Ein neuer Gegner für
Audi A4,
BMW 3er und
Mercedes C-Klasse: Mit dem
ATS zielt Cadillac ab Oktober 2012 genau auf die deutsche Premium-Konkurrenz. Wie die Erfolgsaussichten stehen, zeigt ein erster Fahrbericht.
Das Design des ATS folgt der kantig-prägnanten Cadillac-Linie, sein Heck ...
... und die Seitenansicht ähneln denen des
CTS. Der ATS ist mit 4,64 Metern allerdings gut 20 Zentimeter kürzer als sein großer Bruder.
Zweifelsfrei identifizieren lässt sich der ATS anhand der weit in die Motorhaube gezogenen Scheinwerfer.
Hinter den Kühlergrill kommen erst mal nur Ottomotoren: ein 2,5- Liter-Vierzylinder-Sauger (202 PS), ein 2,0-Liter-Turbo (273 PS) sowie ein 3,6-Liter-V6 (322 PS), ...
... wovon aber nur der effiziente Turbo den Weg nach Deutschland finden wird.
2013 folgt ein Zweiliter-Diesel – höchstwahrscheinlich mit Biturboaufladung und rund 200 PS, wie man ihn aus dem
Opel Insignia kennt. Im selben Jahr rollt zudem das sportliche Topmodell ATS-V an den Start, dessen aufgeladener V6 etwa 400 PS leisten wird.
Dem modernen Fahrwerk mit Alu-Vorderradaufhängung und Fünflenker-Hinterachse wird das kaum Probleme bereiten, wie wir auf ausgedehnten Touren quer durch Georgia ...
... sowie auf dem Atlanta Motorsports Track erfahren konnten. Die elektromechanische Lenkung aus dem Hause ZF ist direkt übersetzt und arbeitet präzise, ...
... könnte jedoch etwas mehr Rückmeldung bieten. Auf der Rennpiste lenkt der ATS willig ein und folgt neutral und flink dem Kurvenverlauf. Untersteuern tritt nur bei krasser Fehleinschätzung des Streckenverlaufs auf, ...
... wohingegen frühzeitiges Herausbeschleunigen mit zarten Drifts belohnt wird, ...
... insbesondere wenn das optionale mechanische Sperrdifferenzial eingreift. Man spürt also, dass das Fahrwerk auf der Nürburgring-Nordschleife abgestimmt wurde.
Das Sechsganggetriebe lässt sich hinreichend exakt schalten, optional gibt’s eine Sechsstufen-Wandlerautomatik mit Schaltpaddeln am Lenkrad, die im manuellen Modus auf der Rennstrecke ebenfalls eine gute Figur machte.
Auch die Bremsanlage zeigt europäische Dosierbarkeit und Stehvermögen, gegen Aufpreis ist eine noch leistungsfähigere Brembo-Anlage lieferbar.
Sauber verarbeitetes Cockpit mit viel Leder, Echtholz und einer Mittelkonsole in Klavierlackoptik, ...
... auch Sitzposition und Seitenhalt gehen in Ordnung.
Also alles prima? Nicht ganz: Das CUE (Cadillac User Experience) genannte Bedienkonzept für Infotainment und Klima konnte im Vorserienfahrzeug nicht überzeugen.
Das Fazit von AUTO TEST-Redakteur Florian Neher: "Ein herzliches Willkommen von unserer Seite: Der Cadillac ATS ist nicht nur ein Hingucker in der etwas erstarrten Mittelklasse, ...
... sondern auch hinsichtlich Motor, Fahrwerk und Qualität auf Augenhöhe mit der deutschen Premiumkonkurrenz. Im Charakter ähnelt er dabei mehr der Mercedes C-Klasse als dem BMW 3er."
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