Während
Volkswagen über eine eigene Billig-Marke nachdenkt, sind die Rumänen längst weiter. Ihr wichtigstes Modell, der
Sandero, kommt nun bereits in der zweiten Generation auf den Markt. Was zunächst wie ein sorgfältiges Facelift anmutet, ist in Wahrheit ein komplett neu konstruiertes Auto. Steht dem Sandero ausgezeichnet. Auch beim Fahren punktet der Sandero: Statt ...
... antiquierter Franzosen-Technik dürfen sich die Rumänen aus dem aktuellen Teileregal von
Renault bedienen. Für uns stand ein neuer Dreizylinder mit 90 PS aus dem neuen
Renault Clio zur Verfügung. Und der quirlige Motor hat ein leichtes Spiel mit dem nur 1037 Kilogramm leichten Dacia. Mühelos beschleunigt er die Fließhecklimousine aus engen Kurven – selbst auf der Autobahn geht ihm die Puste nicht aus.
Maximal 175 Kilometer in der Stunde sind so drin. Trotzdem ist der Dreiender vorbildlich. Im Schnitt soll der Dreizylinder mit 5,2 Litern auskommen. Auch das Fahrwerk ist auf dem aktuellen Stand der Technik. Der Sandero ist komfortabel ausgelegt, Kurvenräubern liegt ihm nicht. Geht es zu schnell, schiebt er brav über die Vorderräder. Wenigstens ist mittlerweile neben ABS und vier Airbags der Schleuderschutz ESP serienmäßig mit an Bord.
Das Cockpit ist sorgfältig zusammengebaut, nichts klappert oder knistert – selbst auf schlechten Straßen. Und sogar ein wenig chic darf es mittlerweile sein. Chromringe um die Instrumente und Luftausströmer, Leder an Lenkrad und Schalthebel – selbst ein modernes Navisystem mit Touchscreen (180 Euro Aufpreis in der Ausstattungslinie "Laureate") ist mit an Bord.
Der Dacia geizt nicht mit Platz. Mit einer Länge von 4,06 Metern sortiert er sich knapp unter der Kompaktklasse ein und bietet deutlich mehr Platz als etwa ein
VW Polo – auch im Kofferraum, der Platz für 320 Liter Gepäck bietet. Also alles Eitel Sonnenschein? Nicht ganz. Die Vordersitze sind zu weich, bieten kaum Seitenhalt und sorgen auf längeren Strecken schnell für Rückenschmerzen. Und auch die froschige Sitzposition passt nicht für große Fahrer.
Mit einem Grundpreis von 6990 Euro ist der Sandero das billigste Auto in Deutschland. Und obwohl er mehr Nutzwert als ein VW Polo bietet kostet er rund 3000 Euro weniger als ein nackter
VW Up. Beeindruckend, zumal Dacia Vertrauen in den Sandero hat und ihm drei Jahre Garantie mit auf den Weg gibt. Das bietet keiner seiner europäischen Konkurrenten.
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