS eine Zehntel Sekunde länger auf Tempo 100.
4,7 Sekunden sind trotzdem Spitze, ...
... auch der um 0,3 Liter höhere Verbrauch von 9,5 Litern auf 100 Kilometern dürfte Cabriofreunde kaum abhalten.
Im linken Abgas-Endrohr ist eine Klappe installiert – wenn der Fahrer des Audi TT RS die serienmäßige Sporttaste auf dem Mitteltunnel drückt, macht sie den Auspuffsound noch voller und intensiver, ...
... gleichzeitig wird das Ansprechverhalten des Motors schärfer.
Seit März kann man den RS Roadster bestellen, demnächt beginnen die Auslieferungen.
Kleiner Wermuthstropfen: Ein DSG gibt es für die beiden Super-Sportler nicht. Ansonsten heißt es, Obacht in Zuffenhausen.
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